„DANKE, ihr Helfer! Mir fehlen die Worte …”

Vermeintliche Ruhe ist wenige Tage nach der Brandkatastrophe auf dem Bauernhof in Dösdorf in der Gemeinde Frasdorf (wir berichteten) eingekehrt. Dort war durch das Feuer ein Schaden in Millionenhöhe entstanden – fast 200 Feuerwehrleute und Helfer hatten jedoch Menschen, Tiere und einen Großteil des Wohngebäudes retten können. „Von der Hilfsbereitschaft bin ich immer noch überwältigt“, das sagt heute der 50-jährige Bio-Bauer Konrad Krug. Und bedankt sich auch auf diesem Weg herzlichst bei allen Helfern …

Bei einem Treffen mit Frasdorfs Bürgermeisterin Marianne Steindlmüller im Wohnbereich des betroffenen Hauses war es Konrad Krug und der Bürgermeisterin ein großes Anliegen, sich bei der umfassenden Unterstützung von vielen Seiten  zu bedanken.

„Für die Ersthelfer von Feuerwehren, Technischen Hilfswerk, Bayerischem Roten Kreuz und Polizei war es von oberster Priorität, dass Menschen und Tiere gerettet werden“, so Konrad Krug. Dass dies gelang, war nicht leicht und selbstverständlich, denn die 105 Kühe und der Stier hatten natürlich eine außergewöhnliche Stress-Situation.

Dass außer ein paar vergänglichen Blessuren durch eine narrisch gewordene Kuh nicht mehr passierte, das sei ein glücklicher Umstand.

Als Glück bezeichneten Krug und Steindlmüller auch, dass aus der unmittelbaren und weiteren Nachbarschaft sofort Bauern zu Hilfe kamen, die einen gekonnten Umgang mit den Tieren pflegten.

Die nächste Hilfe für Bio-Bauer Konrad Krug war der Zusammenstand, den er durch die 23 Bio-Heumilch-Bauern der Molkerei Andechs erfuhr. Diese nahmen den Großteil der Tiere in ihren Stallungen bis auf Weiteres auf.

Weitere Stall-Quartiergeber waren Nachbar Josef Spiegelberger und Ulrich Fischer mit jeweils vier Kühen sowie die Heissn-Familie in Umrathshausen mit 15 Kühen. „Für die erfahrene Hilfsbereitschaft fehlen mir immer noch die Worte, da kamen aus Frasdorf und auch aus den Nachbargemeinden aktive und ehemalige Bauern, die sofort gewusst haben, wo Not am Mann war und Hand anzulegen war. Ihrer eigenen Arbeit sind sie einfach davongelaufen, um uns zu helfen“, so Konrad Krug.

Sein Dank galt auch der Gemeinde Frasdorf, sie sorgte am Unglückstag für die sofortige Unterbringung der Hausbewohner, inzwischen hat sich für alle Familienmitglieder, Mitarbeiter und Mieter eine Lösung ergeben. Auch der gemeindliche Bauhof von Frasdorf war sofort helfend zur Stelle und auch die Versorgung aller Ersthelfer mit Brotzeiten wurde von der Gemeinde Frasdorf organisiert, so dass –wie Bürgermeisterin Marianne Steindlmüller erinnerte – in der Metzgerei Bauer von Frasdorf vorübergehend der „Leberkäs-Notstand“ ausbrach. Wegen der Vielzahl an warmen Leberkäs-Semmeln, die nach Dösdorf geliefert wurden.

Wie es weiter geht, weiß Konrad Krug derzeit noch nicht. Doch er gibt gerne zurück:

Viele Dinge gelte es nun mit der Versicherung abzuklären. Nachdem er einen guten Versicherungsschutz habe, hat Krug Bürgermeisterin Marianne Steindlmüller gebeten, das gleich vom Frasdorfer Kindergarten eröffnete Spendenkonto wieder zu schließen. Die bisher darauf eingegangenen Spenden sollen nun einer Familie, die ihre Wohnung im Bauernhaus verloren hat, sowie sozialen Einrichtungen, die bei der Ersthilfe zugegen waren, zugute kommen!

„Persönlich will ich ob der geregelten Versicherungsverhältnisse keine Geldspenden annehmen, zumal ich von der enormen Hilfsbereitschaft schon sehr unterstützt worden bin“, so Konrad Krug.

Diese Hilfsbereitschaft zeigte sich auch, als kurz nach dem Brandereignis in einer Nacht nochmals Flammen aus dem Brandschutt aufkamen. Die abermals große Alarmierung der Rettungskräfte wäre zwar nicht in so hohem Maße notwendig gewesen, aber angesichts der Situation war es vernünftig, auf Nummer sicher zu gehen. Auch dafür dankte Konrad Krug den Rettungskräften. Der eingekehrten, vermeintlichen Ruhe sollen nun die weiteren Gedanken der Betroffenen und Planungen folgen.

Fotos: Hötzelsperger