Corona-Krankheitsbild NICHT einheitlich

Fieber und Husten haben nicht mal 50 Prozent - Auch Schmerzen im Bereich des Brustkorbs häufig

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Es kann sein, dass die Dunkelziffer – die Zahl der tatsächlich Corona-Infizierten – weit höher liegt, als vermutet: Denn hieß es zu Beginn, dass Husten und Fieber bei bis zu 80 Prozent (!) der erfassten Fälle vorkämen, teilte jetzt der Präsident des Robert-Koch-Instituts Lothar Wieler mit, dass diese Symptome in Deutschland nur bei eher 40 bis höchstens 50 Prozent der Infizierten festgestellt werden könne! Das Krankheitsbild sei weit weniger einheitlich, als bislang angenommen. So würden offenbar häufig auch Schmerzen im Bereich des Brustkorbs vorkommen – ohne Fieber, ohne Husten.

Auch Schweizer Notfallmediziner weisen jetzt darauf hin, dass die Symptome der Erkrankung Covid-19 oftmals unspezifisch seien und sie womöglich öfter als vermutet als medizinisches Chamäleon auftrete. Die dominierenden – und manchmal einzigen – Beschwerden waren auch Gliederschmerzen, diese allerdings begrenzt auf den Brustkorb sowie Schultergürtel und Nacken. Lungenärzte wissen, dass diese Symptome bei einer untypischen Lungenentzündung vorkommen können.

Über den markanten Geruchs- und Geschmackssinn-Verlust als Corona-Symptome haben wir bereits ausführlich berichtet.

Im Kampf gegen die Pandemie drängt das Innenministerium in Deutschland nun verstärkt darauf, das Testen und Isolieren der infizierten Personen zu forcieren. Jeder Infizierte – ob er es wisse oder eben nicht – sei Überträger an bis zu vier/fünf Personen im Durchschnitt, so die Experten.

Die bei weitem wichtigste Maßnahme gegen das Virus sei den Experten zufolge demnach das Testen und Isolieren der infizierten Personen.

Getestet werden sollten sowohl Personen mit Eigenverdacht, als auch der gesamte Kreis der Kontaktpersonen von positiv getesteten Personen. Die Fachleute hoffen, dass die Testkapazität in Deutschland sehr schnell hochgefahren werden könne.

Die bisherige Methode nach dem Motto – wir testen, um die Lage zu bestätigen – müsse abgelöst werden durch den Ansatz: Wir testen, um VOR die Lage zu kommen.

Corona-Testzentrum auf der Loretowiese

Der Ärztliche Kreisverband Rosenheim hat am vergangenen Dienstag mit Unterstützung der Stadt Rosenheim ein Corona-Testzentrum auf der Loretowiese in Rosenheim in Betrieb genommen. Dort werden ausschließlich Personen getestet, die von ihrem Hausarzt per Überweisungsschein direkt dorthin verwiesen werden. Geplant und möglich seien aktuell etwa 80 Patientenabstriche pro Tag.

Dabei ist auf folgendes Vorgehen zwingend zu achten:

Bei Beschwerden nimmt der Patient telefonisch Kontakt zum Hausarzt auf und schildert seine Symptome.
Anhand eines Fragenkatalogs stellt der Hausarzt fest, ob eine Testung des Patienten sinnvoll ist.
Falls ja, erhält der Patient auf sicherem Weg ein Teströhrchen und einen Überweisungsschein, mit dem er sich im Testzentrum auf der Loretowiese vorstellt.
Dort wird ein Abstrich entnommen und ins Labor geschickt.
Die Testergebnisse schickt das Labor an den Hausarzt, der den Patienten informiert.
Zwischen der Testung und der Ergebnismitteilung hat der Patient in häuslicher Quarantäne zu verbleiben.
Es ist unbedingt zu beachten, dass ohne Rücksprache mit dem Hausarzt und ohne Ausstellung eines Überweisungsscheins kein Abstrich erfolgt.

Die Bevölkerung wird gebeten, das Testzentrum nicht zu behindern und nur anzufahren, wenn ein Patient vom Hausarzt einen Überweisungsschein für das Testzentrum und ein Teströhrchen für den Abstrich erhalten hat. Im Testzentrum erfolgt ausschließlich ein Abstrich, keine weitergehende ärztliche Untersuchung oder Versorgung.

Mit der Einrichtung des Testzentrums aus der Loretowiese sollen der stark belastete Hausbesuchsdienst der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern (KVB) und die Hausärzte entlastet sowie knappes Infektionsschutzmaterial eingespart werden.

Auch in Bad Aibling wird jetzt eine Anlaufstelle für Corona-Patienten eingerichtet. Dafür werde eine ehemalige Praxis am Bichl reaktiviert. Ab kommenden Montag werden hier immer zwischen 10 und 12 Uhr Tests vorgenommen – siehe Hinweise weiter oben!  Träger der Einrichtung sei die Stadt.

 

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6 Kommentare zu “Corona-Krankheitsbild NICHT einheitlich

  1. Warum hat man solche Testzentren nicht schon angefangen einzurichten, als die Experten Anfang des Jahres vor diesem Szenario warnten? Man hat von Seiten der Politik zwei Monate durch ignorieren verschlafen – Danke dafür!

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    1. Haben Sie sich Anfang des Jahres schon in Quarantäne begeben, als da Virus aufkam? Wahrscheinlich nicht.
      Keiner weiß, wie sich die Pandemie entwickelt und man kann nicht von heute auf morgen alles zu 100% veranlassen. Die ständige Kritisiererei und Besserwisserei mancher Menschen, die von selbst nichts unternehmen und nur drauf warten, dass Andere etwas tun, damit sie dann wieder einen Grund zum Mosern haben, sollten nicht toleriert werden und in ihre Schranken zurückgewiesen werden.

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      1. Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Selbst Politiker sagen mittlerweile, dass man viel zu spät reagiert hat. Man hat die Zeit des Agierens verschlafen und kann jetzt nur noch reagieren.

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  2. Da bin ich überhaupt nicht bei ratzfatz.
    Schauen Sie sich die Fall und Todeszahlen prozentual zur Bevölkerung an und vergleichen Sie das mit allen anderen Ländern! In meinen Augen wurde nirgends so schnell und gut reagiert als bei uns, hinzu kommt noch das beste Gesundheitswesen und die meisten Tests. Es wird sich alles noch verschlechtern…aber ich habe das Gefühl wir sind gerüstet so gut es geht. Danke an alle!
    Oder wer wäre jetzt lieber in Großbritannien, den USA oder Spanien?

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  3. Nachher reden ist immer leicht, NIEMAND konnte wissen, welche Ausmaße das ganze annimmt. Und man sieht sehr gut, dass sich die Menschen nicht an die Empfehlungen Kontakte zu reduzieren gehalten haben als es schon angebracht war. Deshalb auch die Ausgangsbeschränkung. Was hätten Teststationen genutzt wenn keiner hingegangen wäre. Die Menschen brauchen den Druck anders geht es eben nicht. Man hätte auch letztes Jahr im Sommer schon anfangen können, weil vielleicht eine Pandemie kommt. Mehr Dankbarkeit für das was jetzt geleistet wird wäre angebracht.

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