Das Vorhandene und das Persönliche

Galerie im Ganserhaus in Wasserburg: Außergewöhnliche Verwandlung ab Samstag

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Für die Berliner Künstlerin Katharina Reich scheint die Welt aus verschachtelten Systemen und Archiven zu bestehen. Sie will diese Systeme mit ihrer Kunst aufdecken, manipulieren, ins Absurde führen. Dazu möchte sie die Galerie Ganserhaus in Wasserburg in eine Art Gewächshaus verwandeln. Eine raumgreifende Installation aus lebendigen Pflanzen wird Räume und Besucher in eine ganz neue Situation versetzen.Vernissage ist morgen, Samstag.


Wie die Installation konkret aussehen wird, davon hat sie, wie sie sagt, „noch keine Ahnung“ – sie wird mit „dem Vorhandenen“ und dem „Persönlichen“ arbeiten und die Situation ausreizen.

Reich wird vorhandene Dinge aus der Gärtnerei Köstler in Grafing, Werkzeuge, aber vor allem auch Pflanzen aus der gewohnten Umgebung an „einen anderen Ort“ – das Ganserhaus – bringen und die Räume dort verwandeln. Dabei ist es ihr wichtig, nur Dinge zu benutzen, die dort eben schon vorhanden sind und nicht extra für die Installation angeschafft wurden.

Mitbringen wird sie lediglich LED-Leuchten in magenta-rot, blau und violett. Mit diesen Lampen versucht die Forschung momentan, das Pflanzenwachstum so zu beeinflussen, dass es in der Zukunft möglich sein soll in geschlossenen Räumen, unter der Erde oder sogar auf dem Mond Pflanzen anzubauen.

Fasziniert, aber auch mit Augenzwinkern blickt die Künstlerin auf diese Entwicklungen. Was auf unserer Erde passiert, wie wir mit unseren Ressourcen, unseren Nahrungsmitteln umgehen, diese Fragen stellt Katharina Reich unter anderem.

Dabei ist es ihr aber wichtig, in ihre Arbeit nicht nur einen politischen, sondern auch einen humorvollen Aspekt , eine Übertreibung einzubringen – dies sei stets ein wichtiger Teil ihres Schaffens und ihrer Kunst.

Das farbige Licht ist für Reich aber auch ein psychologisches Mittel, das je nach Farbe, beruhigend oder stimmungsaufhellend wirkt. Das Licht ist damit für sie „eine erweiterte Form der Malerei“, die sie im ästhetischem Sinne nutzen wird.

Das Persönliche ist für Katharina Reich ihre Biografie, ihre Identität, die sie mitbringt. Ihre Erfahrungen, die sie als „Neue“ in der Stadt machen wird, die Auseinandersetzung mit anderen während der Vorbereitung der Ausstellung, das Aushalten zwischenmenschlicher Situationen, ihre Erfahrungen. Das Vorhandene und das Persönliche zusammen zu bringen, ist Katharina Reichs Ziel für die Ausstellung.

Eine Videoarbeit wird den persönlichen Teil in die Ausstellung integrieren. Doch dazu wollte die Künstlerin vorab noch nichts berichten. Sie wird „ein Geheimnis“ mitbringen, sagt sie.

Die Vernissage der Ausstellung „Köstler seit 1864“ findet am Samstag, 10. März, um 18 Uhr in der Galerie Ganserhaus in Wasserburgstatt.

Zu sehen ist sie dann bis 8. April zu den Öffnungszeiten der Galerie:
Donnerstag bis Sonntag jeweils von 14 bis 19 Uhr.

Birgit Michaelis/Foto: Katharina Reich

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