Der Arbeitsmarkt und der milde Winter …

Zum dritten Mal in Folge weniger Arbeitslose in einem Februar - Bald Woche der Ausbildung

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„Über viele Jahre hinweg war der Februar immer der Monat mit einem deutlichen Anstieg der Arbeitslosenzahlen. Dieser Zyklus wurde jedoch in diesem Jahr zum dritten Mal in Folge unterbrochen“, sagt Michael Vontra, der noch kommissarische Leiter der Agentur für Arbeit Rosenheim. „Mit 8.460 erfassten Arbeitslosen im statistischen Betrachtungszeitraum vom 15. Januar bis 12. Februar ist die Zahl – wohl auch aufgrund der vergleichsweise milden Temperaturen und des geringen Niederschlags – gegenüber Januar um 240 Personen zurückgegangen. So haben auch im Baugewerbe, wo es witterungsbedingt oder baustellentechnisch ging, die Beschäftigten vereinzelt die Arbeit schon wieder aufgenommen.“

  • Im Landkreis Rosenheim liegt die Arbeitslosenquote bei 2,6 Prozent (Vormonat: 2,6; Februar 2019: 2,6 Prozent). Die Zahl der Arbeitslosen insgesamt für den Landkreis beträgt 682. Hier sind 2.544 Männer und Frauen bei der Hauptagentur in Rosenheim arbeitslos gemeldet, 95 weniger als im Vormonat. Das Jobcenter Landkreis Rosenheim kümmert sich um 1.138 arbeitslose SGB II-Kunden, 20 weniger als im Januar. Insgesamt betreut das Jobcenter 3.044 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 2.447 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.

Der kommissarische Agenturleiter betont, dass die nach wie vor vergleichsweise positive Lage auf dem Arbeitsmarkt keinen Stillstand bedeutet: So haben sich von Mitte Januar bis Mitte Februar 2.580 Personen neu bei der Agentur für Arbeit und den Jobcentern gemeldet, 1.300 davon aus Arbeit. Demgegenüber standen 2.810 Abmeldungen, 1.080 davon wegen Beschäftigungsaufnahme.

Vontra sagt mit Blick auf die Personen, die sich wegen Arbeitsaufnahme bei der Agentur für Arbeit Rosenheim, die die Stadt und den Landkreis Rosenheim sowie die Landkreise Miesbach und Bad Tölz-Wolfratshausen umfasst, abgemeldet haben: „Die Abmeldungen gehen quer durch alle Branchen und alle Berufe. Die meisten Abgänge gab es im Betrachtungszeitraum in den Berufsgruppen Unternehmensführung, -organisation (50) sowie (Innen-)Ausbau-, Verkaufs- und Medizinische Gesundheitsberufe (jeweils 30). Und auch in den Hoch- und Tiefbauberufen haben sich schon vereinzelt Arbeitslose abgemeldet.“

Vontra meint weiter mit Blick auf die Stellensituation auf dem regionalen Arbeitsmarkt: „Unternehmen haben dem Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit Rosenheim im Februar 1.190 neue Stellen gemeldet. Das waren 470 mehr als im Vormonat, aber 170 weniger als vor einem Jahr.

Insgesamt waren im Betrachtungszeitraum 4.400 vakante Arbeitsplätze bei der Agentur für Arbeit gemeldet, 60 mehr als im Vormonat und 530 weniger als vor einem Jahr. Zahlreiche neue Jobangebote wurden beispielsweise in den Bereichen Gesundheits- und Sozialwesen (150), Verarbeitendes Gewerbe (110) und Gastgewerbe (100) gemeldet. Viele der Stellenangebote können in der Jobbörse unter www.arbeitsagentur.de abgerufen werden.“

Die Arbeitslosenquote insgesamt im ganzen Agenturbereich beträgt 2,8 Prozent. Der Wert liegt um 0,1 Prozentpunkte unter dem des Vormonats und entspricht dem des Vergleichsmonats des Vorjahres. Vontra dazu: „Nachdem die Arbeitslosenquote auf dem regionalen Arbeitsmarkt im Dezember und Januar jeweils um 0,1 Prozentpunkte höher lag als vor einem Jahr, entspricht sie nun wieder dem Wert des Vergleichsmonats des Vorjahres – wie schon in den Monaten August bis November 2019. Diese Entwicklung unterstreicht die Stabilität des regionalen Arbeitsmarktes, trotz der globalen wirtschaftlichen Eintrübungen.“ Zum Vergleich: Vor zehn Jahren lag die Arbeitslosenquote im Februar bei 5,0 Prozent und vor 20 Jahren sogar bei 5,5 Prozent.

Der kommissarische Agenturleiter fährt fort: „Die Berufs- und Arbeitswelt wird immer komplexer und unterliegt einem großen Veränderungsprozess. Daher wird eine Beratung, beginnend während der Schulzeit, bis zu einer möglichen oder notwendigen beruflichen Weiterbildung oder sogar einer kompletten Umorientierung immer wichtiger.

Mit der neu akzentuierten „Lebensbegleitenden Berufsberatung“ (LBB) hat die Bundesagentur für Arbeit im Sommer 2019 ein Instrument geschaffen, um Menschen während ihres gesamten Arbeitslebens beratend zu begleiten. Berufsberater sind in den Schulen nun bereits in den Klassen präsent, die den Schulabschluss in zwei Jahren anstreben. Die LBB soll auch Arbeitnehmer im Berufsleben erreichen. Sie bei der Transformation durch Qualifizierung in Zeiten des Wandels unterstützen.“

Um dem Auftrag der Beratung und Unterstützung gerecht zu werden, finden in den kommenden Wochen in der Agentur für Arbeit Rosenheim (Wittelsbacherstraße 57; 83022 Rosenheim) mehrere Veranstaltungen statt:

  • Am Mittwoch, 11. März, ist im Berufsinformationszentrum (BiZ) von 9.00 bis 12.00 Uhr eine große Infomesse, auf der Ansprechpartner der Arbeitsagentur und weiterer Institutionen unter anderem Fragen zu den Themen beruflicher Wiedereinstieg, Bewerbungsverfahren, Weiterbildungsmöglichkeiten, finanzielle Unterstützung und Kinderbetreuung beantworten.
  • Anlässlich der deutschlandweiten Woche der Ausbildung vom bis 20. März findet in der Agentur für Arbeit Rosenheim am Samstag, 21. März, von 9 bis 12 Uhr eine große Ausbildungs- und Jobmesse statt, die Arbeitsagentur und Jobcenter von Stadt und Landkreis Rosenheim gemeinsam ausrichten. 30 Unternehmen sowie Ansprechpartner der Arbeitsagentur und der Jobcenter, die Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt, die Wiedereinstiegsberaterin, Arbeitsvermittler, Ansprechpartner des Arbeitgeberservice, Berufsberater und Vertreter des Netzwerkpartners EURES, die über Arbeits- und Ausbildungsmöglichkeiten im Ausland informieren, werden vor Ort sein. Die Messe ist kostenlos. Eine vorherige Anmeldung ist nicht erforderlich.

Informationen über beide Veranstaltungen stehen im Internet unter
www.arbeitsagentur.de/vor-ort/rosenheim/presse.

Der Arbeitsmarkt in den weiteren Regionen des Agenturbezirkes Rosenheim:

  • Für die Stadt Rosenheim errechnet sich eine Arbeitslosenquote von 4,4 Prozent (Vormonat: 4,4; Februar 2019: 4,4 Prozent). Derzeit sind 1.562 Bürger ohne Arbeit. Bei den SGB III-Kunden, die durch die Agentur für Arbeit in Rosenheim betreut werden, erhöhte sich die Arbeitslosenzahl um 2 auf 853. Für 709 arbeitslose SGB II-Kunden, 18 weniger als im Januar, ist das Jobcenter Rosenheim Stadt zuständig. Insgesamt betreut das Jobcenter 2.050 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 1.610 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.
  • Der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen weist im Februar mit 2,5 Prozent (Vormonat: 2,6; Februar 2019: 2,4 Prozent) die niedrigste Arbeitslosenquote im Agenturbezirk auf. Das entspricht 744 beschäftigungslosen Bürgern. Davon sind 1.265 Männer und Frauen, 69 weniger als vor einem Monat, in den Agenturen Bad Tölz und Wolfratshausen gemeldet. 479 Betroffene, 18 weniger als im Januar, sind beim Jobcenter Bad Tölz-Wolfratshausen arbeitslos gemeldet. Insgesamt betreut das Jobcenter 1.771 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 1.405 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.
  • Im Landkreis Miesbach sind derzeit 468 Bürger arbeitslos gemeldet, was einer Quote von 2,7 Prozent (Vormonat: 2,7; Februar 2019: 2,7 Prozent) entspricht. Davon sind 1.100 arbeitslose Männer und Frauen bei der Agentur für Arbeit in Holzkirchen gemeldet, 17 weniger als im Vormonat. Für die Betreuung der Arbeitslosengeld II – Empfänger nach dem SGB II ist der Landkreis Miesbach als “zugelassener kommunaler Träger” (optierende Kommune) zuständig. Beim Jobcenter sind 368 Arbeitslose gemeldet, 4 weniger als im Januar. Insgesamt betreut das Jobcenter 924 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 750 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.

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