Deine Wahrheit?

Premiere am Theater Wasserburg: Peer Gynt, „Opfer“ seiner eigenen Erinnerungs-Verfälschung

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Und wieder steht eine große Premiere im wasserburger Theater bevor: Unter der Regie von Nik Mayr wird ab dem Freitag, 18. Januar, das Stück Peer Gynt von Henrik Ibsen gezeigt. Es ist ein dichtes, ambivalentes und gänzlich unromantisches Drama, das eine Vielzahl von Deutungen provoziert. In unserer postfaktischen Welt, in der so viele nach Selbstoptimierung streben und unter Darstellungssucht leiden, ist es manchmal nicht ganz einfach, sich im Dickicht von vermeintlichen Lügen und Unwahrheiten zurechtzufinden … Es spielen: Patrick Brenner, Susan Hecker, Amelie Heiler, Carsten Klemm, Frank Piotraschke, Teresa Sperling.

„Luftschloss auf Luftschloss brückt es
Über Tiefen hin!
Wie Regenbogenflimmer
Frißt sich mir’s ins Gehirn.
Der Schädel nimmt keinen Rat an.“
(Henrik Ibsen, Peer Gynt)

Peer Gynt, der große Abenteurer, Phantast und Henrik Ibsens „nordischer Faust“ sitzt auf seiner Veranda und vertreibt angriffslustige Mücken.

„Fake News“ sind für den einen unglaublich unerhört, für den anderen unglaubwürdig, für die nächsten dumm und unsachlich, ein Weiterer findet womöglich seinen Glauben daran.

So spricht man vielleicht vom Hausdrachen, meint aber seine Ehefrau, oder vom Schwiegervater, dem Bergtroll.
Die Wahrheit zu finden, das gestaltet sich manchmal schwierig. Seine eigene Wahrheit, weil es am Ende nur um eine subjektive gehen kann. Es gibt so viele Realitäten – so viele wie es Menschen gibt. Und es hat garantiert jeder seine eigene.

Was geht vor in der „Welt hier hinterm Schädelgitter“? Ist er wirklich der Angeber, angebliche Lügner und Gernegroß, für den ihn alle halten – oder ist er vielmehr das „Opfer“ seiner eigenen Erinnerungs-Verfälschung?

Peer Gynt glaubt an seine Geschichten, die sein Leben bedeuten. An seine liebende Mutter Aase, die nichts auf ihn kommen lässt und sich mit der wartenden Solvejg verbündet, um drohenden Widrigkeiten besser gewachsen zu sein. So wird Gynts tatsächliche Umwelt zur Komparserie oder zum Gegenstand und Ausgangspunkt neuer Abenteuer …

Theater Wasserburg – Premiere am Freitag, 18. Januar, um 20 Uhr …

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