Bundeswehr um Hilfe gebeten

Für Seniorenheim im Nachbar-Landkreis: Von 40 Bewohnern 34 corona-positiv - Zwei Todesfälle - Zudem 13 Mitarbeiter mit Corona infiziert

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Keine gute Nachricht kommt aus dem Nachbar-Landkreis Ebersberg – in einem  Seniorenheim gibt es einen Corona-Ausbruch. Von den 40 Bewohnern dort sind 34 positiv auf das Corona-Virus getestet worden – zwei Bewohner sind vor wenigen Tagen bereits in Verbindung mit der Corona-Erkrankung verstorben. Von den 20 untersuchten Mitarbeitern des Seniorenheimes sind 13 positiv. Der Krisenstab im Landkreis Ebsreberg trat sofort zusammen – er hat die Bundeswehr mit einem Hilfeleistungsantrag um Unterstützung beim Betrieb des Heimes gebeten. Für den Fall, dass der Träger die Betreuung der Bewohner alleine nicht mehr sicherstellen kann. Warum sich das Virus in dieser Einrichtung unbemerkt so stark ausbreiten konnte, sei noch zu klären. 

Bereits am Samstag vor einer Woche wurde von der Pflegedienstleitung im Walterhof in Markt Schwaben der Bereitschaftsarzt gerufen, weil eine 79-jährige Bewohnerin seit einem Tag symptomatisch war. Sofort sei diese in einem separaten Raum isoliert worden.

Das Ergebnis des Tests war positiv und wurde dem Gesundheitsamt am vergangenen Dienstag bekannt. Am Mittwoch wurde eine Reihentestung mit 61 Abstrichen durchgeführt. Dabei stellte sich heraus, dass von den 40 Bewohnern 30 positiv auf das Corona-Virus getestet wurden. Von den 20 untersuchten Mitarbeitern waren 13 positiv.

Die Einrichtung Walterhof ist eine beschützende Einrichtung mit 42 Plätzen für gerontopsychiatrische Menschen. Träger der Einrichtung ist die Walterhof GmbH.

Am vergangenen Freitagabend wurden die Ergebnisse der Reihenuntersuchung bekannt, sofort wurde der Krisenstab informiert, der am Samstagmorgen sofort zusammentrat.

Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit wurde unverzüglich eingeschaltet sowie die Regierung von Oberbayern kontaktiert. Wegen der hohen Anzahl an infiziertem Personal, auch der Küche, wurde die vorübergehende Essensversorgung über einen Caterer organisiert.

Noch am Samstag fand eine Begehung durch das Gesundheitsamt statt. Bei dem Besuch war keiner der Bewohner, die zwischen knapp 50 und 99 Jahren alt sind, in einem gesundheitlich kritischen Zustand. Es wurde mitgeteilt, dass die erkrankte Bewohnerin (79 Jahre) inzwischen verstorben sei. Auch ein weiterer Bewohner (88 Jahre), der aus der Abstrichaktion positiv getestet worden war, sei inzwischen in der Einrichtung verstorben.

Noch am Samstag wurden im Rahmen einer Begehung von Gesundheits- und Landratsamt bei den zehn, noch nicht infizierten Bewohnern Schnelltests durchgeführt, die weitere vier positive Befunde ergaben.

Die nunmehr nur noch sechs nicht infizierten Bewohner wurden als KP 1-Personen im Erdgeschoß der Einrichtung von den infizierten Bewohnern getrennt.

Im 1. und 2. Obergeschoss sind die infizierten Bewohner untergebracht.

Wegen der schwierigen Personalsituation wurden am vergangenen Samstag weitere zwei Kontrollen durch das Landratsamt durchgeführt, jeweils zum Schichtwechsel.

Der Krisenstab hat die Bundeswehr mit einem Hilfeleistungsantrag um Unterstützung beim Betrieb des Heimes gebeten, für den Fall, dass der Träger die Betreuung der Bewohner alleine nicht sicherstellen kann. Auch der Pflegepool Bayern wurde auf Empfehlung des BRK um Hilfe gebeten.

Der Krisenstab berät am heutigen Montag über das weitere Vorgehen.

Der Ebersberger Landrat Robert Niedergesäß bedankte sich bei den Mitarbeitern des Gesundheitsamtes, des Landratsamtes sowie bei den Unterstützern des BRK und der Bundeswehr für die tatkräftige Unterstützung, der alle Mitwirkenden das gesamte Wochenende bei diesem außerordentlichen Einsatz gebunden und die Leistungsfähigkeit im Krisenfall erneut unter Beweis gestellt habe …

Quelle: Landratsamt Ebersberg

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