Cannabis-Legalisierung heißes Thema

Antwort auf Drogenbeauftragte Daniela Ludwig: Der Hanf-Experte Christoph Roßner (51) im Exklusiv-Interview

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Noch immer kommentieren die Leser teils sehr kontrovers die Meinung der Bundesdrogenbeauftragten Daniela Ludwig aus Rosenheim, wonach der Konsum von Hanf-Produkten ein „No Go“ sei. Die Wasserburger Stimme sprach jetzt mit dem Legalisierungs-Fürsprecher Christoph Roßner, der international vernetzt ist und klarstellt: „Hanf ist das grüne Gold!“ Roßner ist Koordinator eines interdisziplinären Forschungsverbundes, dem er zusammen mit Professor Dr. Gundula Barsch von der Hochschule Merseburg und anderen Wissenschaftlern angehört.

Im Rahmen dieser Tätigkeit war Roßner von der WHO 2018 zur 40. und 41. ECDD-Konferenz nach Genf eingeladen (Expert Committee on Drug Dependence – Anm. d. Red.). Auch beim bayerischen Gesundheitsausschuss war er schon zu dem Thema geladen.

Unser exklusives Interview zur Thematik rund um Cannabis:

Herr Roßner, wofür setzen Sie sich in diesem Zusammenhang ein?

Ich setze mich für eine Gleichstellung für Hanf mit anderen Teedrogen ein, wie beispielsweise Tee, Kaffee oder Baldrian. Kurz und deutlich: Legalisiert Cannabis!
Im Gegensatz dazu enthält Tabak wirklich gefährliche Toxine, die schnell und stark abhängig machen sowie tödlich giftig sind.

Führt Cannabis nicht auch in die Sucht?

Hanf enthält nur natürliche Cannabinoide und die sind weder toxisch noch anderweitig gefährlich. Wir haben genug wissenschaftliche Erkenntnisse und Langzeitstudien aus Ländern, die Hanfkonsumenten schon länger nicht mehr strafrechtlich belangen. Diese und meine eigenen Erfahrungen belegen, dass reiner Hanfkonsum mit der richtigen Darreichungsform weder gesundheitliche Gefahren noch eine Suchtgefährdung birgt. Das Gehirn wird nicht, wie fälschlich behauptet, geschädigt. Das hat eine Studie aus den USA bewiesen, die 15-jährige Kiffer über 15 Jahre begleitet hat.

Ist Cannabis für Sie eine Einstiegsdroge?

Definitiv nein! Zucker ist eine Droge, weil er direkt in das Belohnungssystem unseres Gehirns eingreift und fast sofort psychisch abhängig macht. Zucker fordert in Deutschland jährlich Hunderttausende von Todesopfern wegen Folgeerkrankungen – mehr Menschen als alle illegalen Drogen zusammen. Das sollte als Gefahr für die Jugend benannt werden, nicht das Kiffen.

Die Gegner einer Legalisierung sehen Cannabis als besonders schädlich für Jugendliche an. Befürworten Sie ein Mindestalter?

Jugendschutz kann nur funktionieren, wenn man mit Lügen aufhört und mit den Kindern auf Augenhöhe diskutiert. Die meisten Eltern haben ein Hanfproblem, weil Unwahrheiten verbreitet sind und sie Angst vor dem Unbekannten gaben. Jugendschutz funktioniert nicht mit Verboten, sondern durch Vorleben und das geht nur, wenn der Staat die Erwachsenen für ihren etwaigen Hanfkonsum nicht mehr kriminalisiert.

Ist der Stoff also ungefährlich?

Natürlich birgt Cannabis auch Gefahren, nämlich die Strafverfolgung oder den Führerscheinentzug. Die Bestrafung ist das größte Problem, denn das fördert den Schwarzmarkt, der unkontrolliert horrende Preise für gepanschte Ware verlangt. Die Beimischungen von künstlichen Cannabinoiden, Opiaten oder Fentanyl – darin besteht die größte und tödliche Gefahr. Dies alles könnte mit einem geregelten Markt bekämpft werden.

Welche Erfahrungen haben Sie selbst mit Cannabis?

Ich habe es geschafft, mit Alkohol und Tabak aufzuhören. Das hatte zur Folge, dass ich jetzt mit über 50 Jahren topfit bin und trotz meiner chronischen Schmerzen, die ich durch einen Arbeitsunfall erlitten habe, leistungsfähig und lebenslustig bin. Hanf, wohlgemerkt ohne Verbrennung, hat mein Leben lebenswert gemacht.

Was sagen Sie zu Forschungen, wonach Hanf die Hirnleistung verringert oder gar Psychosen, Angststörungen oder Depressionen auslöst?

Viele dieser Forschungen sind aus einer Zeit, in der ein Grund gesucht wurde, Cannabis komplett weltweit zu verbieten. Schon Anfang des vorherigen Jahrhunderts wurde die Hanffaser durch Lobbyinteressen geächtet und kriminalisiert. Bis dahin war der sogenannte Knaster der Trostspender des kleinen Mannes. In den 60er und 70er Jahren wurde dann massiv durch die Pharmalobby Einfluss auf die Gesetzgebung genommen, um bestimmte Heilpflanzen zu verbieten. Hanf ist nur aus rein finanziellen Gründen verboten worden. Forschungen, die eine Gefahr von Hanf belegen, werden immer mehr als fehlerhaft entlarvt.

Was hätte die Legalisierung für Folgen?

Wir hätten rund 2,5 Milliarden Euro mehr Steuereinnahmen, wenn man Hanf wie Tabak besteuern würde. Die Polizei hätte etwa 75 Prozent weniger Einsätze und die Justiz könnte ungefähr 900 Millionen Euro jährlich einsparen. Doch das Wichtigste wäre, dass endlich der Verfolgungsdruck aus der Gesellschaft genommen würde.

Was macht Sie zum international anerkannten Experten?

Mein Wissen über die vielseitige Nutzung von Hanf habe ich mir mit Studien und Forschungen die letzten 35 Jahre autodidaktisch beigebracht, obwohl das illegal ist/war. Diese Arbeit und der Zusammenschluss auf internationaler Ebene haben mir die Möglichkeit gegeben, mein Wissen über Hanf zu vergrößern, weiter zu geben und andere dazu zu bewegen, auch Forschungen an dieser Pflanze vorzunehmen.

Sie haben sogar ein Unternehmen gegründet, das sich ausschließlich mit der Erforschung von Hanf beschäftigt …

Nach 15 Jahren Planungszeit und fünf Anträgen bei der Bundesopiumstelle habe ich vor fünf Jahren „Bunker Pflanzenextrakte GmbH“ gegründet und zusammen mit Professor Dr. Wolfgang Eisenreich von der TU München dann ein einzigartiges Forschungsprojekt zu hoch THC-haltigem Hanf ins Leben gerufen. Daraus hat sich dann die Firma www.xphyto.com entwickelt. Mittlerweile hat das Unternehmen eine Börsenwert von ca. 200 Millionen Dollar.

„Verkrustete Denkweisen“

Wie waren Ihre Kontakte zur Politik bisher?

Marlene Mortler, die Bundesdrogenbeauftragte vor Daniela Ludwig, habe ich schon einmal getroffen und mit Ihr auch diverse Modelle durchgesprochen, leider ohne Erfolg. Frau Ludwig hat mir noch keine Audienz gewährt, da Hanf für unsere jetzige Drogenbeauftragte sehr negativ belastet ist und jeder, der sich positiv dafür einsetzt, ein durchgeknallter, böser Kiffer ist, der es einzig auf die armen Kinder abgesehen hat.

Diese verkrustete Denkweise ist bei diesen „besorgten Müttern“ schwer zu durchbrechen. Und doch sehen Frau Mortler und Frau Ludwig Bier ab 16 Jahren als unbedenklich an. Dies ist aus heutiger, wissenschaftlicher Sicht krebserregender und suchtgefährdender als ein Haschischkeks.

Sie haben eine Studie über die Behandlung von Corona-Patienten mit Cannabis durchgeführt. Was kam dabei heraus?

Das Ergebnis gibt Hoffnung, dass wir mit Hanf eine Möglichkeit haben, um den Verlauf von Covid-19 massiv abzuschwächen und positiv zu beeinflussen. Es zeigt sich, dass hier deutliche Verbesserungen durch Hanf erzielt wurden, was beispielsweise Atemnot, Schlafstörungen oder Angstzustände betraf.

Frau Professor Dr. Barsch hat letzte Woche die Cannabis-/Covid-19-Studie abgeschlossen und veröffentlicht.
Generell aktiviert Cannabis die Selbstheilung. Es hat entzündungshemmende, antivirale und antibakterielle Fähigkeiten, die wir gerade erst seit fünf Jahren erforschen können. In Israel wird Hanf schon seit 25 Jahren in Altenheimen erfolgreich angewandt – ohne große rechtliche Hürde.

Welche Staaten könnten Deutschland im Umgang mit Cannabis als Vorbild gelten?

Da haben wir als bestes Beispiel Kanada mit seiner Legalisierung, denn die Lebensverhältnisse entsprechen denen von Deutschland. Dort kiffen rund 15 Millionen erwachsene Menschen, das ist ein gutes Drittel. In Deutschland gibt es etwa 35 (O-Ton Roßner!) Millionen Menschen, die täglich Hanf konsumieren. Allein München verkifft an einem Tag 500 Kilo Hanf.

Warum ist Deutschland so zurückhaltend?

Weil wir im Bier- und Weinland leben! Viele deutsche Politiker sind Bier- oder -Weinkönig, Vorstand im Brauerbund oder im Winzerverband. In den Staaten, in denen Hanf freigegeben wurde, sanken die Steuereinnahmen auf Spirituosen um 40 Prozent, Einsätze wegen häuslicher Gewalt gingen um 65 Prozent zurück und die Drogenkriminalität sank um bis zu 80 Prozent. Würde hier eine gesunde Konkurrenz durch Hanf entstehen, wäre das – finanziell betrachtet – schlecht.

Wie sehen Sie die Zukunft?

Obwohl Frau Ludwig ihren Kreuzzug gegen die Hanfkonsumenten fährt, wird sich die Legalisierung nicht aufhalten lassen. In Deutschland wird gekifft und das wird sich nicht ändern.

Das Interview führte unser Mitarbeiter Christopher Fritz

 

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21 Kommentare zu “Cannabis-Legalisierung heißes Thema

  1. Servus

    Er mag Ahnung haben, aber er redet alles schön und die Zahlen sind unglaubwürdig!

    35 Millionen Menschen, welche TÄGLICH Hanf konsumieren. Das ist über ein Drittel der in Deutschland lebenden Menschen!
    Als ob sowas nicht auffallen würde, oder kontrolliert die Polizei nicht?
    Gelegenheitskonsumenten noch garnicht mit einbezogen.

    75% aller Polizeieinsätze wären wengen Cannabis.
    Kann ich auch nicht glauben.
    Häufig wird von Zufallsfunden berichtet.

    Tut mir Leid, der Kerl ist total unglaubwürdig.

    Grüße Benjamin

    Antworten
    1. Da fehlt ein Komma: 3,5 statt 35 Millionen. (Nein, 35 Millionen – das ist O-Ton Roßner, Anm. d. Redaktion) Dann passt das schon. Das mit den 75 % finde ich jetzt nicht, aber ich halte die Zahl für gut möglich, weil ca ein Viertel aller Untersuchunghäftlinge wegen Cannabis einsitzen (vgl. Drucksache 16 /6094 Landtag Baden-Württemberg vom 11. 04. 2019 Zusammenschau aus Antworten 1 und 6). Nebenbei: bitte bedenken Sie, dass oftmals bei polizeilichen Perlustrationen auch keine der Öffnung undurchsucht bleibt. Und dass die Volksgesundheit [!] als geschütztes Rechtsgut des § 29 Abs.1 Nr.1. BtMG angesehen wird; es geht nicht darum, dass jemand anderes oder der Staat geschützt wird, sondern nur die bestrafte Person vor sich selbst. Das Cannabisverbot ist ein alter Zopf, der abgeschnitten gehört, denn wer von Freiheit redet, darf von Cannabisfreigabe nicht schweigen, siehe die FDP: “Wir Freie Demokraten fordern eine kontrollierte Freigabe von Cannabis.”

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      1. Sehr geehrter Herr K. ,
        da fehlt kein Komma, das sind die Original-Zahlen der Kanadischen Statistikbehörde auf Deutschland umgerechnet, dort haben 15 Millionen Menschen den Cannabisausweis und das bei 35 Millionen Einwohnern. Sie müssen mir erklären, warum Europäer anders sein sollten wie Kanadier oder US-Amerikaner. Unser Drogenbeauftragten leben komplett in einer kleinen Filterblase und das machen auch viele Bürger, die gar nicht realisieren, dass ihre Kinder, Enkel und Urenkel, schon lange heimlich kiffen, nur ihren Eltern das nicht erzählen, weil die das nicht verstehen wollen, wie eben Frau Dieckmanns, Frau Mortler und jetzt aktuell Frau Ludwig. Ich möchte mich nicht von besorgten Müttern regieren lassen, die keine Ahnung von Wissenschaft, Humanität und Toleranz, Andersdenkenden, gegenüber haben. Frau Ludwig entzieht sich einer realistischen Diskussion und versucht, alles um Hanfkonsumenten und Wissenschaft, die sich für Hanf einsetzen, als verrückt und krank darzustellen. Man sollte einmal mit dieser Dame über Angststörungen reden und ihr eine Hanftherapie empfehlen, würde ihr sehr gut tun, ihre falschen Sorgen und Ängste zu verstehen. LG

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    2. Das hätte ich Ihnen nicht zugetraut Respekt

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  2. Es gefällt mir sehr gut, dass Sie auch Alternativ-Meinungen zu Wort kommen lassen, die im Wesentlichen meiner entsprechen.

    Mir gefällt auch, mit welch klaren Worten Christoph Roßner, der nebenbei genau mein Alter hat, ein Fürsprecher für Hanf ist. Gratulation und weiter so!

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  3. Ich bin zwar für eine Legalisierung bzw. Entkriminalisierung von Hanf und auch selbst seit Jahrzehnten Konsument dieser durchaus interessanten Pflanze…aber ich muß dem Vorposter “Benjamin” zustimmen…Schätzungen in Deutschland gehen eher von 4 Millionen Cannabiskonsumenten aus (ohne Gelegenheitskonsum)…auch wenn es vielleicht ein bißchen mehr sein mögen (mehr als das doppelte auf keinen Fall) (…).
    Außerdem ist es falsch, dass hochdosierter Cannabiskonsum keine Nebenwirkungen hätte außer die Strafverfolgung, zu den harmloseren NW gehört zB. die Beeinträchtigung des Kurzzeitgedächtnisses, auch können problematische Konsummuster psychische Probleme verstärken, ist zwar so ein bißchen ein Henne + Ei-Ding, dennoch ist es aus medizinischer Sicht sinnvoll bei psychiatrischen Belangen den Konsum ersteinmal einzustellen um überhaupt herauszufinden, was so los ist.
    Dass Hanfkonsum weniger gesundheitsschädlich ist, als Alkoholkonsum ist wiederum völlig korrekt und entspricht der wissenschaftlichen Faktenlage. Auch, dass immer wieder versucht wird mit fadenscheinigen “Studien” die unsägliche Prohibition irgendwie zu rechtfertigen, entspricht der gesellschaftspolitischen Realität!

    Ihnen allen einen schönen Tag!

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  4. Sogenannte “Rohdrogen” rechtlich anders zu behandeln, wie raffinerierte oder chemisch veränderte Produkte (für die meist sowieso eine kommerziel orientierte Infrastruktur notwendig ist), halte ich übrigens für einen sehr stimmigen und unterstützenswerten Ansatz.

    mfG

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  5. Danke für das Interview. Es ist schön, wenn auch mal andere Stimmen zu Wort kommen … und dieses Gespräch dann (…) irreführenden (…) Aussagen von Frau Ludwig entlarvt.

    Es wäre gut, wenn auch Frau Ludwig selbst das Interview lesen würde.
    Auch wenn ich meine Zweifel habe, dass sie (…) den Inhalt reflektieren und ihre eigenen Aussagen und Haltungen hinterfragen will …

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  6. Es ist leicht zu erkennen, dass an der jetzigen Politik einiges schief läuft – die angestrebte Legislaturperiodenverlängerung zeigt, dass Politiker nur eigenen Interessen hinterherrennen. Tragbare Argumente für ein Hanfverbot gibt es nicht. Generell sind Verbote eher eine Art von Aufmerksammachung. Verbote erzeugen Begehrlichkeiten. (…) Demokratie sollte allerdings auch besser, anders können… Sie beinhaltet aber auch immer das Risiko, sich selber abzuschaffen! Leider.

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  7. Es wäre schön, wenn nicht nur Frau Ludwig, sondern die Union die Lebensrealität von Millionen Menschen in Deutschland anerkennt und diese nicht weiter für eine Handlung verfolgt, die laut Grundgesetz legal ist.
    Das ganze nennt sich Moralbasiertes Sonderstrafrecht, welches nicht die Grundsätze des Strafrechts in Deutschland erfüllt. Hier muss nämlich als erster Grundsatz eine Fremdschädigung vorliegen, welche nicht passiert, wenn jemand einen Feierabendjoint raucht. Im Verkehr hat er natürlich nichts verloren.
    Auch der Gleichheitsgrundatz (gleiches soll vor Gesetz gleich behandelt werden) entfällt, wenn wir die gefährlichere Droge Alkohol oder Nikotin hinzuziehen (200k Tote fast zusammen gegenüber 0 Cannabis).
    Man sollte hier mit Wissenschaft und Logik arbeiten und nicht ideologischen Scheuklappen wie die Union und Afd.
    Leider sehe ich auf Twitter, Abgeordnetenwatch etc. Wie man bei diesem Thema gerne Fakten und Studien aus dem Kontext reißt und mit sinnfreien Phrasen argumentiert. Bsp. Es wäre ein falsches Signal an die Jugend und der Jugendschutz ist so wichtig, deswegen darf man in Deutschland mit Eltern Zustimmung legal ab unter 16 Saufen und ab 16 alleine, während es aktuell keinen Jugendschutz im Bereich Cannabis gibt. Selbst ein 6 jähriges Kind könnte im Park Cannabis kaufen und verkaufen. (…)

    Finde es aber super, dass die Wasserburger-Stimme hier ordentlich Journalismus betreibt, was gerne bei diesem Thema nicht gemacht wird. Bitte weiter so!

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  8. Danke an die Wasserburger Stimme das sie nicht nur Prohibitionisten zu Wort kommen lassen. Nach den teils fatalen Falschaussagen von Frau Ludwig war das auch bitter nötig. Nun können Millionen Bürger nur auf das Bundesverfassungsgericht hoffen welches ziemlich sicher CDU/CSU und AfD als Hanfprohibitionsbefürworter in die Schranken weisen wird.

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  9. Servus

    Nochmal ein Nachtrag:

    Es kann natürlich sein, das er meint das 75% aller Drogendelikte mit Cannabis zu tun haben. Die würden dann wegfallen. Aber im Text steht es nicht so.

    Ich persönlich konsumiere kein Cannabis. Hab es auch nicht vor, aber ich finde das die Kriminalisierung aufgehoben werden sollte. Dafür gibt es gute Gründe, welche auch genannt wurden aber im übertriebenen Marketing blabla und Whatsaboutism untergehen.

    Der Herr Roßner hat ein Wirtschaftliches Interesse an einer Legalisierung und das sticht heraus.

    Er sollte die Risiken welche Cannabis definitiv aufweist offen komunizieren und Lösungen, oder Wege damit umzugehen, präsentieren. Stattdessen Antwortet er nur teilweise, eingeschränkt, oder schimpft, die anderen legalen Drogen sind viel schlimmer.

    Das macht Cannabis nicht besser. THC ist ein Psychischer Wirkstoff, welches Einfluss auf die Psyche eines Menschen nimmt. Das er damit gut klarkommt heißt nicht, das es bei allen anderen Menschen genauso ist.

    Ich finde eine Legalisierung mit zertifizierten Produkten und einem guten Plan dahinter sollte Probeweise versucht werden. Aber dazu braucht es eine Kompetente Person, welche dieses Projekt mit Sachverstand und neutralem Blick umsetzt.

    Grüße Benjamin

    Antworten
    1. Sehr geehrter Herr Benjamin,
      Hanf wurde nur aus rein wirtschftlichen Gründen und durch Marketing der petrochemischen Pharma-Lobby verboten. 80% aller Produkte, die wir umweltschädlich aus Erdöl herstellen können klimaneutral und ökologisch aus Hanf hergestellt werden.Die Verseuchung der Meere durch Nylon, Dralon und PVC haben wir einer Firma zu verdanken, diese hat vor 100 Jahren das Patent auf Kunstfasern erhalten. Leider war der Weltmarkt zu 75% in deutscher Hand, weil unsere europäischen Hanfprodukte so gefragt waren. Nur aus diesem Grund wurde dann von der Pharmalobby auf den ersten Opimumkonferenzen Hanf zusammen mit Opium, Heroin und Kokain verboten. (…)

      Anmerkung der Redaktion: Bitte Leitfaden für die Veröffentlichung von Kommentaren beachten!

      Antworten
    2. Tut mir leid, Benjamin, Ihnen widersprechen zu müssen, aber das wirtschaftliche Interesse, dass Ihrer Wahrnehmung nach Herr Rossner haben soll, können Sie, auf seine Person bezogen, getrost als gering ansehen. Natürlich spielen Geld und Vermarktungsmöglichkeiten für die Etablierung von Hanf in der Wirtschaft und Medizin auch hier eine Rolle, und sei es auch nur, mit Blick auf die staatlichen Steuereinnahmen. Aber Hanf kann deutlich mehr, als nur Steuern zu generieren….
      Herr Rossner ist mir primär als langjähriger Begleiter und Berater in Patientenfragen bekannt und nicht als Wirtschaftslobbyist. Ihr Focus liegt offenbar auf dem privaten Verwendungsbereich. Vielleicht sollten Sie sich mal die medizinische Seite näher betrachten. Falls Sie (noch) so gesund sind, dass Ihnen das unnötig erscheint, kann ich Ihnen gern ein paar Denkanstöße geben.
      Wissen Sie wie viele Menschen in Deutschland Tabletten (Medikamenten)-abhängig sind? Offiziell sind es 2 Millionen. In der Regel erfassen allerdings solche Statistiken nicht die Dunkelziffern. Die dürften erheblich höher liegen. Viele dieser abhängig machenden Medikamente sind in Potenz gesundheitsgefährlicher, als Hanf: Opiate, Morphine, nichtsteroidale Antirheumatika, Psychopharmaka, Schlafmittel, und, und, und. Die Liste ist lang. Viele der Patienten, die diese Mittel regelmäßig und langjährig verschrieben bekommen, geraten schleichend in eine Abhängigkeit (ein Schelm, der hier den Herstellern wirtschaftliche Interessen unterstellen will), die bei Hanf in dieser Intensität gar nicht gegeben ist. ich spreche aus eigener Erfahrung. Sie können sich wohl kaum vorstellen, was z.B. Opiate, langjährig von Schmerzpatienten eingenommen, für eine verheerende Wirkung auf die Restgesundheit haben. Und viele der Schmerzpatienten werden von ihren Ärzten gar nicht als Abhängige in diesem Sinne eingestuft, da gerade im Opiatbereich die sogenannten, in der Anwendung sicheren Retardformen verschrieben werden. Allerdings kann ich Ihnen versichern, dass der Ausstieg aus dieser Medikationsform genauso brutal ist, wie ein Ausstieg aus anderen bekannten Rauschmitteln (nicht Hanf!).
      Hanf könnte viel dieser Probleme im medizinischen Bereich von vorn herein verhindern. Vielleicht grübeln Sie mal drüber nach, warum das in Deutschland für Patienten so verdammt schwer gemacht wird? … und kommen Sie mir bitte nicht damit, dass es ja laut Gesetz verschrieben werden kann. Wäre das tatsächlich so einfach….die arme Pharmaindustrie! Grübeln Sie gern mal darüber nach, Ich bin überzeugt, Sie kommen drauf. Vielleicht meinten Sie ja auch das, mit “wirtschaftlichem Interesse”?

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  10. Seit nunmehr 45 Jahren kenne ich die wohltuende und sanfte Wirkung von Cannabis und kann die Ausführungen von Herrn Roßner über die weitreichende Ungefährlichkeit dieser einzigartigen Heilpflanze in vollem Umfange bestätigen.
    Auch mich hat sie im Laufe der Jahre von den gefährlichen Killerdrogen Alkohol und Nikotin, die ich mittlerweile verabscheue, weggebracht und dadurch meine Lebensqualität enorm verbessert. (Dennoch trinke ich ab und zu mal genüsslich ein Bier, da Hopfen und Hanf ja sogar verwand sind).
    Die orale Einnahme von Cannabis eignet sich bestens zur Erhaltung und Verbesserung der Altersgesundheit in ganz unterschiedlichen Bereichen. Daher sollten Cannabisprodukte mit und ohne THC, wie in früheren Zeiten zur bedingungslosen medizinischen Grundversorgung eines Staatswesens gehören. Alles andere ist verantwortungslos und menschenfeindlich.
    Der Gebrauch von Hanf als vielseitige Heilpflanze ist für uns Menschen, die eigens über Cannabinoidrezeptoren verfügen, als unabdingbares Menschenrecht einzustufen. Ob es dabei um die Verbesserung der Gesunheit, oder “nur” zur Hebung des Allgemeinbefindens geht, darf dabei keine Rolle spielen.

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  11. Ich empfehle einen Blick auf/in

    Eine utopische Theorie: Das deutsche Drogenpflanzen Gesetz Kindle Ausgabe
    von Christoph Rossner (Autor), Fafnir-Productions Verlag
    zu werfen, um sich darüber klar zu werden, wie der Interviewte – sozusagen – “tickt”.

    Antworten
  12. Eigentlich sollte das Ziel unserer Gesellschaft sein, das eine (Alkohol) zurück zu drängen und das andere (Drogen) nicht weiter aufkommen zu lassen. Genau wie ständig zuviel Alkohol kann auch ständig zuviel Cannabis oder Hanf zu negativen Verhalten z.b.: Strassenverkehr, Maschinenbedienung und Wessenveränderung führen.
    Davon unbenommen bleibt die medizinische Indikation von Cannabis und Hanf, die wirklich für Millionen von Menschen hilfreich ist/sein kann.

    Antworten
    1. Wieso sollte eine “rausch- und genußmittelfreie” Gesellschaft, so generell und absolut formuliert, wie Sie es hier tun, ein sinnvolles Ziel sein? Hege da ernsthafte Zweifel, auch und gerade was den medizinischen Bereich betrifft! Wäre es nicht vernünftiger, diesen natürlichen Trieb des Menschen zu akzeptieren und in weniger schädliche Bahnen zu lenken…zB. mit Aufklärung und Hilfestellung?
      Sie können sich natürlich für ein rausch/genußmittelfreies Leben entscheiden, ich will niemandem etwas aufzwingen, aber bitte entscheiden Sie nur für sich selbst und nicht für “die Gesellschaft” bzw. ihren Nächsten!
      Danke!

      Antworten
  13. Sehr geehrter Herr Roßner,

    danke für den hochwertigen Beitrag.
    Was halten Sie von der Führerschein Thematik in Bezug auf Cannabis? Da kann es nicht um Jugendschutz nach Fr. Ludwigs Worten gehen, solange die Ersatzbestrafung mittels Führerscheinentzug noch existiert. Eine Grenzwertanpassung auf 3,0ng THC wird weiterhin ignoriert, trotz Empfehlung der Grenzwertkommission und tausende verlieren nüchtern ihren Führerschein (Siehe auch Interview von Hr. Richter Andreas Müller mit Hubi). Fr. Ludwig selbst hat es in einem Interview schon angedeutet, aber passiert ist bis Dato nichts.

    Ich freue mich Ihre Meinung dazu zu hören.

    Viele Grüße

    Antworten
    1. Sehr geehrter Herr Kev,
      gerade die Regelung für den Straßenverkehr ist ein der kleinen Bremspunkte, die extra deshalb, vom Gesetzgeber noch nicht geregelt wurden, damit das Thema möglichst lange, hart bestraft werden kann. Dies ist nur so, weil Politikerinnen, wie Frau Ludwig und ihr Stab, der Meinung sind, das dass Strafrecht ein probaten Mittel ist, um mündige Bürger zu erziehen, die sich nicht und dann auch noch keine dritten schaden. Leider, ist dies ein gravierender Verstoß gegen die Freiheitsrechte, die uns im Grundgesetz zugestanden werden. Wäre eine Regelung, wie bei Alkohol üblich, im Straßenverkehr möglich, wäre es auch möglich Hanf zu entkriminalisieren. Leider denkt der Stab von Frau Ludwig da nicht so, da zumeist sehr viele Juristen und Mediziner sitzen und weniger Soziologen und Drogenexperten, die eigentlich die Fachleute sind. Die Drogenproblematik, die in unsrem Land, besteht, sie ist ein Problem der Gesellschafts-und Sozialpolitik, weil die letzten 50 Jahre die Strafverfolgung als probates Mittel angesehen wurde, dazu gehört auch das Verkehrsrecht. LG

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  14. Los jetzt , Legalisierung sofort ….

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