Burg und St. Konrad coronafrei

Die Wasserburger Altenheime haben das Schlimmste überstanden – Sicherheitsmaßnahmen gelten weiterhin

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Traurige Nachrichten kamen noch vor gut drei Wochen vom Seniorenheim Maria Stern auf der Burg: Zehn Bewohner waren an Covid-19 verstorben. Auch in St. Konrad gab es zwei Todesfälle. Jetzt melden beide Seniorenheime: „Wir haben die Pandemie überstanden!“ Besuche von Angehörigen sind wieder erlaubt, allerdings unter Einhaltung der üblichen Maßnahmen.


Dreimal auf Holz klopft Franz Bachleitner, Einrichtungsleiter des Altenheimes St. Konrad am Stadler Garten. „Über die erste Welle sind wir hinweg“, schätzt Bachleitner erleichtert die derzeitige Lage ein. Ein gesamtes Stockwerk musste zuletzt zum Pandemie-Bereich erklärt werden, Mitarbeiter hatten nur Zutritt in Vollschutz. Vor wenigen Tagen konnte diese Zone aufgelöst werden, Besuche sind wieder eingeschränkt möglich. „Seit zehn Wochen das erste Mal“, sagt der Einrichtungsleiter. Von den 98 Bewohnern hatten sich sechs infiziert, davon sind zwei genesen, zwei weitere noch zur Beobachtung im Krankenhaus, zwei sind gestorben.

„Die letzten Wochen waren äußerst herausforderungsreich“, blickt Bachleitner zurück. 16 der insgesamt 85 Mitarbeiter standen, weil sie unter Quarantäne waren, nicht zur Verfügung „und das bei einem Mehraufwand an Arbeit“, so Bachleitner. Man habe spezielle Maßnahmen entwickelt, um das Risiko einer Ansteckung zu minimieren. So hatten beispielsweise die Beschäftigten Zutritt zu den Stationen ausschließlich über das Treppenhaus, das für die Senioren tabu war. Auch drei Pflegekräfte waren erkrankt, sind aber mittlerweile gesund.

Das Ziel für die nächste Zukunft sei es, das Haus coronafrei zu halten. „Ich bin allerdings Realist“, sagt Franz Bachleitner ernst, „wir müssen weiterhin sehr achtsam sein, unbedingt Hygiene- und Abstandsregelung einhalten, auf die geringsten Symptome reagieren.“ Besorgt sieht der Heimleiter das öffentliche Leben. „Wenn ich durch Wasserburg gehe, habe ich den Eindruck, dass die Meinung vorherrscht, es sei alles vorbei“, bemerkt er, „aber unsere Bewohner sind teils noch recht mobil, sind selbst in der Stadt unterwegs.“ Seiner Prognose nach werden die Maßnahmen die Bevölkerung noch über den Sommer hinweg begleiten.

„Weder unter den 36 Senioren noch unter unseren 45 Mitarbeitern – wir haben keine positiv getesteten Personen auf der Burg“, meldet Herbert Leitmannstetter, Geschäftsführer des Altenheims auf der Burg, befreit. Die Quarantäne sei nunmehr aufgehoben. Maria Stern hatte es mit zehn Todesfällen besonders schlimm getroffen. In intensiven und persönlichen Gesprächen habe das Personal die Trauer aufgefangen, denn herkömmliche Trauerfeiern seien nach wie vor nicht erlaubt.

Auch auf der Burg sind Besuche wieder gestattet: Allerdings nur eine Person aus dem engsten Kreis unter Einhaltung des Mindestabstandes und in einem speziellen Raum. Natürlich gelten sämtliche Sicherheitsmaßnahmen weiterhin. Größere Veranstaltungen gibt es weiter nicht, Schutzausrüstung bleibt selbstverständlich. „Das wird langsam zur unnatürlichen Normalität“, sagt Leitmannstetter und stellt klar, „solange es keine Therapie und keinen Impfstoff gibt, werden wir alle Maßnahmen weiterfahren.“ Der Geschäftsführer halte sich ständig über die neuesten Entwicklungen in Sachen Corona auf dem Laufenden. Seiner Einschätzung nach wisse man zu wenig über das Virus, ob es etwa zu einer zweiten Welle kommt. „Ich blicke mit Spannung nach München und Berlin, wo es zuletzt Massenansammlungen ohne Mindestabstand gab“, so Leitmannstetter, „man wird sehen, was in 14 Tagen ist.“

Seinen Mitarbeitern spricht er ein großes Lob aus. „Wir sind in dieser schweren Zeit zusammengewachsen“, freut sich der Geschäftsführer, „und erhalten auch viel Zuspruch von Bewohnern und Angehörigen.“ Sein Personal verhalte sich super und diszipliniert. Leitmannstetter: „Sie verzichten von sich aus, Veranstaltungen zu besuchen, um das Virus nicht erneut einzuschleppen.“

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