Demos mit mehr als 50 Personen?

Bayerns Regierung plant ein neues Konzept in der Corona-Zeit mit Mund-Nasen-Schutzpflicht für alle

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Bayerns Regierung plant, die strikten Regeln für das Anmelden von Kundgebungen zu lockern. Kern des neuen Konzepts soll offenbar sein, Demos mit mehr als 50 Teilnehmern nicht mehr grundsätzlich zu verbieten. Dazu könnte es laut Regierung verpflichtende Auflagen geben- neben der Abstandswahrung im Einzelfall auch die Pflicht zum Mund-Nasen-Schutz für alle Teilnehmer. Viele Politiker aber haben Bauchschmerzen beim Thema Demo und Corona …

Viel zu viele Leute, zu wenige Masken, zu wenig Abstand – das ideale Super-Spreading-Event … so die Befürchtungen wegen der jüngsten Kundgebungen.

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8 Kommentare zu “Demos mit mehr als 50 Personen?

  1. Manchmal fragt man sich

    Manchmal fragt man sich schon, wo die Prioritäten der Staatsregierung liegen … bzw. ob Gleichbehandlung nicht mehr möglich ist.
    Einerseits Kundgebungen und Demonstrationen zuzulassen, ist wünschenswert und sinnvoll. Andererseits die Meinungsfreiheit als so hohes Gut anzusehen, die Religionsfreiheit aber mit den Füßen zu treten – Fronleichnam mit maximal 50 Personen, Prozession faktisch unmöglich – erscheint mir fraglich.

    Wenn man die Regelungen lockert, dann bitte für alle Lebensbereiche gleich, soweit dies unter Einhaltung der jeweiligen Maßnahmen möglich ist …

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    1. Gleichbehandlung der Kirchen ist eine sehr, sehr gute Idee. Da gäbe es so einige Privilegien zu streichen.

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      1. Vielen Dank für diese Stellungnahme, Buffo, der ich mich nur ausdrücklich anschließen kann!

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  2. Manchmal fragt man sich

    Das ein solcher Kommentar kommt, war fast schon klar…ihr Hass auf die Kirche bringt Sie auch nicht weiter.
    Wenn es darum geht, die Religionsfreiheit einzuschränken, sollte man vorsichtig sein.

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    1. Woraus leiten sie ab, dass ich einen Hass auf die Kirche habe? (Habe ich grundsätzlich nämlich nicht, insgesamt ist sie mir eher egal und für eine pauschale Beurteilung ohnehin zu vielfältig) Wo genau sehen sie ihre Religionsfreiheit eingeschränkt?

      Ich finde es nur etwas seltsam, wenn Anhänger einer Institution, die gerade in Bayern jede Menge Privilegien genießt, sich über angebliche Benachteiligungen echauffieren und mehr Gleichbehandlung anmahnen.
      Übrigens: laut Artikel plant(!) die Regierung, Kern des Konzepts soll(!) sein… und es könnte(!) verpflichtende Auflagen geben – also alles in der Schwebe und eigentlich viel zu früh, um sich aufzuregen.

      Und notfalls einfach auch mal die Fronleichnamsprozession als Demo anmelden – schon wäre die Gleichbehandlung wieder hergestellt.

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      1. Manchmal fragt man sich

        Sollte ich Ihnen mit dem “Hass” etwas falsches unterstellt haben, so bitte ich dies zu entschuldigen und ändere meine Aussage diesbezüglich: “Wem die Kirche egal ist, der sollte bei einer solchen Diskussion überlegen, bevor er sie vorverurteilt”.

        Ja, Kirchen haben in unserer Bundesrepublik eine besonders herausgehobene Stellung. Das ist (anders als Sie schreiben) nicht nur in Bayern so, sondern in ganz Deutschland und Ausprägung der (meiner Meinung nach sehr wichtigen) Religionsfreiheit. Jedoch halte ich die Einschränkungen, die die Kirchen (egal welcher Art) in der Corona-Zeit hinnehmen mussten, hingenommen haben und weiterhin hinnehmen müssen, teilweise für sehr erschreckend und ich kann in dieser Hinsicht Ihnen bei einem Kommentar wie “Gleichbehandlung der Kirchen ist eine sehr, sehr gute Idee. Da gäbe es so einige Privilegien zu streichen” nur widersprechen. Da schwingt eine Vorverurteilung der Kirche mit, die mit dem eigentlichen Punkt meiner Kommentars – die Einschränkungen der Religionsfreiheit – nichts zu tun hat. Sie machen hier eine ganz andere Diskussion auf.

        Wo genau sehe ich die Religionsfreiheit eingeschränkt? – Ich gehe mal davon aus, dass Sie in der letzten Zeit nicht in der Kirche waren und auch über keine/zu geringe Kenntnisse bezüglich der Regularien verfügen, sonst müssten Sie mir diese Frage nicht stellen. Bzw. gehe ich davon aus, dass es Ihnen wie sie selbst schreiben “eher egal” ist.

        Meiner Meinung nach beginnt eine derzeitige Einschränkung der Religionsfreiheit (für die kath. Kirche) mit den vorgegebenen zwei Metern Abstand (Warum ist das nur in der Kirche so – sonst gilt 1,5 Meter?). – Und ja, hier machen 0,5 Meter einen großen Unterschied für die Anzahl der Sitzplätze. Durch die limitierte Zahl an Plätzen ist ein “Sie müssen leider draußen bleiben” nicht ausgeschlossen, was meiner Meinung nach eine große Einschränkung der Religionsfreiheit ist.

        Auch halte ich die Einschränkungen gerade an Fronleichnam für fraglich. Was spricht gegen eine Prozession?

        Wieso ist es kein Problem, im Restaurant ohne Maske zu sitzen, während der Gottesdienstbesuchs trotz zwei Meter Abstand nur mit einer solchen möglich ist? – Meiner Meinung nach einfach eine unwürdige Art, die Messe zu feiern. Was spricht dagegen, diese nur beim rein- und rausgehen zu tragen?

        Was soll die Beschränkung auf 60 Minuten, die eine Messe momentan dauern darf?

        Anders als Sie mir unterstellen geht es nicht um ein “sich aufregen”, sondern um ein Hinterfragen der Entscheidungen, die ich offen gesagt mittlerweile für nicht mehr tragbar halte. Dass das jemand dem die Kirche “egal” ist, auch egal ist, ist sehr bedauerlich.

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  3. Eine Demonstration richtet sich in der Regel gegen Missstände. Sie sind ein wichtiges Regulierungsinstrument in einer Demokratie. Für die meisten Religionen ist die Gemeinschaft ein wichtiges Element. Das sehe ich durchaus auch so.

    Aber die Demonstration des Glaubens durch die Straßen zu tragen, ist doch eher nicht so wichtig, oder?
    Im katholischen Oberbayern ist das Brauchtum und wird schmerzlich vermisst. Aber eine Fronleichnamsprozession hat mit gelebtem Glauben nicht so viel zu tun wie mit dargestelltem. So empfinde ich das jedenfalls.

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  4. Ich hoffe, dieser “halbexterne” Link auf das Partnerportal aus Bad Aibling ist erlaubt: https://www.aib-stimme.de/2020/06/08/fronleichnam-im-biergarten/
    Das zeigt, dass Gottesdienste mit mehr als 50 Besuchern bereits möglich sind, sofern diese unter freiem Himmel stattfinden. So gesehen gibt es also tatsächlich eine Ungleichbehandlung, allerdings zu Lasten der Demos. Für diese ist die bei Gottesdiensten bereits bestehende Möglichkeit ja erst nur vage geplant.

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