Den Mangel an Hausärzten im Visier

Übergabe des Förderbescheids zum LEADER-Projekt in Eiselfing

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Hinschauen und zeitnah konkrete Lösungsansätze aufzeigen, anstatt dem fortschreitenden Hausärztemangel auf dem Land tatenlos zusehen. Der Landkreis Rosenheim hat hierfür gemeinsam mit drei Gemeinden aus dem Nachbarlandkreis Traunstein eine durch das europäische LEADER-Programm geförderte Studie in Auftrag gegeben. Offiziell übergeben wurde der entsprechende Förderbescheid am heutigen Dienstag in der Praxis von Dr. Helmut Pömsl in Eiselfing.

Das LEADER-Projekt „Attraktiv für Hausärztinnen und Hausärzte: eine Region kümmert sich“ soll aufzeigen, welche Möglichkeiten sich den beteiligten Kommunen bieten, um die hausärztliche Grundversorgung vor Ort erhalten und unterstützen zu können. Projektträger ist der Landkreis Rosenheim, den Förderbescheid in Höhe von 21.500 Euro nahm stellvertretender Landrat Josef Huber in Empfang. Der Kreis und die Traunsteiner Partnergemeinden Kienberg, Obing und Pittenhart tragen die restlichen 40 Prozent der Gesamtkosten. Durchgeführt wird die Studie als erstes Kooperationsprojekt der beiden lokalen LEADER-Aktionsgruppen Mangfalltal-Inntal und Chiemgauer Seenplatte.

 

„Entscheidend ist, dass die Besonderheiten der Region berücksichtigt und Handlungsempfehlungen gegeben werden, die sich an den Landkreis beziehungsweise die Gemeinden richten und einzeln oder auch gemeinsam umsetzbar sind“, betont Gitte Händel, Geschäftsleiterin der Gesundheitsregion Plus im Landkreis Rosenheim. Konkret bedeute dies zum Beispiel Empfehlungen dazu, wie Hausärzte ihre Praxis unkompliziert übergeben und Praktika von Medizinstudenten ganz gezielt angeboten werden können. Auch Strategien, um die Region für diese Studenten grundsätzlich attraktiver zu gestalten, sind Bestandteile des Projekts.

 

Gitte Händel möchte zunächst mit Patienten aus der Region ins Gespräch kommen und neben den allgemeinen Wünschen und Anregungen aus der Bevölkerung aktuelle Entwicklungen ansprechen. Lassen sich auf dem Land Modelle wie Online-Sprechstunden via Internet realisieren? Und müssen so manche Anspruchshaltungen der Bürger bezüglich des traditionellen Hausarztmodells angesichts einer massiv zunehmenden Frauenquote in Medizinstudiengängen überdacht werden? Aufgrund der Veränderungen in der medizinischen Arbeitswelt sollen schließlich auch die Hausärzte in der Region die Möglichkeit erhalten, im Rahmen der Studie zu Wort zu kommen. GR

 

Foto (von links): Josef Huber (Obing), Christian Fechter (Lokale Aktionsgruppe Chiemgauer Seenplatte), Josef Reithmeier (Pittenhart), Gitte Händel (Gesundheitsregion Plus), Georg Baumgartner (Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Rosenheim), stellvertretender Landrat Josef Huber, Theresa Rucker (Projektingenieurin), Felix Schwaller (Lokale Aktionsgruppe Bad Aibling), Dr. Bernhard Kofler (Bayerischer Hausärzteverband), Dieter Kutschker (Ärztlicher Kreisverband Rosenheim) und Dr. Helmut Pömsl (Eiselfing).

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