„Danke, dass so viele zu Hause blieben“

Zwischenbilanz des Polizeipräsidiums Rosenheim zum Einsatzgeschehen rund um Corona  

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Seit gut einer Woche gilt für den Freistaat Bayern eine vorläufige Ausgangsbeschränkung zur Eindämmung der COVID-19-Pandemie. Seit Beginn der Beschränkung kontrollierte die Polizei im südlichen Oberbayern 20.744 Mal deren Einhaltung. Die polizeiliche Zwischenbilanz falle insgesamt positiv aus. „Die Ausgangsbeschränkungen haben eine hohe Akzeptanz und werden von den Menschen in der Region überwiegend beachtet. Schönes Wetter verursachte dabei im südlichen Oberbayern einen erhöhten Kontroll- und Überwachungsaufwand für die Polizei. Festgestellte Verstöße wurden auch hier konsequent geahndet”, so ein Sprecher.

Insgesamt wurden bis heute, Sonntag, rund 1.169 Verstößen festgestellt. 1.019 dieser 1.169 Verstöße waren wegen Missachtung der Ausgangsbeschränkung.

In 679 Fällen wurden diese Verstöße angezeigt, in den anderen Fällen blieb es bei einer mündlichen Verwarnung.

Der seit der Ausgangsbeschränkung einsatzreichste Tag für die Beamtinnen und Beamten im Bereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd war der gestrige Samstag.

Mit 200 Einsätzen mit Bezug zur COVID-19 Pandemie wurde hier ein neuer Höchstwert erreicht.

Zum Einsatz kamen neben den Dienststellen des Präsidiums und der „Alpinen Einsatzgruppe” auch Unterstützungskräfte der Bereitschaftspolizei sowie die Polizeihubschrauberstaffel. Allein an diesem Tag wurden von den eingesetzten Kräften 3.031 Kontrollen durchgeführt, bei denen 504 Verstöße festgestellt wurden. Dabei wurden 186 Anzeigen erstattet.

Ein besonderes Augenmerk bezüglich der Einhaltung der Auflagen (unter anderem keine Gruppenbildung, Mindestabstand 1,50 Meter, sozialer Kontakt nur zu im selben Hausstand lebenden Angehörigen) richtete sich auf Grund des schönen Frühlingswetters auf die Regionen mit beliebten Ausflugszielen.

Im Landkreis Rosenheim waren vor allem die Ausflugsparkplätze im Gebiet der Chiemgauer Alpen zu drei Vierteln gefüllt. Die übrigen Ausflugsparkplätze wurden höchstens zur Hälfte genutzt. Auch hier verteilte sich das Verkehrs- und Personenaufkommen gut, so dass es zu keinen Gruppenbildungen kam.

Im östlichen Bereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, insbesondere im Landkreis Berchtesgadener Land, wurden keine nennenswerten An- und Abreisebewegungen festgestellt. Insgesamt konnte dort sowohl das Verkehrs- als auch das Personenaufkommen als schwach eingestuft werden.

Im Tegernseer Tal kam es zu lebhaftem Ausflugsverkehr, wobei dieser in der Ausflugsregion größtenteils ohne Gruppenbildung verlief.

Im westlichen Bereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd füllten sich im Laufe des Samstags die Wanderparkplätz insbesondere in den Zuständigkeitsbereichen der Polizeiinspektionen Garmisch-Partenkirchen, Bad Tölz und der Polizeistation Kochel und stießen teilweise an ihre Kapazitätsgrenzen. Am Ostufer des Starnberger Sees war ebenfalls starkes Personenaufkommen zu verzeichnen.

Insgesamt hätten die Menschen allerdings Verantwortung gezeigt, in dem sie die Beschränkungen zur Eindämmung des Infektionsrisikos nahezu durchweg beachteten. Dafür bedankt sich das Polizeipräsidium Oberbayern Süd mit allen seinen Dienststellen mit einem herzlichen „Vergelt´s Gott!“. 

Dennoch möchten sich Polizeipräsident Robert Kopp und Polizeivizepräsidentin Schichl mit diesem eindringlichen Appell an die Bevölkerung wenden:

„Die erste Woche der Ausgangsbeschränkung liegt hinter uns. Wir sind froh, dass die Ernsthaftigkeit der Lage, die durch die COVID-19 Pandemie ausgelöst wurde, dem überwiegenden Teil der Bevölkerung mittlerweile bekannt ist. Dementsprechend umsichtig und besonnen wird in den meisten Fällen gehandelt. Unseren Kolleginnen und Kollegen, die Tag und Nacht für Sie und Ihre Sicherheit im Einsatz sind, ist ein hervorragender Mix aus Augenmaß, Fingerspitzengefühl und Konsequenz bei der Überwachung, Kontrolle und Durchsetzung der Regeln gelungen. 

Fest steht aber auch: Die Ernsthaftigkeit der Situation haben leider noch immer nicht alle erkannt. Gegen diejenigen, die durch ihr unvernünftiges und uneinsichtiges Verhalten die Gesundheit und das Leben anderer riskieren, werden wir weiter konsequent vorgehen. 

Wir werden nicht müde, an Sie zu appellieren: Beachten Sie die Verbote und Beschränkungen! Halten Sie Abstand und beschränken Sie Ihre persönlichen Kontakte auf ein Minimum! Passen wir gut aufeinander auf – Damit retten wir gemeinsam das Leben von Menschen! Zeigen Sie Solidarität und übernehmen Sie damit Verantwortung für sich und andere!“

Die Bayerische Polizei wird die Einhaltung der Ausgangsbeschränkung sowie die Veranstaltungsverbote und Betriebsuntersagungen auch weiterhin intensiv kontrollieren, Verstöße dagegen konsequent unterbinden und zur Anzeige bringen.

So berichteten wir bereits über einen jungen Mann aus dem Landkreis Rosenheim, der am späten Freitagnachmittag in sozialen Netzwerken gepostet hatte, dass er eine „Corona-Party“ besuchen werde und andere hierzu mit einlud. Wenig später musste er sich einer Streifenwagenbesatzung gegenüber erklären. Er gab an, das alles nur verbreitet zu haben, „um zu provozieren“. Nach dem Motto: „Die Strafe folgt auf dem Fuß“ bekam der junge Mann bereits letzte Woche eine Kostenrechnung für den von ihm ausgelösten Polizeieinsatz zugesandt. Diese Rechnung sowie das Bußgeld auf Grund eines Verstoßes nach dem Infektionsschutzgesetz werden ihn einen mittleren dreistelligen Betrag kosten.

Deutlich teurer dürfte es für einen 23-jährigen Betreiber einer Shisha-Bar im Landkreis Berchtesgadener Land werden, der am späten Freitagabend in seinem geschlossenen Lokal eine private Feier mit mehreren Personen abhielt. Auch hier wurden der Verantwortliche und alle Anwesenden angezeigt.

Sicherheit im Herzen – Zukunft im Blick!

Für Fragen zur Ausgangsbeschränkung sowie zu den Veranstaltungsverboten und Betriebsuntersagungen bitten wir auch weiterhin, nicht den Polizeinotruf 110 oder die örtlichen Polizeiinspektionen anzurufen. Die häufigsten Fragen zur Ausgangsbeschränkung werden hier beantwortet:

https://www.corona-katastrophenschutz.bayern.de/faq/index.php

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3 Kommentare zu “„Danke, dass so viele zu Hause blieben“

  1. “Danke, dass so viele zu Hause bleiben”….. Über 3000 Kontrollen und mehr als 500 Beanstandungen …. das finde ich jetzt nicht wirklich einen Grund für ein Dankeschön seitens der Polizei.

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    1. Hallo Holzeisenbahn, nach meiner Berechnung haben sich fast 84% völlig korrekt verhalten. Die Polizei bedankt sich bei dieser so eindeutigen Mehrheit.

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      1. Leider geht es in diesem Zusammenhang nicht um rein persönliches Fehlverhalten, dass dann auch nur die entsprechende Person betrifft. Eine große Mehrheit wird von einer scheinbar unbelehrbaren Minderheit bewusst in Gefahr gebracht. Ihre 16% der Bevölkerung, die in dieser Rechnung übrig bleiben, sind deutlichst zu viel.

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