Corona konnte sie nicht aufhalten

181 Absolventen: Abitur und Fachabitur an der Beruflichen Oberschule Wasserburg

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Ein ganz besonderes Schuljahr haben auch die Absolventen der Beruflichen Oberschule Wasserburg nun hinter sich gebracht. Corona, natürlich, hat auch hier die Welt verändert. Dennoch haben sich insgesamt 181 Absolventinnen nicht aufhalten lassen, wobei 147 die 12. Klasse (Fachabitur) und 34 die 13. Klasse (Abitur) erfolgreich gemeistert haben. Frei nach dem Motto „It seems impossible until it is done.“ (Nelson Mandela) haben sie das, was ab dem 13. März, dem Tag, an dem die allgemeine Schulschließung ausgerufen wurde, streckenweise von so manchem Schüler und Lehrer erst einmal als „unmöglich” angesehen wurde dennoch gemeinsam mit ihren Lehrkräften einfach „gemacht” und nun ist es geschafft.

Sie haben trotz der in diesem Schuljahr vielen ungewohnten Umstände – von Fernunterricht bis Präsenzunterricht unter strengen Hygienevorschriften – ihr Ziel erreicht. Knapp 15 Prozent% konnten sogar einen Traumabschluss mit einer Eins vor dem Komma erreichen. Die Notendurchschnitte zeigen keinen negativen Corona-Effekt.

In klasseninternen Abschlussfeiern und unter Einhaltung der notwendigen Hygienevorschriften wurden den Absolventen nun ihre Fachabitur- beziehungsweise Abiturzeugnisse überreicht. Die Feiern für die Klassen wurden individuell von je zwei Lehrkräften organisiert und waren ganz unterschiedlich gestaltet. So gab es in einem Raum mal Musikbeiträge von Schüler- oder Lehrerseite oder eben aus der Konserve, nebenan vielleicht eine Tanzeinlage, anderswo Gedichte und vieles mehr.

Nirgends durften natürlich feierliche Reden und Glückwünsche bei der Überreichung der Zeugnisse fehlen. Es war jeweils ein kleiner, fast intimer Rahmen, in dem, angepasst an die Wünsche und Beiträge der Beteiligten, der Abschluss auf ganz unterschiedliche Weise zelebriert werden konnte.

Statt vieler Reden von Vertretern der Politik oder der Schulgremien, die kurzerhand als Grußworte den Zeugnissen beigelegt wurden, richteten die Klassenleitungen sowie die Klassensprecher recht persönliche und auf die jeweilige Klasse zugeschnittene Worte an die je ein großes Klassenzimmer füllende Gemeinschaft.

Vertreterinnen des Elternbeirats besuchten jede Klasse und gratulierten den Absolventen und überreichten allen als Erinnerungsgeschenk eine ganz besonders bedruckte Kaffeetasse für die „Mit Abstand Besten”. Die Schulleitung ließ es sich natürlich auch nicht nehmen, vorbeizuschauen und noch einmal persönlich, quasi „face-to-face”, zu gratulieren und dabei auch die Jahrgangsbesten zu ehren.

Schulleiterin C. Romer hatte schon im schriftlichen Grußwort betont, dass die Ehemaligen mit Recht darauf stolz sein dürften, mit Einsatzwillen und Durchhaltevermögen die besondere Situation der letzten Monate mit all den ganz neuen Wegen und Hindernissen gemeistert zu haben. Sicher seien die Absolventen nun gestärkt und voller Selbstbewusstsein aus dieser Situation hervorgegangen und nähmen das Bewusstsein dieser Stärke mit für ihre Zukunft voller Elan und Zuversicht.

Der Elternbeiratsvorsitzende Wolfgang Altinger hatte in seinem Grußwort noch befürchtet, dass diese Gruppenfeiern im Vergleich zu der ansonsten an der BO Wasserburg üblichen großen Abschlussfeier auf gut bayerisch „ebbs und nix‘“ sein könnten. Die fröhlichen Gesichter, die die Schule am Montag beziehungsweise Dienstag Abend verließen, schienen das jedoch nicht zu bestätigen. Die BO Wasserburg zeigt hier ihr Profil: Eine Schule nahe am Schüler – diesmal aufgrund der Umstände einfach sehr individuell und nahe im Klassenverband.

Leider fehlten die Angehörigen und Freunde zum Mitfeiern. Deshalb legten die Lehrkräfte den Absolventinnen ans Herz, dass diese jenen, die sie auf ihrem Weg immer unterstützt haben, auch den Dank und Grüße der Lehrkräfte aussprechen und sich im Rahmen von privaten Familienfeiern ganz bewusst gemeinsam mit diesen Wegbegleitern über den Erfolg freuen sollen.

 

Die Jahrgangsbesten der Beruflichen Oberschule Wasserburg

Josef Bierwirth, Berufsoberschule 12 Technik, Schnitt 1,2 aus Rechtmehring

Meiner Meinung nach ist es sehr wichtig, dass man von Anfang an mitarbeitet und nicht in Prokrastination verfällt. Dann ist auch die Zeit vor den Prüfungen entspannter. Man sollte sein Bestes geben und dann auch mit dem Ergebnis zufrieden sein. Ich habe meine Zeit an der BOS Wasserburg sehr genossen. Unsere Lehrkräfte haben uns stets gut betreut und uns auch zum Lernen animiert, wenn es nötig war und auch der Zusammenhalt in der Klasse war größtenteils sehr gut. Ich werde nächstes Jahr noch die 13. Klasse besuchen, um mein allgemeines Abitur zu erlangen. Es freut mich sehr, dass unser Jahrgang als erster die 13. Klasse im technischen Zweig an der BOS Wasserburg besuchen darf. Danach habe ich vor, einen natur- bzw. ingenieurwissenschaftlichen Studiengang zu belegen. 

 

 

Markus Schüller, Berufsoberschule 13 Wirtschaft, Schnitt 1,3 aus Ramerberg

Ich denke, dass in meinem Fall vor allem drei Attribute zum Erfolg geführt haben: Zielstrebigkeit, Motivation und Disziplin. Nach meiner Berufsausbildung und ersten Berufserfahrungen habe ich mich gezielt für ein Studium und als Zwischenschritt die BOS entschieden. Die Motivation war durch das gesteckte Ziel natürlich groß. Ich bin davon überzeugt, dass man mit dem Weg über eine Berufsausbildung zum Abitur einen entscheidenden Vorteil gegenüber anderen Abiturienten hat, da man in Sachen Lernbereitschaft und Persönlichkeit schon weiter ist. Nach Realschule, Berufsschule und jetzt BOS ziehe ich ein sehr positives Resümee: Neben vielen Freunden, durfte ich auch einige sehr gute und engagierte Lehrkräfte kennenlernen, die die Schüler stets gefordert und gefördert und den Grundstein für erfolgreiche Abschlüsse gelegt haben. Ich habe inzwischen ein duales Studium zum Wirtschaftsingenieur begonnen. 

 

Lisa Niedermaier, Berufsoberschule 12 Wirtschaft, Schnitt 1,3 aus Babensham

Ein richtiges Erfolgsgeheimnis für meine Leistungen habe ich nicht, aber zu versuchen, aus dem Unterricht möglichst viel mitzunehmen, erspart schon viel Lernerei. Konstant am Ball zu bleiben hilft definitiv, einen kleinen Vorsprung zu haben. Zugeflogen kamen mir meine Noten nicht, ich musste schon etwas dafür tun, aber mir fiel das Lernen schon immer relativ leicht. Wenn ich ehrlich bin, habe ich mir zu gewissen Zeiten schon gedacht, dass ich, wenn ich normal zur Arbeit gehen würde, gerade mehr Freizeit hätte. Allerdings gab es auch stressfreie Phasen, in denen man das Schülerleben schon genießen konnte. Mir persönlich hat hier Corona auch sehr in die Karten gespielt, da es mir leicht fiel, mir den Unterrichtsstoff selbst zu erarbeiten. Für mich geht es jetzt noch weiter auf der BOS, um die allgemeine Hochschulreife zu erlangen. Anschließend möchte ich studieren. 

 

Maria Mayer, Klasse Fachoberschule 12 Technik, Schnitt 1,4 aus Warmeding/Babensham

Wie kam es zu meinem Erfolg? –  Mir fällt es einfach leicht, naturwissenschaftliche Fächer zu verstehen und ich habe ein einigermaßen gutes Gedächtnis, um mir im Unterricht Gesagtes direkt merken zu können. Über meine Schulzeit kann ich nichts Besonderes berichten, noch ist sie allerdings nicht vorbei. Als Nächstes gehe ich in die 13. Klasse, um nach Erlangung des Fachabiturs dieses Jahr dann nächstes Jahr noch das Abitur und damit die Zugangsberechtigung zu einem Universitätsstudium zu bekommen. Für den genauen Weg für die Zeit, wenn die Schule wirklich vorbei ist, habe ich noch keine konkreten Pläne. Allerdings denke ich natürlich daran, zu studieren. 

 

Magdalena Manzinger, Klasse Berufsoberschule Wirtschaft, Schnitt 1,5 aus Rechtmehring

Mir persönlich hat es sehr viel gebracht, wenn ich bereits im Unterricht viel mitgearbeitet habe. Zum einen habe ich den Stoff dann meistens schon relativ gut verstanden und musste ihn zu Hause nur noch vertiefen, zum anderen hat mir das natürlich auch sehr gute Mitarbeitsnoten eingebracht. Allein das hat viel zu meinem Schnitt beigetragen. Da ich nebenbei noch arbeitete, gab es schon Zeiten, die sehr stressig waren, aber da ich eben in der Schule schon mitgearbeitet hatte, hatte ich dann zu Hause deutlich weniger zu lernen. Das Homelearning während Corona hat mir persönlich zugesagt, da ich in meinem eigenen Tempo lernen konnte. Wenn ich Fragen hatte, wusste ich, dass ich mich an die Lehrkräfte wenden kann. Im Oktober beginne ich nun ein duales Studium. 

 

Anna Nappert, Fachoberschule Soziawesen, Schnitt 1,5 aus Oberseeon/Moosach

Ich würde sagen, dass das Erfolgsgeheimnis darin besteht, während der gesamten Oberstufe ein Ziel vor Augen zu haben, wodurch man sich dann leichter zum Lernen motivieren kann. Natürlich hilft es, immer gut mitzuarbeiten, so dass man sich vor den Prüfungen die nötige Ruhe gönnen kann, um dann gestärkt in die Prüfungen zu gehen – und am wichtigsten: den Glauben an sich selbst nie zu verlieren! Wie meine Schulzeit war? – Ich würde sagen, mal so und mal so. Aber im Großen und Ganzen habe ich die Schule meist positiv gesehen: enge Freundschaften, die entstanden sind, wertvolle Erfahrungen, die ich durch unzählige Praktika, aber auch allgemein im Schulalltag sammeln durfte und unvergessliche Momente, die ich nie vergessen werde. Kommendes Jahr werde ich hier an der BO Wasserburg noch mein allgemeines Abitur anstreben um dann, nach 13 Jahren Schule, endlich Lehramt studieren zu können. 

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