… denn sie sollen getröstet werden

Ein deutsches Requiem von Johannes Brahms mit dem Wasserburger Bach-Chor

image_pdfimage_print

Der junge Brahms verwendete für sein Requiem nicht den traditionellen Text einer
Totenmesse, sondern eine ganz eigene Auswahl an Texten aus dem Alten und Neuen
Testament. Dabei strebte Brahms eine Art Überkonfessionalität an. Dies trug sicherlich mit zum großen Erfolg des Werkes bei, da es alle Zuhörer zu erreichen vermag. Zu hören ist es am kommenden Samstag, 23. November, um 20 Uhr im Wasserburger Rathaussaal. Flankiert von zwei Solisten – der Sopranistin Priska Eser und dem Bariton Ludwig Mittelhammer – wird der Wasserburger Bach-Chor im Konzert vom Bach-Collegium Wasserburg begleitet. Und zwar in der Fassung für Kammerensemble, die der heute üblichen Chorgröße entspricht. Die Leitung hat Angelica Heder-Loosli.

Johannes Brahms (1833 bis 1897) gestaltete sein Deutsches Requiem – Uraufführung 1868 – nicht als reine Trauermusik, sondern zum Trost derer, „die da Leid tragen“. Nachdem seine geliebte Mutter kurz zuvor gestorben war, scheint die Auseinandersetzung mit Tod und Tröstung für Brahms auch ein ganz persönliches Anliegen gewesen zu sein: „Ich habe meine Trauermusik vollendet als Seligpreisung der Leidtragenden. Ich habe nun Trost gefunden.“

So will das Requiem nicht der Toten gedenken, sondern den Hinterbliebenen Hoffnung
spenden. Letztendlich betont das Werk mehr die Verheißung von Freude und Seligkeit als den Schmerz, ohne ihn zu übergehen: Der Blick richtet sich auf den Tod und auf das
Akzeptieren der eigenen Vergänglichkeit und ist zugleich dem Leben und den Lebenden
zugewandt – voller Zuversicht bis hin zur freudigen Aussicht auf die Unsterblichkeit der
Seele.
Die einzigartige Textauswahl, aber auch die musikalische Dichte der Komposition mit einer ebenso spannungsvollen wie innovativen Harmonik lassen das Deutsche Requiem eine Sonderstellung in der Musikgeschichte einnehmen.
Vor etwa 150 Jahren erlebte die Endfassung des Requiems im Leipziger Gewandhaus ihre Uraufführung. Publikum und Presse waren begeistert, und für Brahms bedeutete das mit 35 Jahren den Durchbruch zum international anerkannten Komponisten.

Eine weitere Aufführung ist am Sonntag, 24. November, in Bad Endorf.

Kartenvorverkauf:

Buchhandlung Herzog, Wasserburg unter der 08071-4714, online auf
www.sparkasse-wasserburg.de (ticketservice) oder unter der Ticket-Hotline 08071/101-3333,
in Bad Endorf bei der Tourist-Information unter der 08053-3008-50 oder info@bad-endorf.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


Leitfaden für die Veröffentlichung von Kommentaren