Den Parkraum im Visier

Stadt Wasserburg übergibt am kommenden Freitag Parküberwachung an Zweckverband

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Beim fließenden Verkehr tut er es bereits seit zwei Jahren, jetzt übernimmt er auch die Überwachung der Parkplätze – der Zweckverband „Kommunales Dienstleistungszentrum Oberland”, kurz KDZ, wird sich ab diesen Freitag nicht nur um die Raser, sondern auch um die Falschparker in der Stadt Wasserburg kümmern. Der Stadtrat hatte bei seiner Sitzung im Oktober dafür grünes Licht gegeben. Ab 1. März gibt es jetzt neue Uniformen – die des Kommunalen Zweckverbandes  – im gesamten Stadtgebiet zu sehen. 

„Die Polizei hat an uns die Bitte herangetragen, dass wir künftig auch an den Wochenenden und in allen Stadtteilen den Parkraum überwachen sollten. Also nicht nur wochentags und in der Altstadt, wie bisher. Wir mussten feststellen, dass wir da personell an unsere Grenzen stoßen“, so Bürgermeister Michael Kölbl heute Mittag im Rathaus.

Der KDZ Oberland habe sich bei der Überwachung des fließenden Verkehrs als kompetenter Partner herausgestellt. „Dort ist man hochspezialisiert. Wir können als kleine Stadt mit relativ wenigen Leuten bei weitem nicht so flexibel reagieren, wie so ein großer Verband.“

Alle Themen zum bisher eingesetzten, städtischen Personal habe man einvernehmlich klären können, so der Bürgermeister. Eine der drei städtischen Angestellten der Verkehrsüberwachung werde künftig quasi an den Zweckverband ausgeliehen. „Sie geht also nach wie vor ihrer gewohnten Tätigkeit nach.” Für die beiden anderen Frauen habe man andere Aufgaben bei der Stadt gefunden. „Auch der Personalrat war mit dieser Lösung einverstanden.”

Der Start der Überwachung durch den KDZ am 1. März sei ideal. Kölbl: „Er fällt mit dem Aufstellen der Automaten in den Parkhäusern und am Parkplatz an der Rampe zusammen.“ (Wir berichteten.)

In den letzten Wochen habe man viele Gespräche geführt. „Der KDZ kann mehr Personal zur Verfügung stellen und sehr schnell reagieren. Wir können zudem die Zahl der Kontrollen nach Bedarf rauf und runter fahren“, so der Bürgermeister. Man werde in den nächsten Wochen prüfen, wo Brennpunkte in Sachen Falschparken sind und wo man gegebenenfalls weniger kontrollieren könne.

„Insgesamt wird der Zweckverband mit zwei bis drei Leuten im Einsatz sein, die im Monat 300 bis 400 Stunden kontrollieren werden.  Es wird jeden Tag Kontrollen geben. Nicht nur in der Altstadt, sondern beispielsweise auch in Reitmehring und im Burgerfeld”, ergänzte Claudia Schaber, Leiterin des städtischen Ordnungsamtes. „Die Angestellten des KDZ sind jeden Tag in Wasserburg.”

Bußgeld bundesweit einheitlich

Die Höhe des Bußgeldes regelt übrigens ein bundesweit einheitlicher Bußgeldkatalog. „Weder wir, noch der Zweckverband erfinden da irgendwelche Geldbußen. Wir haben uns an die einheitlichen Richtlinien zu halten”, so der Bürgermeister. Bei der Überwachung gehe es nicht um Gewinnmaximierung, sondern darum, die Park-Moral der Verkehrsteilnehmer hoch zu halten.

„Sobald wir weniger kontrollieren, sinkt die Moral in den Keller.” Und auch der KDZ habe nichts von inflationären Einnahmen. „Der muss sich nur selber tragen und keine Gewinne erwirtschaften.” Die Stadt habe übrigens beim fließenden Verkehr rund 100.000 Euro an Bußgeld jährlich eingenommen, beim ruhenden Verkehr rund 150.000.

Der Zweckverband Kommunales Dienstleistungszentrum Oberland sei übrigens nicht privatwirtschaftlich organisiert, sondern eine öffentlich-rechtliche Einrichtung, ein Zusammenschluss von rund 150 Gemeinden von Berchtesgaden bis Traunstein, so der Bürgermeister abschließend. „Da verdient sich also kein Privater eine goldene Nase.”

Auf die Kritik einzelner Autofahrer angesprochen, warum der KDZ den fließenden Verkehr nicht oder nur wenig an Gefährdungspunkten wie an Schulen oder Kindergärten kontrolliere, sondern beispielsweise zwischen den beiden Kreisverkehren in Gabersee, sagte Claudia Schaber: „Wie wünschen uns von Seiten der Stadt den einen oder anderen Ort für die Kontrolle. Der Wunsch wird aber nicht immer erfüllt. Oft werden bestimmte Abstandsflächen und technische Voraussetzungen nicht erfüllt. Das ist nicht so einfach, wie man meinen könnte. Der Standort für die Kontrolle muss vor Gericht standhalten.”

Am Anfang gibt es eine „Gelbe Karte”

Für die Parkplätze in den Wasserburger Parkhäusern und am Parkplatz an der Rampe, die bisher gebührenfrei waren, fallen ab Freitag nach der vierten Stunde Gebühren an (wir berichteten). „Am Anfang sind wir da trotz unserer neuen Verkehrsüberwachung aber noch nicht so streng”, verspricht Thomas Rothmaier, geschäftsführender Beamter der Stadt. „Wer keinen Parkschein hat, erhält erstmal eine gelbe Karte.”

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9 Kommentare zu “Den Parkraum im Visier

  1. Hurra endlich dürfen wir fürs parlen an der Rampe bezahlen und uns nebenbei noch alles in den Schlaglöchern kaputtfahren
    Habt Ihr gut gemacht.

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  2. Ich hoffe man kann es auch mit Travipay wie an den anderen Parkplätzen machen

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  3. Vielleicht parken in Wasserburg viele nicht falsch aus “mangelnder Moral”, sondern weil er einfach keinen legalen Parkplatz bekommt???

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  4. Die Schlaglöcher an der Rampe sind momentan aufgefüllt.

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  5. Hallo!! Habe vor kurzem hier bei Facebook an einer Umfrage teilgenommen, die zum inhalt hatte, wer für oder gegen die Parkgebühren ist. Und bei dieser Umfrage waren über 70% der Teilnehmenden gegen eine Gebühr fürs Parken.

    Vielleicht hätte unser Stadtrat sich derlei Umfragen ansehen sollen, bevor man zu dem jetzigen Ist-Zustand kam.

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  6. @Heinz Wollny: würde man eine Umfrage machen, ob die Leute lieber Freibier wollen, als dafür zu zahlen, dann käme auch ein sehr eindeutiges Ergebnis raus. Trotzdem würde das die Wasserburger Wirte aus guten Gründen nicht davon abhalten, weiter abzukassieren.

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  7. Ich bin natürlich auch kein Freund der Parkgebühr, aber schließlich gibt es die in jeder Stadt!!
    Was ich aber überhaupt nicht verstehen kann ist weshalb Arbeiter, die gar keine Wahl haben und das Parkhaus benutzen müssen, hierfür bezahlen. Ohne die würde es keine Geschäfte geben und es würde auch keiner zum einkaufen kommen!! Wiederum dürfen Leute die zum einkaufen kommen 4 h umsonst parken, wird hier der Arbeitnehmer ausgenommen weil er hilflos ist und gar keine andere Wahl hat?
    Ach und noch eins, wenn die Arbeitnehmer schon ein Jahresticket nehmen und das ganze Finanzieren wieso müssen die dann oben Parken bzw. um Ihren Parkplatz bangen wenn die Frei Parker (4h) die Plätze unten nutzen dürfen?
    Wenn ich schon für etwas bezahle würde ich auch gerne die besseren Plätze nutzen dürfen…

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  8. @wollny.
    Das Interessante an dieser Umfrage ist ja, dass 30% Parkgebühren zahlen wollen.
    Wollen Sie Steuern zahlen? 🙂

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  9. Würden all jene, die selbst Kurzstrecken innerhalb der Altstadt mit dem Auto zurücklegen, zu Fuß oder per Fahrrad unterwegs sein, wäre die Parkplatzsituation deutlich entspannter. Aber stattdessen ist es natürlich leichter, jetzt laut und unsachlich gegen die (in Wasserburg ab morgen ohnehin sehr moderaten!) neuen Gebühren in den Parkhäusern zu wettern.

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