Brandschutz: Jetzt wehren sich die Vereine

Petition an Staatsregierung gestartet - Babenshamer Schützenverein ist Vorreiter

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„Wir wollen uns nicht profilieren, sondern das ist ein Hilfeschrei der Vereine. Deshalb haben wir jetzt eine Petition an die Staatsregierung ins Leben gerufen. Es kann nicht sein, dass man mit Verordnungen den Ehrenamtlichen Knüppel zwischen die Beine wirft.“  Mit großem Unverständnis und einer Unterschriftenaktion reagiert Kurt Huber, Vorsitzender des Schützenvereins Babensham, auf die neuen Brandschutzrichtlinien für Vereinsfeste, die kürzlich bei einem Info-Abend in Bad Aibling den Vereinsvertretern vorgestellt wurden (wir berichteten).

Der Vereinsvorsitzende in seiner Petition, die mittlerweile über 700 Unterschriften trägt: „Ehrenamt kostet viel Zeit und Engagement. Mit den neuen Bestimmungen kommt ein enormer Mehraufwand auf Vereine zu. Wenn dann auch noch statische Gutachten gefordert werden, sorgt das für immense Kosten. Wer soll das alles schaffen und bezahlen?“

Die Politik müsse den Vereinen vertrauen. Huber: „Uns Verantwortlichen bei den Vereinen ist doch die Sicherheit auf jedem unsere Fest absolut wichtig. Ich sehe mit den neuen Bestimmungen das Ehrenamt in Gefahr. Mit der wachsenden Zahl von Bestimmungen und Verordnungen wird es immer schwieriger, einen Nachfolger als Vereinsvorstand zu finden.“

Huber fordert deshalb in seiner Petition:

  • Die Vereinfachung der neuen Brandschutz-Verordnungen im Landkreis
  • Die Genehmigung von Vereinsfesten durch Bürgermeister und Gemeinderat
  • Die Kontrolle vom Brandschutz und den Fluchtmöglichkeiten durch die örtliche Feuerwehr und deren Kommandanten

 

Der Babenshamer Vereinsvorstand abschließend: „Wenn wir Erfolg haben, werden wir Ministerin Ilse Aigner nach Babensham in unser Schützenheim einladen und ihr die Unterschriften überreichen.“

 

Einer der Ersten, der die Petition mit unterschrieben hat, ist Rosenheims Stellvertretender Landrat und Babenshams Bürgermeister Josef Huber. Seine Begründung: „Ich trage die Petition mit, weil die Gemeinden ihre Vereine brauchen und jede Unterstützung verdient haben. Die Gemeindeverwaltungen wissen was läuft. Vom Grundsatz her muss aber wieder mehr vor Ort entschieden werden können, sonst sind die „angeblich“ politisch verantwortlichen doch unnötig. Also mehr Selbstverantwortung und Selbstgestaltung an die Gemeinden, wir können es.“

 

Hier geht’s zur Petition …

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12 Gedanken zu „Brandschutz: Jetzt wehren sich die Vereine

  1. Ehrenamtlicher Veranstalter

    Sauber! Nur wenn von unten aus der Bevölkerung flächendeckender Druck kommt, wird sich etwas ändern. Der Zeitpunkt vor der Landtagswahl im Herbst ist gut gewählt. Jetzt wird sich zeigen, wie nahe unsere regionalen Abgeordneten überhaupt noch an den Menschen dran sind!

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  2. Harry Heinze

    Sauber,Respekt.Ohne Ehrenamtliche gehts halt nicht in unserer Gesellschaft. Sämtliches Vereinsleben stützt sich auf engagierte Leute die Verantwortung übernehmen. Schon jetzt ist es für viele Vereine schwierig Nachwuchs zu finden.Mit unsinnigen,erschwerenden Auflagen macht man es nur noch schlimmer. Wer begibt sich dann schon noch in ein Ehrenamt?

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  3. Super wär noch die Info, wen man kontaktieren muss, um unterschreiben zu können, ich denke, des wär für viele interessant.

    Anmerkung der Redaktion:
    Das geht am besten online … siehe Bericht. Oder bei Kurt Huber anrufen.

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  4. Super-Sache – hoffe es hilft auch!

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  5. Überall, wo sich Politik und Beamtentum einmischt, kommt nur Mist raus.Was haben die schon alles kaputt gemacht; jetzt ist halt das Ehrenamt dran.
    Armes Deutschland !!!!!

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    1. Stimmt: die böse Politik und das Beamtentum. Interessanterweise fordert aber gerade die Petition, dass die Prüfung und Genehmigung von Festen künftig nicht mehr durch Fachleute (Techniker, i.d.R. Angestellte beim Landratsamt und eben keine Beamten) erfolgen soll, sondern von (Wahl-)Beamten (a.k.a. Bürgermeistern) und ehrenamtlich tätigen (Kommunal-)Politikern. Damit ist dem Ehrenamt dann aber ganz bestimmt geholfen.

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    2. Was bitte hat das Ehrenamt mit Vereinsfesten zu tun !!!

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      1. Der Chef vom Verein is ehrenamtlich und landet dann vorm Richter…

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  6. Der Chef vom Verein hat dann vor Gericht kein Problem, wenn er sich an die Vorgaben der Genehmigungsbehörde gehalten hat. Aber dann hat die Genehmigungsbehörde ein Problem, und deshalb sind die Vorgaben so wie sie sind. Das kam auf der Veranstaltung auch ganz klar rüber.

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  7. Die in der Petition erwähnte Brandschutz-Verordnung für den Landkreis Rosenheim existiert überhaupt nicht.

    Einschlägig ist die Versammlungsstättenverordnung, die in ganz Bayern gültig ist.

    Wenn die Politik nun wirklich, wie in der Petition gefordert, die Zuständigkeit für die Anzeige für vorübergehende Verwendung von Räumen für eine Veranstaltung nach § 47 VStättV auf die örtlichen Gemeinden überträgt, ist die betreffende Gemeinde genauso wie jetzt das Landratsamt dazu verpflichtet, darauf zu achten, dass die entsprechenden Vorschriften eingehalten werden.

    Ich befürchte aber, dass die meisten Gemeindeverwaltungen über kein hierfür ausgebildetes Personal verfügen.

    Ob die örtlichen Feuerwehrkommandanten bereit und dafür geschult sind, die Prüfung des Brandschutzes zu übernehmen, ist ebenso fraglich.

    Man wäre ja dann für jedes Fest in seinem Zuständigkeitsbereich persönlich verantwortlich. Ich denke nicht, dass dies einem ehrenamtlich Tätigen zuzumuten ist.

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    1. Es ist richtig, man könnte auch Bauantrag dazu sagen…
      Aber ihr wisst um was es geht: um die Gartenfeste, Vereinsfeste, Steckerlfischessen alles was die letzten Jahre stattgefunden hat.
      Ich meine nicht Bierzelte mit über 2000 Personen, sondern das kleine Vereinsfest.
      Es kommen bei einer Geburtstagsfeier schon 200 Personen wenn man viele Freunde hat.
      Ich möchte auch mittlerweile auch nicht mehr von einer Petition sprechen, für mich ist das ein „Hilferuf der Vereine“……

      Bedanken wollen wir uns Vereinsvorstände bei den ganzen Unterzeichnern und ich persönlich bei den Ehrenamtlichen die einen guten und sachlichen Grund in die Platform reingestellt haben.
      Ich habe eigentlich schon das Ziel erreicht, die Presse ist darauf Aufmerksam geworden mal sehen was die daraus machen und dann vor allem unsere Politiker.
      Ich habe leider nicht die Zeit länger weiter zu gehen um was einzureichen, Anträge zu stellen und und und…da ich die Aktion auch aus Frust gemacht habe und ich auch einen Beruf habe der viel Zeit in Anspruch nimmt.

      Nochmal Leute hoch lebe das Ehrenamt und Respekt an alle die was unentgeltlich machen.

      Kurt Huber

      PS. Das Thema ist zu wichtig, hier sollte jeder mit seinen Namen dazu stehen was er schreibt.
      Ich wünsche ein schönes sonniges Wochenende, ich werde keine Zeitung und Mails mehr lesen nur noch am Sonntag einmal telefonieren….

      Danke

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  8. Ein echter Scheideweg aus Finanzierbarkeit und notwendiger Sicherheit. Absolut nachvollziehbar, dass Vereine ihre Existenz gefährdet sehen, angesichts der wachsenden Anforderungen an den Brandschutz. Als Anbieter von Brandschutzleistungen sehen wir es ähnlich, nämlich das nicht nur stumpf gefordert werden sollte, sondern weitere Unterstützung angeboten werden sollte. Im Endeffekt kostet Sicherheit nunmal Geld, weswegen man Vereine finanziell unterstützen und örtliche Feuerwehren mit einbinden sollte. In jedem Fall befürworten wir eine solche Petition und haben auch Respekt vor den vielen ehrenamtlichen Helfern, welchen es mit einer einseitigen Verschärfung der Brandschutzanforderungen immer schwerer gemacht wird.

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