Darauf einen kräftigen Schluck Weißbier …

Django Asül vor 800 Zuschauern im Festzelt der Rettenbacher Burschen

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Ein Stehtisch, ein Weißbier, nach der Pause noch ein Weißbier und er: Django Asül. So präsentierte sich der TV-bekannte, türkischstämmige Kabarettist aus dem niederbayerischen Hengersberg vor 800 Zuschauern im Festzelt der Rettenbacher Burschen – sich intensiv mit seiner Restlaufzeit beschäftigend. Sein Auftritt in Rettenbach – ein Traum habe sich erfüllt, schickte Django zu Beginn voraus. Sei das Dorf doch das, was Kitzbühel für die Münchner sei. So habe sich der Django am Nachmittag noch Rettenbach eigens zeigen lassen, die 20 Sekunden sollte man sich nehmen …

Fotos: Renate Drax

 

Regional gut vorbereitet war er angereist, der Django und erntete starken Applaus für die ersten Lacher mit kommunalem Bezug. Auch Springlbach, Pfaffing oder Edling bekamen ihr Fett weg. Entschuldigung genug: Django kommt ja selbst aus dem hengersbergschen Mikrokosmos Niederbayerns.

Er begrüßte die 800 Besucher locker und charmant: Burschenvereins-Vorstand Thomas Wieser.

Wo andere mit 40 in die Midlife-Crisis schlittern, katapultiert sich Django Asül zurück ins wahre Leben und als Jugendwart in den Veteranenverein oder an die Seite seiner schlagfertigen Nichte. Lustig war’s, wenn der bayerische Türke und türkische Bayer grimassen-schneidend in die verschiedenen Rollen schlüpfte – vom Stammtisch-Bruder bis zur besagten Nichte, wenn er über Kängurus lamentierte und überhaupt beleuchtete, warum der Durchschnittsdeutsche im Schnitt jedes Jahr einige Tage älter werde, er selbst aber festgestellt habe, jedes Jahr ein ganzes Jahr älter zu werden. Seine logische Schlussfolgerung: Also laufe ihm im Vergleich zum Rest der Bevölkerung die Zeit davon!

Doch, doch – as Weißbier hod eam scho gschmeckt, nur de Realität im Leben, de schmeckt eam manchmoi ned!

Harte Realität und die verzeiht mal definitiv nichts. Da muss jeder Schuss sitzen. Der Django will deshalb der Gesellschaft noch etwas zurückgeben, zum Beispiel durch ein caritatives Arbeiten – am besten mit Hilfe der Gründung einer Bürgerwehr in seiner niederbayerischen Heimatgemeinde.

Das Thema Flüchtlinge sprach Django am liebsten aus der Sicht seines Kumpels vom morgendlichen Cappuccino-Stammtisch in Hengersberg an. Mit „Bloß, weil i nix gegen was hab, muss es ja noch lang nicht da sein“ war alles gesagt und das Lachen blieb den Besuchern bei diesem Thema öfter mal im Hals stecken.

Den Mythos Europa ergründete der Django über die griechische Mythologie. Denn Zeus sei ja schließlich verwandt mit dem bayrischen „Zois“ – also „Zahl es“, Befehlsform, eh klar!

Und auch die Autoindustrie vergaß er nicht – da würde sich eh noch so mancher umschauen, wenn er sich demnächst in sein selbst fahrendes Auto setze, um sich entspannt zum Sporteln kutschieren zu lassen und die liebe Gemahlin habe aber dem Auto einprogrammiert, den Weg zum Rasenmähen zur Schwiegermama zu nehmen …

Ob ihm in seiner Restlaufzeit das bayrische Abitur hilft, dass er ja zum Glück habe, wie der Django immer wieder betonte? So genau weiß man es nicht. Spürbar stolz ist er jedenfalls schon auf so viel Bildung – soll sie doch am Ende sitzen, seine letzte Patrone! Darauf einen kräftigen Schluck süffiges Weißbier …

 

 

 

 

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