„Brauchen eine schnelle Lösung”

Hans Enzinger vom Fit&Fun: „Sehen uns als systemrelevant an und sind trotzdem in unserer Existenz bedroht"

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Die rund 1.700 Fitness-Clubs in Bayern kämpfen um ihre Existenz. Seit über sechs Wochen steht ihr Betrieb komplett still. Einer, der sich mit dem aktuellen Zustand nicht abfinden will, ist Hans Enzinger, Betreiber des Wasserburger Sportparks „Fit&Fun”. Er hat sich in einem Schreiben jetzt an den Ministerpräsidenten und den Rosenheimer Landtagsabgeordneten Klaus Stöttner gewandt. Enzinger: „Die Stärkung des Immunsystems durch Fitnesstraining ist unumstritten. Wir sind also eigentlich systemrelevant und trotzdem derzeit in unserer Existenz bedroht.”

„Wir haben aktuell ein umfangreiches Online-Angebot und ernten dafür auch viel Lob. Viele unserer Mitglieder nehmen das täglich wahr und halten sich zuhause fit. Aber das kann es doch auf Dauer nicht sein”, so Enzinger. Er fordert deshalb die Politik auf, jetzt zu handeln. „Die Systemrelevanz von Fitness-Studios folgt zwar nicht aus statistischen ökonomischen Daten, sondern vielmehr aus dem essentiellen Beitrag für die Gesundheit der Menschen.” Dies Stellung werde von der Politik bisher unterschätzt oder sogar übersehen. „Das Muskelsystem in Aktion, also trainierte Muskeln, sind der Dynamo für die Batterie des Immunsystems.” Es sei daher falsch, die Fitness-Betriebe auf die abstrakten Infektionsrisiken zu reduzieren.

Die Fitness-Betriebe könnten zudem einen ganzen Maßnahmen-Katalog zur Sicherheit der Sporttreibenden anbieten, so Enzinger weiter. „Das fängt bei der Schulung des Personals in Sachen Abstandsregeln und Hygienvorschriften an,  geht über die Beschränkung der Teilnehmerzahl auf einer bestimmten Fläche weiter und endet längst nicht bei der Sperrung von einzelnen Geräten, bei denen die 1,5 Meter Abstand nicht eingehalten werden könnten. „Wir würden zudem zusätzliche Plexiglasscheiben anbringen, für Desinfektionsmittel-Spender sorgen, die Geräte öfter von den Mitarbeitern reinigen lassen.” Letztere könnte allesamt Masken oder Gesichtsschilder tragen. „Diese Maßnahmen wären für alle gewerblichen Fitness-Clubs in Bayern sicher umgehend umsetzbar und somit wäre ein sicheres Training für die Kunden gegeben.”

Speziell fürs Fit&Fun wies Enzinger darauf hin, dass man in Zusammenarbeit mit dem Kooperationspartner und Betreiber einer Arztpraxis im Hause in Wasserburg, Dr. med. Sebastian Sinz, gerade ein medizinisch sicheres Hygienekonzept zur Vermeidung von Infektionen durch das Corona-Virus erarbeite.

Für Enzinger und seine Kollegen ist klar: „Je länger die Schließung andauert, um so größer ist das Insolvenzrisiko der gesamten Branche inklusive der damit zusammenhängenden Industrie. Zudem wird sich die Gesundheit unserer Bevölkerung signifikant verschlechtern”, so Enzinger ins einem Schreiben an Markus Söder abschließend.