„Das ist ein Witz und nicht durchdacht”

Musiker Roland Hefter sieht bisherige Hilfen des Freistaates für die Kultur sehr kritisch

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Er ist Schauspieler, Kabarettist, Liedermacher und Sänger – und seit 1. Mai auch noch Stadtrat in München. Den Wasserburgern ist Roland Hefter durch seine zahlreichen Auftritte in Stadt und Land (vor allem beim Frühlingsfest) bestens bekannt. Wie nahezu alle Künstler hat er mit dem Corona-Lockdown massiv zu kämpfen. Keine Auftritte mehr seit Wochen – und ein Ende der Misere ist nicht in Sicht. Gerade jetzt hätten sich Hefter und seine Musiker-Kollegen Hilfe vom Freistaat erhofft. Doch die kommt nicht. „Was da gerade läuft ist ein Witz und einfach nicht durchdacht.”

Ein Beispiel: „Wer mal schnell als Überbrückung 1000 Euro für drei Monatsmieten für seinen Proberaum beantragt hat, der bekommt anschließend keinen Cent mehr als Hilfe. Das kann doch nicht sein.” Nichtmal die Grundsicherung sei für freischaffende Musiker wie ihn drin: „Da darf man nicht mehr als 60.000 Euro an Vermögen haben. Das hat man mit einem Auto, den Instrumenten und dem Equipment doch schnell beinander. Auch dann gibt’s keinen Cent vom Staat.”

 

Hefter weiter: „Wir reden da nicht über die Musiker in Festanstellung an den staatlichen Konzerthäusern. Die bekommen ihren Gagenausfall ersetzt oder halt ihr Gehalt zum Großteil weiter. An die freie Musikszene hat bis jetzt keiner gedacht. Uns hat es am härtesten getroffen. Und das Schlimmste ist: Wir sehen kaum ein Licht am Ende des Tunnels. Keine Ahnung, wann wir wieder vor größerem Publikum spielen dürfen und etwas Geld verdienen.”

 

Natürlich könnte er jetzt auch einen anderen Job annehmen. „Aber ich bin halt professioneller Musiker mit Leib und Seele. Nur nebenbei proben oder neue Stücke schreiben, das geht einfach nicht. Wer professionell arbeiten will, der kann das nicht so nebenbei machen oder mal schnell ein Jahr komplett aussetzen.”

 

Derzeit hält sich Hefter wie viele seiner Kollegen mit seinen Rücklagen über Wasser und hofft, „dass der Staat nochmal nachjustiert. Das wäre ja nicht das erste Mal. Allerdings würde ich mir wünschen, dass man einfach mal genau nachdenkt, bevor wieder irgend eine Regelung kommt, die keinem wirklich hilft.”

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