Bürger fordern Schranke: Sitzungssaal voll

Kölbl: „Ihre Petition ist gut und sinnvoll" - Bald runder Tisch mit Bahn und Edling

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Der Wasserburger Sitzungssaal war voll besetzt am heutigen Abend bei der Bürgerfragestunde vor der Stadtratssitzung in Wasserburg – es gab so gut wie keinen Stehplatz mehr. Zahlreich waren die Bürger gekommen, ging es doch um die Online-Petition von Hans Bubb (rechts im Bild) nach dem tödlichen Bahnunfall in Viehhausen …

… mit der dringenden Forderung nach einer Beschrankung des Bahnübergangs (wir berichteten).

 

„Gut und sinnvoll“, so nannte Wasserburgs Bürgermeister Michael Kölbl (links) heute die Online-Petition, die bereits über 5800 Bürger unterzeichnet haben. Ein Gespräch werde in Kürze mit einem Geschäftsführer der Südostbayernbahn und der Gemeinde Edling stattfinden, so Kölbl.

Bereits kurz nach dem tödlichen Unfall in Viehhausen habe er als Bürgermeister der Stadt Wasserburg seinerseits einen Plan im weiteren Vorgehen aufgenommen und sich mit der Südostbayernbahn in Verbindung gesetzt. Es müsse ein Planfeststellungsverfahren eingeleitet werden, sage ein Sprecher der Bahn. Und vor allem – so die Auskunft der Bahn – könne man aus technischen Gründen nur gleichzeitig die drei Bahnübergänge bei Viehhausen, Au und Roßhart angehen. Was, wenn die Gemeinde Edling da nicht mitmache, so eine besorgte Frage aus dem Zuhörerkreis. Kölbl meinte, man müsse das bevorstehende Gespräch abwarten. Es gehe eben nur im Zusammenhang mit allen Dreien.

Quer durch alle Altersgruppen: Das Thema lockte zahlreiche Bürger in den Sitzungssaal.

 

Hans Bubb sprach noch den großen Holzhaufen an, der direkt neben den Gleisen liegen würde. Auch Bürgermeister Kölbl habe dieses Thema bereits bei der Bahn angesprochen. Es sei dort alles rechtens, so die Auskunft eines Geschäftsführers, aber  Kölbl denkt, dass die Bahn schon für die baldige Beseitigung sorgen werde.

Auch das Thema Geschwindigkeit der Bahn an dieser Stelle in Viehhausen wurde von einer Frau im Saal angesprochen. 80 km/h sei der Zug dort schnell – zum Vergleich am Bahnübergang einer Bundesstraße, der B304, fahre er Schrittgeschwindigkeit. Man wünsche sich schnell eine Reduzierung der Geschwindigkeit auf 20 km/h am Viehhausener Bahnübergang …

 

Fotos: MP

 

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12 Gedanken zu „Bürger fordern Schranke: Sitzungssaal voll

  1. …und Schrittgeschwindigkeit für die Autofahrer mit permanenter stationärer Radarkontrolle!

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  2. In der nächsten Woche soll der Haufen beseitigt werden! Die Anwohner haben Kontakt mit dem von der Bahn beauftragten Unternehmen zur Beseitigung des Gestrüpps aufgenommen und um Beseitigung gebeten!

    Leider hat sich weder die Stadt Wasserburg, noch die Bahn, noch die Polizei, um den dort lagernden Holzhaufen geschert. Das von der Bahn beauftragte Unternehmen hat bisher von keinem der Institutionen einen Hinweis zur Beseitigung bekommen! So wichtig ist es den Behörden!
    Sehr schade …

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    1. Sehr löblich, dass der Herr Bubb sich auch um das Gestrüpp der Bahn kümmert. Dann wird er bestimmt in Kürze auch seinen Fuhrpark, die Hackschnitzelcontainer und sonstigen die Sicht auf die Bahnstrecke behindernden Kram auf der anderen Seite des Übergangs entfernen. Und die frisch gepflanzte Koniferen-Hecke unmittelbar südöstlich des Übergangs werden die Anwohner nun wohl ganz sicher auch nochmal überdenken.

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      1. Reitmehringerin

        Hallo Andreas, der Fuhrpark, der Hackschnitzel-Container etc. gehören NICHT dem Initiator der Petition Hans Bubb!

        Auch die Hecke gehört ihm nicht. Hans Bubb wohnt in Viehhausen, aber nicht in dem Hof oder in dem Naubau an der Straße.

        Bitte hier nicht die Falschen „an die Wand“ stellen!

        Hans Bubb hat mit dem nichts zu tun, im Gegenteil, ich weiß aus sicherer Quelle, dass Hans Bubb bereits unmittelbar nach dem Unfall mit dem Eigentümer der Hecke und des Fuhrparks über eine Veränderung gesprochen hat!

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        1. Dann habe ich mich geirrt und bitte Hans Bubb hiermit um Entschuldigung. Es tut mir wirklich sehr leid!

          Anschuldigungen – wem gegenüber auch immer – helfe, davon abgesehen, auch nicht weiter.

          An dem Bahnübergang ist viele Jahre nichts nennenswertes passiert – ganz im Gegensatz zu einigen anderen in der Region mit zum Teil schon mehreren tödlichen Unfällen, z.B. im Bereich Soyen.

          Dass es nun auch an diesem Übergang innerhalb relativ kurzer Zeit zu zwei Todesfällen kam, konnte vorher wirklich niemand ahnen. Obwohl schon viele Übergänge umgebaut wurden, gibt es leider noch viel zu viele ohne Schranken.

          Alleine die Südostbayernbahn betreibt laut Angabe auf ihrer Internetseite 421 Bahnübergänge. 223 davon haben angeblich weder Schranke noch Blinklicht!

          Ich möchte die Entscheidung nicht treffen müssen, welche davon vordringlich mit einer Schranke ausgerüstet werden, um damit möglicherweise ein Menschenleben zu retten …

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        2. „An die Wand stellen“ praktizieren die Bahnübergangsaktivisten auch seit Anfang an. Eine junge Frau hat das Verkehrszeichen Bahnübergang, drei Warnbaken, das Andreaskreuz und das linke und rechts des Bahnübergangs angebrachte rote Signal nicht beachtet. Gründe können Unachtsamkeit sein, aber auch Leichtsinn oder Absicht. Dieses Verhalten endete bedauerlicherweise tragisch, weil im Moment des Überquerens des Bahnübergangs der Zug den gesicherten Bahnübergang erreichte. Dass die Verkehrsteilnehmerin durch dieses Fehlverhalten die Reisenden in der Bahn gefährdet, dem Triebfahrzeugführer, den Passagieren und auch den Rettungskräften ein traumatisches Erlebnis beschert hat, wird nicht mehr erwähnt. Die Verursacherin wird zum Opfer.

          (…)

          Es ist Zeit, dass die emotional hochgekochte Situation mit absurden Vorwürfen und Forderungen in eine sachliche Erörterung übergeht. 95 % aller Unfälle an Bahnübergängen sind auf ein Fehlverhalten der Straßenverkehrsteilnehmer zurück zu führen. Unkenntnis, Unaufmerksamkeit und Leichtsinn spielen dabei eine Rolle. Auch die Missachtung der technischen Einrichtungen (z.B. Umfahren von Halbschranken) ist eine häufige Unfallursache. So ereigneten sich 2016 von den 140 Unfällen an Bahnübergängen 47 % der Unfälle an Bahnübergängen mit Halbschranken. Wenn das Ergebnis des vorgesehenen runden Tisches die vehement geforderten Schranken an den betroffenen Bahnübergängen sind, ist das zwar eine Verbesserung, aber keine Garantie dafür, dass an einem so gesicherten Bahnübergang kein Unfall mehr passieren kann.

          Wichtiger ist es, auf das richtige Verhalten an Bahnübergängen hinzuweisen. Lehrkräfte und Medien könnten hier einen wichtigen Beitrag leisten – halt ohne die öffentlichkeitswirksamen Effekte.

          (von der Redaktion gekürzt)

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  3. Kopfschüttelnder

    Unsere Politik. Viel reden, aber es geschieht nichts und man wird oft nur belogen und schön geredet.

    Ich finde es sehr bedauerlich, wie sich für das wohl und Anliegen der Bürger eingesetzt wird.

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  4. Vielleicht hilft es auch mal, einfach langsamer über den Bahnübergang zu fahren, besonders, wenn man fast nichts sieht.

    Ich seh die Leute da immer drüber rasen ohne Ende. Langsam fahren und mal nach rechts und links schauen, dazu haben wir die Funktion, den Kopf zu bewegen.

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    1. Gute Idee, langsam zu fahren.

      Aber bei den Bahnübergängen, Viehhausen oder Roßhart hast Du eh keinen Einblick, ob einer kommt oder nicht!

      Bist mit dem Auto halb über den Gleisen, dann sieht man erst was. Danach vielleicht nicht mehr …

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  5. Viehhausenerin

    Ich war von der gestrigen Veranstaltung enttäuscht. Wieder nur die gleichen Floskeln wie seit Jahren.

    Aber wir geben nicht auf. Zu Andreas möchte ich nur sagen, dass er schon recht hat, dass die Fahrzeuge an der Straße hässlich sind. Aber die Bahnstrecke hat man trotzdem im Blick.

    Dass er aus Unwissenheit Hans Bubb dafür verantwortlich macht, daran hat auch unser Herr Bürgermeister Schuld. Er hat Hans Bubb als Grundstückseigentümer an der Bahnstrecke betittelt. Also meine Bitte an ALLE: Richtig recherchieren!

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  6. Ein junges Mädchen ist dort am Bahnübergang traurigerweise gestorben, wegen einer fehlenden Beschrankung.

    Viele Menschen aus der Gegend trauern mit nach diesem schrecklichen Unglück und sind sehr betroffen.

    Niemand möchte auf diese Weise sein Kind verlieren und man kann nur ansatzweise nachvollziehen, was die Eltern und Freunde gerade durchmachen.

    Umso fassungsloser macht es einen, jetzt diese Diskussion mit zu verfolgen, anstatt man sofort den Bahnübergang dort beschrankt …

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    1. Schlimm genug, was da passiert ist. Trotzdem würde ich nicht sagen, dass die junge Frau „wegen einer fehlenden Beschrankung“ gestorben ist. Der Zug hat halt leider Vorfahrt, auch ohne Beschrankung.

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