Der Arbeitsmarkt: Weiter erfreulich …

Dezember-Bilanz und Jahresabschluss - Unternehmen suchen intensiv nach Personal

image_pdfimage_print

Erfreulicher Jahresabschluss am Arbeitsmarkt: Der Landkreis Rosenheim hat im Dezember eine Arbeitslosenquote von 2,3 Prozent (Vergleichsmonat des Vorjahres 2,4 Prozent)! Die Zahl der Arbeitslosen insgesamt für den Landkreis liegt bei 3 251. Bei der Hauptagentur in Rosenheim sind 1 953 Männer und Frauen arbeitslos gemeldet, 135 mehr als im Vormonat. Im Jahresdurchschnitt waren im Landkreis Rosenheim 3 409 Personen ohne Erwerbstätigkeit. Die Arbeitslosenquote lag im Jahresdurchschnitt wie schon im Jahr 2016 bei 2,5 Prozent …

Die Chefin der gesamten, großen Rosenheimer Arbeitsagentur, Dr. Nicole Cujai, blickt mit Zufriedenheit auf den Arbeitsmarkt im Jahr 2017 zurück. „Ähnlich wie im Vorjahr konnte die Winterarbeitslosigkeit zu Jahresbeginn relativ schnell wieder abgebaut werden. In den Monaten Januar und Februar war die Erwerbslosenquote mit 3,4 Prozent am höchsten, um dann wie saisonal üblich schon im März auf 3,0 Prozent zurückzugehen.

Durch den milden Winter haben viele Beschäftigte im Bauhaupt- und Baunebengewerbe sowie im Straßenbau und der Land- und Forstwirtschaft ihre Arbeit in diesem Monat bereits wieder aufgenommen. Der Arbeitsmarkt profitierte auch im April von der guten wirtschaftlichen Lage der Betriebe und einer entsprechenden Arbeitskräftenachfrage sowie weiteren Wiedereinstellungen – auch im Hotel- und Gaststättengewerbe – und die Erwerbslosenquote fiel auf 2,7 Prozent (Vergleichsmonat des Vorjahres: 3,0 Prozent)“, so die Agenturleiterin weiter.

„Von da an konnten wir – bei einem jahresüblichen leichten Anstieg in den Sommermonaten – weiterhin Monat für Monat gute Werte vermelden. In den Monaten Juni, Juli, September und November betrug die Arbeitslosenquote 2,5 Prozent und sank im Oktober sogar auf 2,4 Prozent. In absoluten Zahlen ausgedrückt waren im vergangenen Jahr im Januar mit 9 810 im Monatsvergleich die meisten Erwerbslosen gemeldet. Bis Juni sank die Zahl auf 7 390 Betroffene und erreichte dann im Oktober mit 7 150 ihren Tiefststand.

Zusammenfassend kann man sagen, dass diese durchweg guten Werte die positive Lage auf dem regionalen Arbeitsmarkt unterstreichen. Seit April lag die Erwerbslosenquote unter der Drei-Prozent-Marke, was ein wichtiger Indikator für Vollbeschäftigung ist.“

Cujai zu den Dezemberzahlen: „Das Jahr 2017 verabschiedet sich im ganzen Agentur-Bereich mit einer für diesen Monat niedrigen Arbeitslosenquote von 2,6 Prozent (Vergleichsmonat des Vorjahres 2,8 Prozent), bei 7 540 Erwerbslosen.

Mitverantwortlich für dieses gute Ergebnis ist – ähnlich wie in den vergangenen Jahren – das gute Wetter bis zum 12. Dezember, dem statistischen Zähltag. Die vergleichsweise milden Temperaturen ermöglichten in einigen Bereichen die Fortführung und/oder Fertigstellung von Arbeiten im Außenbereich. Dadurch sind in Berufen wie Bauhaupt- und Baunebengewerbe, Straßenbau oder Land- und Forstwirtschaft noch nicht alle Arbeitnehmer saisonbedingt gekündigt worden.

Damit Kündigungs- und Meldefristen eingehalten werden können, hat so mancher Arbeitgeber trotz der guten Witterung „vorsorglich“ die Entlassung ausgesprochen und die Betroffenen werden sich in den kommenden Wochen bei der Agentur für Arbeit melden, so dass die Erwerbslosigkeit bei diesen Berufsgruppen im Januar voraussichtlich ansteigen wird.“

Die Agenturleiterin zum Stellenmarkt: „Zum Zähltag (12. Dezember) gab es insgesamt 4 630 zu besetzende Stellenangebote. Die meisten Anzeigen waren aus den Bereichen Rohstoffgewinnung, Produktion, Fertigung (1 250), Kaufmännische Dienstleistungen, Handel, Vertrieb, Tourismus (930), Gesundheit, Soziales, Lehre und Erziehung (810) sowie Verkehr, Logistik, Schutz und Sicherheit (670).

Einen Großteil der Stellenangebote finden Sie in der Jobbörse der Agentur für Arbeit unter www.arbeitsagentur.de => Privatpersonen => Arbeitslos und Arbeit finden => Jobsuche.“

Die gute Situation auf dem Arbeitsmarkt für das gesamte Jahr betrachtet – sie spiegelt sich auch darin wider, dass die Anzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten (Stand Juni 2017) im Agenturbezirk (kreisfreie Stadt Rosenheim, Landkreise Rosenheim, Miesbach, Bad Tölz-Wolfratshausen) 2017 auf einen neuen Höchststand von 188 600 geklettert ist.

Cujai dazu: „Die Dynamik und Aufnahmefähigkeit des regionalen Arbeitsmarktes wird dadurch unterstrichen, dass die Unternehmen weiterhin intensiv nach Personal suchen. Sie haben im Laufe des Jahres insgesamt fast 13 400 freie Arbeitsplätze, rund 400 mehr als im Vorjahr, bei der Agentur für Arbeit gemeldet. Fast 95 Prozent davon (mehr als 12 700) waren sozialversicherungspflichtig.

Die Agenturleiterin stellt heraus, dass auch die sogenannten „besonderen Personengruppen“ wie Langzeitarbeitslose, Ältere ab 55 Jahren, Menschen mit lückenhaften Lebensläufen und Ausländer von dem guten Arbeitsmarkt profitieren.

„Im Laufe des Jahres haben unsere Arbeitsvermittler in der Agentur für Arbeit und in den Jobcentern viele intensive Gespräche geführt und in enger Absprache mit Unternehmen und Bildungsträgern Bemühungen unternommen, um Bewerber in Arbeit oder Ausbildung zu vermitteln.

Der Weg bis zur Arbeitsaufnahme wurde häufig durch fachspezifische Qualifizierungen und Weiterbildungen, Praktika oder sogenannte Maßnahmen beim Arbeitgeber geebnet. Die Personengruppe der Langzeitarbeitslosen profitierte dabei von einem speziellen Programm aus dem europäischen Sozialfonds (ESF), durch das Gelder für Lohnkostenzuschüsse, Coachings und spezielle Stellenakquise zur Verfügung standen.

Bei einer angestrebten Ausbildung war die sogenannte Einstiegsqualifizierung (EQ) häufig eine zielführende Maßnahme. Bei zahlreichen Bewerbern ist so die Integration in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis oder in eine Ausbildung gelungen.“

Cujai betont, dass der gute Arbeitsmarkt keinen Stillstand bedeutet: „Im Jahresverlauf haben sich fast 33 600 Menschen wegen endender Arbeitsverhältnisse oder aus sonstigen Gründen bei der Agentur für Arbeit gemeldet.

Dem gegenüber stehen mehr als 34 000 Abmeldungen, rund 13 550 davon wegen Arbeitsaufnahme und 7 350 wegen Antritt einer Ausbildung oder einer Qualifizierungsmaßnahme“, so die Agenturleiterin.

„Wir haben in unserem Agenturbezirk viele Klein- und Mittelbetriebe, die bei der aktuellen guten wirtschaftlichen Lage ein Garant für einen stabilen Arbeitsmarkt sind. Viele haben ihren Beschäftigtenstand gehalten oder sogar moderat ausgebaut, zum Teil mit Bewerbern aus den sogenannten „besonderen Personengruppen“.

Es bleibt aber auch im Jahr 2018 eine Herausforderung, Menschen mit Vermittlungshemmnissen wie unzureichenden Sprachkenntnissen, fehlender Ausbildung oder gesundheitlichen Einschränkungen in Beschäftigung zu bringen.

Dabei müssen wir Bewerber dabei unterstützen, den sich ständig wandelnden Qualifikationsanforderungen der Arbeitgeber gerecht zu werden. Das kann beispielsweise im Rahmen des Programms WeGeBAU erfolgen, bei dem Beschäftigte direkt an ihrem Arbeitsplatz qualifiziert werden, damit sie den neuen Herausforderungen gewachsen sind. Ich freue mich auch in Zukunft auf die gute Zusammenarbeit mit unseren Bewerbern und Unternehmen.“

Die Agenturleiterin über die Arbeitslosigkeit nach Personengruppen: „Bei den Jugendlichen unter 25 Jahren zeigt sich jedes Jahr ein ähnlicher Verlauf. In den Anfangsmonaten ist die Zahl der arbeitslosen Jugendlichen höher. Sie flacht dann ab, steigt in den Ferienmonaten wieder an und fällt bis Jahresende erneut. Im Jahresdurchschnitt waren 890 Jugendliche unter 25 Jahren arbeitslos gemeldet, 50 weniger als im Vorjahr, darunter auch junge Menschen mit Fluchthintergrund.

Bei der Personengruppe 55 Jahre und älter gab es ab März eine positive Entwicklung, hier waren im Schnitt 1 930 Arbeitslose gemeldet, 40 weniger als im Vorjahr. Bei den Langzeitarbeitslosen verzeichneten wir einen Jahresdurchschnitt von 1 630 Betroffenen, 100 weniger als im Vorjahr.

Auch die Anzahl arbeitsloser Ausländer ist 2017 im Vorjahresvergleich um 80 auf 2 150 zurückgegangen.“

Insgesamt lag die durchschnittliche Zahl der Arbeitslosen für den gesamten Agenturbezirk im Jahr 2017 mit 8 000 um 430 unter dem Vorjahreswert. 4 800 Kunden wurden nach dem Sozialgesetzbuch (SGB) III durch die Agentur für Arbeit in der Hauptagentur in Rosenheim sowie in den Geschäftsstellen in Holzkirchen, Bad Tölz und Wolfratshausen betreut. 3 200 Kunden waren nach dem SGB II bei den Jobcentern der Stadt Rosenheim, der Landkreise Rosenheim und Bad Tölz/Wolfratshausen sowie des Landkreises Miesbach, der sich als optierende Kommune eigenständig um die Betreuung kümmert, gemeldet. Die durchschnittliche Arbeitslosenquote für das Jahr betrug 2,7 Prozent und unterschritt den Vorjahreswert um 0,2 Prozentpunkte.

Der Arbeitsmarkt in den weiteren Regionen des Agenturbezirkes Rosenheim:

Für die Stadt Rosenheim errechnet sich im Dezember eine Arbeitslosenquote von 4,2 Prozent (Vergleichsmonat des Vorjahres 4,5 Prozent). Derzeit sind 1 438 Bürger/innen ohne Arbeit. Bei den SGB III-Kunden, die durch die Agentur für Arbeit in Rosenheim betreut werden, stieg die Anzahl der Arbeitslosen um 22 Betroffene auf 644. Für 794 SGB II-Kunden, 13 weniger als im Vormonat, ist das Jobcenter Rosenheim Stadt zuständig. Insgesamt betreut das Jobcenter 2 396 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 1 851 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.
Im Durchschnitt waren 2017 in der Stadt Rosenheim 1 565 Menschen ohne Beschäftigung. Die durchschnittliche Arbeitslosenquote betrug 4,6 Prozent (Vorjahr 4,8 Prozent).

Der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen weist im Dezember eine Arbeitslosenquote von 2,2 Prozent (Vergleichsmonat des Vorjahres 2,7 Prozent) auf. 1 532 Bürger/innen sind beschäftigungslos. Davon sind 1 087, 76 mehr als vor einem Monat, in den Agenturen Bad Tölz und Wolfratshausen gemeldet. 445, das sind 10 mehr als im November, werden vom Jobcenter Bad Tölz-Wolfratshausen betreut. Insgesamt sind beim Jobcenter 2 068 erwerbsfähige Leistungsberechtigte gemeldet, die in 1 632 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.
1 672 Menschen waren im Jahresdurchschnitt im Bereich des Landkreises Bad Tölz-Wolfratshausen ohne Beschäftigung. Die Arbeitslosenquote lag im Jahresdurchschnitt bei 2,5 Prozent (Vorjahr 2,8 Prozent).

Im Landkreis Miesbach sind derzeit 1 323 Bürger ohne Erwerbstätigkeit, was einer Quote von 2,5 Prozent (Vergleichsmonat des Vorjahres 2,7 Prozent) entspricht. Davon sind 925 arbeitslose Männer und Frauen bei der Agentur für Arbeit in Holzkirchen gemeldet, 49 mehr als im Vormonat. Für die Betreuung der Arbeitslosengeld II – Empfänger nach dem SGB II ist der Landkreis Miesbach als optierende Kommune mit seinem Jobcenter alleine zuständig. Hier werden 398 Arbeitslose betreut, 25 weniger als im Vormonat. Insgesamt sind 1 209 erwerbsfähige Leistungsberechtigte beim Jobcenter gemeldet, die in 962 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.
Jahresdurchschnittlich waren im Bezirk des Landkreises Miesbach 1 354 Menschen ohne Erwerbstätigkeit gemeldet. Die Arbeitslosenquote betrug im Jahresdurchschnitt 2,6 Prozent (Vorjahr 2,8 Prozent).

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.