„Den Menschen Freude bringen“

Zwei „Pop-Up-Stores“ wollen in Wasserburg ein wenig weihnachtliche Atmosphäre schaffen

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Weil der Christkindlmarkt in der Altstadt dieses Jahr in Zeiten von Corona ausfällt, haben Geschäftsleute vorübergehend zwei Läden geöffnet. „Das Edel-Ding“ in der Schustergasse bietet Gestecke, Kränze und Dekoration für die Festtage an (wir berichteten), während im „lo studio“ in der Postgasse Schmuck, Möbel und Kunst zum Verkauf kommen. So soll das Weihnachtsgeschäft angekurbelt werden – für die Kunden wie auch für die Anbieter, die in diesem Jahr mit Schwierigkeiten genug zu kämpfen hatten.

Man findet den Stand von Sonja Zschoch auf dem traditionellen Wasserburger Weihnachtsmarkt sonst immer gleich an der Rückseite der Frauenkirche. Das ist dieses Jahr wegen der Pandemie nicht möglich. „Aber so ganz ohne, das geht ja gar nicht“, sagt Zschoch und hat zusammen mit ihrem Mann Gerrit aus der Not eine Tugend gemacht. In der Schustergasse 4 hat sie bis 23. Dezember einen Laden angemietet, in dem ihre Waren rund um Weihnachten angeboten werden.

Dort finden sich Adventskränze, Tischgestecke, Tonengel, Hampelmänner, Bienenwachskerzen, das allermeiste frisch und von Hand von Sonja Zschoch gefertigt – die auch auf Bestellung arbeitet. „Ich habe das Kranzbinden von meiner Mutter gelernt“, sagt sie stolz und blickt auf die gut 50 Artikel im „Das Edel-Ding“.

Fast elf Monate im Jahr betreibt sie mit Gatte Gerrit eine Personalberatung, zu Weihnachten hin läuft sie ihrem Hobby zu Hochtouren auf. „Täglich von sieben Uhr morgens bis acht Uhr abends arbeite ich an meinen Gestecken“, berichtet die Wasserburgerin. „Man muss den Menschen in diesen Zeiten die Freude bringen“, sagt Zschoch und beobachtet wie ein Strahlen die Gesichter der Passanten erhellt, auch wenn sie nur zum Schauen kommen und nichts kaufen. „Das schafft Zuversicht“.

Die Materialien wie etwa Zweige oder Zapfen sammelt sie im Wald oder schneidet sie selbst in ihrem Garten und vom eigene Föhrenbaum. Manches kommt auch von den Nachbarn. Die anderen Artikel wie Figuren, Kerzen oder Metallbäumchen bezieht sie von einer Behindertenwerkstatt. Besonders freut sie sich über den Vermieter und die Stadt, die sie „völlig unkompliziert und hilfsbereit bei ihrem Projekt unterstützen. „Die Resonanz der Bürger ist jetzt schon groß“, freut sie sich. An den letzten drei Verkaufstagen vor dem Fest möchte sie einen Anteil der verkauften Waren an den Wasserburger Wunschbaum spenden. „Das Edel-Ding“ ist von Dienstag bis Samstag jeweils von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

Bis Ende Januar möchte das Wasserburger Goldschmied-Paar Werner Altinger und Maria Watzke (Foto ganz oben) seinen Pop-Up-Store „lo studio“ geöffnet lassen. Der Name ist Programm, denn Altinger lebte bis August 2019 viele Jahre lang in San Casciano und Florenz, wo er in seiner Werkstatt mit Maria Watzke seinen Schmuck fertigte. Auch für ihn bietet das Konzept der vorübergehenden Läden eine Möglichkeit, in der Corona-Zeit seine Kostbarkeiten anzubieten. Sonst ist Altinger auf Kunstmärkten und Ausstellungen unterwegs, von denen dieses Jahr alle abgesagt wurden. Außerdem unterhält er im Juweliergeschäft Ruepp seit zehn Jahren eine Präsentation – das den Künstler auch weiterhin unterstützt.

Ein seinem Laden findet der Kunde zeitlose Ohrstecker, Ringe, Halsschmuck und Schmuck für Männer – alles aus eigener Hand gefertigt. Dafür verwenden Altinger und Watzke nicht nur Materialien wie Silber und Gold, sondern auch Olivenholz, Marmor oder Terracotta. Der toskanische Einfluss ist bei einigen seiner Werke deutlich zu sehen.

Werner Altinger bietet aber auch anderen Künstlern eine Plattform, die ebenso unter der Pandemie zu leiden hatten. Zum Verkauf kommen beispielsweise Regale, Tische, Vitrinenschränke, Stühle und Bänke des Kunstschreiners Axel Klesper aus Hohenpeißenberg , der seine Stücke aus selbstgesammelten, ökologischem Birnen- oder Kirschholz fertigt. Auch einem italienischen Kollegen greift Altinger unter die Arme: Von Lenny Samperi, bekannt als „Lennowksi“ gibt es Bilder und bedruckte Seidentücher zu erwerben.

An der Frontseite seines Geschäftes möchte der Goldschmied demnächst noch weihnachtliche Beleuchtung anbringen. Geöffnet ist „lo studio“, donnerstags und freitags von 12 bis 18 Uhr und am Samstag von 10 bis 16 Uhr.

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