Das hätte man anders planen können

Von Alex Rieger: Unser Kommentar zum heutigen Schulstart

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So, nun ist es also so weit. Nach sechs Wochen Zwangsarbeit als Aushilfslehrer darf ich als Alleinerziehender nun meine große Tochter (4. Klasse) wieder in die Schule schicken. Meine kleine Tochter (1. Klasse) folgt nächste Woche. Erstmal tief durchatmen, ich hab’s geschafft, ich habe „überlebt“. Ab jetzt wird alles einfacher. Wird es das wirklich?

Die Große geht zumindest mal jeden Tag in die Schule, zumindest für drei Schulstunden von 10.30 bis 13 Uhr. Die Kleine dann wochenweise, bedeutet also vor den Pfingstferien immerhin eine Woche. Aber von 8 bis 10.30 Uhr. In den Wochen in denen die Kleine nicht zur Schule geht, gibt es „wie gehabt“ Aufgaben für Zuhause.

Das Gefühl der Erleichterung bröckelt schon mal ein wenig, ist ja dann wieder eine logistische Meisterleistung nötig, aber das bekommen wir hin. Vorbei ist’s mit der Erleichterung dann schon am Ende des ersten Schultags – die Große bekommt auch noch Hausaufgaben!

Nicht falsch verstehen: Ich finde es richtig und wichtig, dass die Kinder wieder in die Schule gehen, für die Kinder, für die sozialen Beziehungen, für das Lernen. Meinen fremdgeplanten Tagesablauf für nächste Woche finde ich hingegen nicht so gut:

6 bis 8 Uhr: Kind 1 für die Schule fertig machen.

8 bis 10 Uhr: Kind 1 ist in der Schule, Kind 2 für die Schule fertig machen.

10 bis 12 Uhr: Kind 2 ist in der Schule, Kind 1 bei den Hausaufgaben betreuen.

12 bis 13 Uhr: Hier wäre jetzt mal ein Punkt an dem ich vielleicht etwas arbeiten könnte, aber halt! Die Kinder haben sicherlich Hunger und wollen ein Mittagessen.

13 bis 15 Uhr: Mittagessen, Kind 2 bei den Hausaufgaben betreuen.

Es bewahrheitet sich also die alte Weisheit: „Begegne dem Licht am Ende des Tunnels mit Argwohn, es könnte auch der entgegenkommende Zug sein!“

… meint der Alex

 

PS: Ungewöhnliche Zeiten erfordern ungewöhnliche Maßnahmen und auch diese Zeit werden wir als Familie irgendwie überstehen, aber das hätte man schon anders planen können…

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9 Kommentare zu “Das hätte man anders planen können

  1. Toll geschrieben Chapeau

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  2. Großfamilienmama

    So wahr!!
    Bei uns schaut es ähnlich aus:
    Kind 1 geht seit 27.4. wieder vollzeit bis letzte Woche.
    Ab dieser Woche nur noch Dienstag bis Freitag. Ab übernächster Woche Dienstag bis Donnerstag.
    Kind 4 geht ab nächster Woche täglich 8 uhr bis 10.30 Uhr abwechselnd mit Schule Zuhause.
    Kind 2 und 3 gehen vor Pfingsten nicht, aber Kind 2 darf dann Montag, Mittwoch, Freitag abwechselnd gehen.
    Kind 3 weiß ich noch nicht, aber mal abwarten, wann das erste Mal jemand in der Schule ist, obwohl er gar nicht dran ist 😉
    Trotzdem sind wir alle froh, dass die Kinder wenigstens wieder ein bisschen Schulluft schnuppern dürfen!

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  3. Kommt mir bekannt vor.
    Jetzt muss man seine Arbeit UM die Schule planen. 😉 Vormittag schnell zwei Stunden arbeiten, Kind 1 in Schule schicken, korrigieren was Kind 2 in den zwei Stunden zuhause gemacht hat, dann vielleicht noch a bisschen arbeiten aber man darf nicht vergessen zu kochen und dann kommt Kind Nummer 1 um 13 Uhr wieder das dann auch Hausaufgabe hat. Gott sei dank schafft es die gut selbstständig.
    Aber ja, die Organisation bedarf etwas Aufwand aber ich bin sehr froh das meine Kinder wieder in die Schule dürfen. Kind 1 hat sich sooooooo gefreut und war so selig als es wieder zuhause war. 🙂 Den Kindern fehlt einfach dieser soziale Kontakt extrem. Kind 2 darf dann nächste Woche gehen.

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  4. Hm…
    Klar ist das anstrengend, aber alleinerziehende Mütter, die arbeiten müssen, müssen ständig irgendwas tun. Kinder für die Schule, Kinder für Kindergarten. Dann schnell in die Arbeit. Dann Kinder holen, essen, Hausaufgaben. Dann ist mal ein Kind krank.

    Ferien! Gut, da sind keine Hausaufgaben, aber trotzdem hat man die Kinder den ganzen Tag und muss arbeiten…
    Da muss man jetzt nicht unbedingt wegen ein paar Wochen jammern.

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  5. Dann macht doch bitte mal Vorschläge, die wirklich für ALLE passen.
    Und wenn Ihr welche habt, bitte schreiben.

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  6. Es wird NIE etwas geben dass für alle passt.
    Seit ich die Artikel und Kommentare hier verfolgen wird fast nur gemeckert und gejammert.
    Zu laut! Zu leise!
    Zu wenig! Zu viel!
    Bei Festen, bei Parkplätzen, bei dem und da!
    Egal welche Ideen, Vorschläge usw. irgendwer wird immer meckern!
    Es ist alles wie es ist!
    Und jetzt diese Situation:
    Wir müssen alle damit zurechtkommen!
    Reißt euch einfach mal zusammen und haltet euch an die Regeln!
    Da brauch ich auch nix von Grundrechte hören.
    Regeln wie alles andere auch. Pünktlich zur Arbeit, Geschwindigkeitsbeschränkungen…Das geht doch auch!
    Zusammenreißen! Aufhören zu meckern! Die Situation vergeht wieder!
    Klar versteh ich Existensängste, aber alles andere ist wirklich halb so wild!
    Jammern auf hohem Niveau!

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    1. Das Leben geht weiter!

      Vielen Dank Steffi für diese deutlichen Worte. Ich schließe mich gerne an!

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    2. Auch von mir Danke für die klaren Worte.

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  7. Ok ich haben diesen Artikel wohl anders verstanden als andere hier.
    Auch mein Kommentar sollt, durch die Smiley kein nörgeln, beschweren oder genervt sein darstellen. Ich haben den Text einfach als Darstellung einer neuen Situation gesehen in der, der Autor, ich finde auch mit Humor zwischen den Zeilen, beschreibt wie er gerade mit der jetzigen neuen Situation umgeht.
    Ich finde es auch immer nett zu lesen wenn andere mal schreiben wie sie das so machen und das man mit vielem nicht alleine ist. Ich schreibe jetzt extra nicht “Problemen”, denn das könnte wieder falsch verstanden werden, es sind nämlich keine ” Probleme” sonder Situation die einfach neu sind. So sehe ich auch die ersten zwei Kommentar nicht als Beschwerde der Situation an, sondern einfach als ein Augenzwinkern zum jetzigen Alltag mit Familie.

    Es tut mir sehr leid das sich viele schon wieder persönlichen angegriffen fühlen und meinen hier wieder einen auf ramba zamba machen zu müssen. Ich will keine anderen Vorschläge geben wie es laufen soll. Ich finde das gut wie sie das alles machen mit der Schule. (Habe ich aber auch geschrieben oben das ich es sehr schön finde das meine Kinder wieder gehen dürfen und lieber drei Stunden als gar keine 😉 )
    Also nehmt doch mal diese Verbissenheit raus das alle und jeder sich immer nur beschweren will. Vielleicht will man sich auch einfach nur mal austauschen, neutral.
    Und wenn nur eine Mama oder Papa sagt, “Mensch wir wurschtel hier alle nur so unprofessionell durch die Gegend.” und dann mit seinen Kindern lacht und sich einfach wohler in seiner Haut fühlt ist es doch viel schöner als wenn jetzt hier wieder 10 Grandler Behauptungen aufstellen, alle Eltern wollen immer nur jammern.

    Es tut mir sehr leid das alle immer so ernst sind und in dieser Zeit immer alles so persönlich genommen wird. Ja es is doof aber wir sitzen alle im Dreck. Dann last uns doch wenigsten (denen es gut geht, denn ja es gibt auch andere Geschichten) im Dreck auch mal lachen und vielleicht ein lustigen Hut aufsetzten ;-p

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