Das Glück? Ist anderswo!

Tosender Applaus für die „Drei Schwestern" am Theater Wasserburg - Da capo am Samstag

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Starke Schauspieler, ein kluger Umgang mit dem berühmten, literarischen Stoff dank der markanten Regiehandschriften von Uwe Bertram und Nik Mayr in Teamarbeit – und das Vertrauen darauf, dass das Publikum bereit ist, mal wieder sein Hirn einzuschalten: In den Spiegel unserer Gesellschaft blickend! Tosender Beifall für die „Drei Schwestern” von Anton Tschechow – ein Stück über das langsame Verbleichen der Träume und über den unbarmherzigen Lauf der Zeit. Zu sehen am Samstag im Wasserburger Theater …

Fotos: Renate Drax

Es spielen: Julia Angeli, Malene Becker und Regina Alma Semmler sowie Laurenz Winklhofer und Hilmar Henjes.

Gelangweilt und getrieben von der Ahnung, dass das Leben doch mehr hergeben muss. Gefangen in Erinnerungen an die Vergangenheit und auf der Sinnsuche in einer vermeintlich heroischen Zukunft schlittern sie in eine dumme Selbstoptimierung. Die ach so wunderbaren Selfie-Welten lassen grüßen. Himmelhochjauchzend …

… und eigentlich doch zu Tode gelangweilt – und betrübt!

Und haben verlernt, die Gegenwart – das Jetzt – zu leben. Mit kluger Dialogkunst, subtilen Charakterstudien und der daraus sich zuverlässig ergebenden Ambivalenz der Figuren haben die beiden Regisseure Bertram und Mayr das Werk thematisch im Hier und Jetzt verortet. Aus Tschechows Provinzpersonal werden so urbane Sinnsuchende, die in Zeiten von Twitter, Facebook und Instagram in einer Bar abhängen. Glitzerbunt und stets zwischendrin befeuert durch heißen Tanz-Sound. Oder melancholisch singend, spielend – Sonderapplaus für die Protagonisten dafür!

Bei den drei Schwestern Irina, Mascha und Olga läuft sonst nichts. Das Leben ist für sie ein Hamsterrad. Es gibt keinen richtigen Konflikt oder einen triftigen Grund gehen zu wollen, alleine die alltäglichen Banalitäten zermürben sie. Die Sehnsucht heißt Moskau.

Der Ausruf „Nach Moskau!“ ist in der russischen Literatur sprichwörtlich geworden und steht für unerfüllte Sehnsucht.

Denn auch Im Verlauf des Wasserburger Abends wird „Moskau“ immer unwahrscheinlicher. Dabei wäre dort ganz sicher alles besser und lebenswerter?

Karten gibt’s online unter

https://theaterwasserburg.de/


Hinweis: Der Saal ist diesmal anders bestuhlt  …

Achtung: Der geplante Aufführungs-Abend am kommenden Freitag muss leider entfallen. Im März wird somit noch drei Mal gespielt – so auch am kommenden Samstag, 7. März, sowie am 13. und 14. März – und dann noch mal im Mai am 1., 2. und 3. zu sehen auf der Bühne des Wasserburger Theaters …

Unsere Impressionen zum Stück

Julia Angeli als Mascha.

Der sein Herz verschenkende Werschinin alias Hilmar Henjes.

Olga alias Regina Alma Semmler.

Laurenz Winklhofer als Tusenbach.

Malene Becker als Irina.

Foto unten: Herzliche Umarmung von und für Regisseur Uwe Bertram.

 

 

 

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