Das Aus für viele Helferjobs?

Zwischenbilanz der Agentur für Arbeit mit Licht und Schatten - So manche Dramen in der Krise um Geringqualifizierte

Er bleibt trotz allem optimistisch: „In Anbetracht der anhaltenden Einschränkungen zur Eindämmung der Pandemie verhält sich die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt weiterhin recht dynamisch. Seit Beginn des Lockdowns im November haben sich bis März im Agenturbezirk Rosenheim zwar 12.750 Personen arbeitslos gemeldet, jedoch haben sich in dem Zeitraum auch 11.960 wieder abgemeldet“, das sagt Michael Schankweiler, der Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit in Rosenheim heute Nachmittag in einer Pressemitteilung. Die Unternehmen würden infolge der Pandemie nun schon seit einem Jahr deutlich weniger freie Stellen melden. Dennoch sehe man aktuell, dass sich die Einstellungs-Bereitschaft wieder etwas entspanne.

Im März haben die Betriebe dem Arbeitgeberservice mit 870 in etwa so viele neu zu besetzende Stellen gemeldet wie vor einem Jahr. Der Stellenbestand bewegte sich mit 3.760 zwar noch um 13 Prozent unter dem Vorjahreswert, jedoch gibt es Bereiche, in denen sogar mehr Stellenangebote gemeldet sind als vor einem Jahr.

Beispiele seien hier die Berufszweige

Kunststoff, Kautschukherstellung, -verarbeitung (u.a. Verfahrensmechaniker*in Kunststoff- und Kautschuktechnik; Kunststoff-Formgeber*in) – und zwar 56 Stellen im Agenturbezirk,

Maschinenbau- und Betriebstechnik (158),

Mechatronik und Automatisierungstechnik (u.a. Fachkraft Mechatronik; Elektrofachkraft – Automatisierungstechnik) – 45 Stellen,

Lagerwirtschaft, Post, Zustellung (127)

sowie Büro und Sekretariat (89) .

Einen guten Überblick über freie Stellen gibt die Jobbörse der Agentur für Arbeit (www.arbeitsagentur.de). Über verschiedene Filterfunktionen lässt sich die Suche individuell eingrenzen und zusätzlich kann ein Bewerberprofil hinterlegt werden.

Schankweiler gibt jedoch zu bedenken, dass vor allem viele Helferjobs, die vor der Krise entstanden seien, vermutlich nicht mehr in diesem Umfang zurückkehren werden.

„Aufgrund der fortschreitenden Digitalisierung sowie dem Strukturwandel werden in mehreren großen Branchen aber voraussichtlich neue Arbeitsplätze entstehen, die mit anspruchsvolleren und höheren Anforderungen verbunden sind“, sagt er.

„Diese Entwicklung ist jetzt schon beim Personenkreis der Geringqualifizierten zu beobachten. Die Arbeitslosenzahl ist im Vorjahresvergleich um 1.040 auf 4.240 Personen angewachsen und damit im Vergleich bei dieser Personengruppe am stärksten gestiegen. Der Anteil macht inzwischen mehr als 40 Prozent aller Arbeitslosen aus.

Damit sich diesem Personenkreis wieder eine dauerhafte Beschäftigungs-Perspektive eröffnet, ist in vielen Fällen eine Qualifizierung sinnvoll. Dies gilt gleichermaßen für Beschäftigte, um ihren Arbeitsplatz zu sichern und den Unternehmen die Möglichkeit zu geben, sich zukunftssicher aufzustellen.

Hierfür ist die Agentur für Arbeit der erste Ansprechpartner. Neben umfassender Beratung kann beim Vorliegen der Fördervoraussetzungen eine Kostenbeteiligung bis hin zu einer vollständigen Kostenübernahme erfolgen“, so der Vorsitzende der Geschäftsführung der Rosenheimer Arbeitsagentur abschließend.

Für Qualifizierungs-Fragen stehen folgende kostenfreie Service-Hotlines zur Verfügung:

0800 4 55555 00 (Arbeitnehmer);

0800 4 55555 20 (Arbeitgeber)

Näheres auch unter https://www.arbeitsagentur.de/karriere-und-weiterbildung.

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