Böller-Verbot in der Altstadt

Landratsamt und Kreisbrandrat bitten um Vorsicht bei Feuerwerken

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Ohne Raketen und Böller wäre der Jahreswechsel für viele nur halb so schön. Allerdings: „Es gibt einiges zu beachten und zwar beim Kauf, bei der Anwendung und der Auswahl der Örtlichkeit“, sagt der Kreisbrandrat des Landkreises Rosenheim, Richard Schrank. Ab heute startet in den Geschäften der Pyrotechnik-Verkauf für Silvester. Das Landratsamt meldet sich in diesem Zusammenhang, um unnötige Probleme oder gar Unfälle vermeiden zu helfen, heißt es.

Am 31. Dezember und 1. Januar (Silvester/Neujahrstag) eines jeden Jahres ist es verboten, in der Wasserburger Altstadt pyrotechnische Gegenstände der Kategorie 2 mit ausschließlicher Knallwirkung („Böller“) abzubrennen.

Das Verbot gilt für die gesamte innerhalb der Innschleife gelegenen Altstadt/Halbinsel einschließlich der Innbrücke (farbig hinterlegte Fläche). Die Verbotszone endet an der Westgrenze des Grundstücks Flurnummer 610, Mischwald und Grünfläche zwischen der Köbingerbergstraße und Unter der Schanz in gerader Linie verlängert nach Süden bis zum Inn.

Es wird darauf hingewiesen, dass generell nur in Deutschland zugelassene und freiverkäufliche, pyrotechnische Gegenstände erworben und verwendet werden dürfen. Grundsätzlich sei der Umgang mit Feuerwerkskörpern nur Volljährigen gestattet und auch nur am 31. Dezember und 1. Januar erlaubt.

Die Sicherheits-Hinweise auf den Verpackungen müssen unbedingt beachtet werden, um Personen- oder Sachschäden zu verhindern. Ein sorgsames und rücksichtsvolles Verhalten sowohl beim Abbrennen von Feuerwerkskörpern, wie auch beim Umgang mit Knallkörpern, liege im eigenen Interesse.

Die nach dem Abbrand von Feuerwerkskörpern verbliebenen Karton- oder Papierreste dürfen nicht in die Altpapier-Container, da sie Kunststoffreste, Reste chemischer Verbindungen oder Verbrennungsprodukte enthalten, die bei der Papierverwertung erheblich stören. Diese Reste sind über die Restmülltonne zu entsorgen.

Nicht mehr benötigte, noch gebrauchsfähige Feuerwerkskörper dürfen nicht ohne Vorbehandlung in die Restmülltonne geworfen werden. Sie müssen vor der Entsorgung einige Stunden in Wasser getaucht und anschließend mit Sand oder Erde in einer Kunststofftüte verpackt in die Restmülltonne gegeben werden, heißt es aus dem Landratsamt.

Feuerwerkskörper der Klasse II, dazu gehören Böller, Raketen und die sehr beliebten „Batterien“ dürfen nicht in der Nähe von Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Altenheimen sowie ähnlichen Gebäuden und Einrichtungen gezündet werden. Zusätzlich bestehen in einigen Gemeinden örtliche Verbote.

Richard Schrank empfiehlt, einen Sicherheitsabstand von mindestens fünf Metern zu Gebäuden und Fahrzeugen einzuhalten. „Bei Holzschupfen, Stadeln oder Waldgebieten sollte der Abstand noch wesentlich größer sein“, sagt der Kreisbrandrat. Zu besonderer Vorsicht rät er bei Raketen, denn sie haben eine wesentlich größere Reichweite als andere Feuerwerkskörper: „Durch ihre nachgegliederte Zündung kann es schnell zu einem Brand kommen“.

Feuerwerkskörper der Klasse II dürfen erst ab einem Alter von 18 Jahren verkauft werden. Darüber hinaus gibt es noch eine Klasse I. Dazu gehören unter anderem Tischfeuerwerke oder Knallerbsen. Sie dürfen ab zwölf Jahren gekauft sowie überall und jederzeit gezündet werden.

Um böse Überraschungen bei der Sprengkraft zu vermeiden, empfiehlt Schrank nur mit dem BAM-Prüfsiegel versehene Feuerwerkskörper zu verwenden und die Bedienungsanleitung zu beachten. „Sollte es trotz aller Vorsicht doch zu einem Unfall kommen, unbedingt sofort die Rettungsleitstelle unter der Nummer 112 anrufen. Nur durch eine schnelle Meldung kann möglichst viel Schaden vermieden werden“, so der Kreisbrandrat.

 


 

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15 Gedanken zu „Böller-Verbot in der Altstadt

  1. Auch nicht in der Nähe von Altenheimen, d.h. auch am Willi-Ernst-Ring an dem ja jedes Jahr von 28. bis zum Neujahrstag immer munter auch tagsüber geböllert wird ?

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  2. Mündiger Bürger

    Mir fehlt in dem Artikel die Erklärung warum in der Altstadt ausgerechnet Böller nicht abgebrannt werden dürfen. Kann mir jemand die Antwort liefern?

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    1. Angesichts dessen, dass der Abbrand der Sylvesterpyrotechnik ca. 15 bis 20 Prozent der jährlichen Feinstaubbelastung ausmacht, ist ein Hinterfragen der Sinnhaftigkeit erlaubt.

      Da wird z. B. jede beantragte Feinstaubmessung zum Absurdum, und der Dieselfahrer muss sich da ohnehin von der Politik verarscht fühlen. Von den Kosten eines solchen Spektakels ganz zu schweigen, über die Herstellung nachzudenken ist haarsträubend und den Müll zu entsorgen ist wieder zumeist Aufgabe der öffentlichen Hand und bezahlen tuts der Bürger.

      Alle, die das nicht wollen, haben das hinzunehmen, das fängt bei Babys und alten Menschen an und hört bei der gestörten Tierwelt auf.
      Den Jahreswechsel zu feiern ist was Schönes und ein Feuerwerk gehört traditionell natürlich dazu.

      Jede Stadt und Gemeinde könnte ein kontrolliertes Feuerwerk abbrennen, die Leute könnten sich dort treffen und dann war a Ruah moand da Huaba Lenz.

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      1. Wer will, kann das Verbot ja beachten.
        Zum „Feinstaub“ – wir machen ein Update wie VW.

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        1. Feinstaub Update – Böllerverbot:
          https://www.umweltbundesamt.de/themen/dicke-luft-jahreswechsel
          Lögisch wäre ein Böllerverbot für ganz Deutschalnd – OHNE AUSNHAME – Wer bitte braucht braucht Böller zum Jahreswechsel?

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        2. Bei uns sind Gesetze und Verordnungen kein Wunschkonzert, bei dem man sich herausgreift, was man beachten will. Bei der Anmeldung zum Integrationskurs bitte angeben, dass da bei Ihnen ein Defizit besteht, dann werden Sie auf der Warteliste weiter vorrücken dürfen.

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        3. @michael du musst immer dein Sarkasmus Schild hochalten :p)

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    2. Lieber Mündiger Bürger
      Rücksicht auf Mitmenschen und Eigentum anderer ist möglicherweise für Dich ein Fremdwort ???????????

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    3. Lärmbelästigung?

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      1. Mündiger Bürger

        Warum sind jetzt Mitmenschen in der Altstadt mehr zu schützen wie bsp. im Burgerfeld?

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  3. Brot statt Böller☺

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  4. Wolfgang Schmid

    Dazua kimmt no, dass da Kracha oisam zu am Hauffa Dreg wern. Und wer ramt den Dreg zamm in da Oidstod. De Leid vom Bauhof und da Heinz. De ham ja sunst nix zum doa! So sche is des fei ned, des Glumb am Neijahrsdog und etla Dog danoch no zum zammglaum. Drum a saggrischs Vageldsgod vo mia. Übrigens liegd des Graffe ned grod in da Oidstod ummanand, sondan übaroi, aa in Reimaring oda im Burgafeld. Oiso schiasst’s liaba de neimodischn Battrien, wenn’s scho sei muas, do vabrennt des meahra. Dass an Hauffa Feinstaub gratis zum Dreg dazua gibd, des hod da Lenz ja guad erklärt. Oisdann: Nix fia unguad und kemmts guad umme, ins neie Jahr.

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  5. Deutschland, das Land der Vorschriften, Gebote und Verbote.
    Von den 140 Mio., die einkassiert werden, sagt keiner was; da wird nur die öffentliche Hand aufgehalten und kräftig mitkassiert.

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  6. Denke mal, Verbote kann man beachten oder auch nicht !

    In solch einem Fall nehme ich mir unsere Politiker als Vorbild – und da fängt der Fisch am Kopf zu stinken an.

    Würde mich eher aufregen über illegale Dieselfahrzeuge, Flugzeuge, die tonnenweise Kerosin in die Luft blasen, Schiffe, die Schweröl ungefiltert ausstoßen, Dünnsäure, die in den Weltmeere verklappt wird, Wälder, die abgefackelt werden, Pelztierfarmen, die Tiere quälen.
    Wo bleiben da die Verbote ?

    Einmal im Jahr möchte der einfache, mündige Bürger sein zigfach versteuertes Geld für ein einmaliges Vergnügen verpulvern – eigentlich gibt es da keinen Grund für ein Verbot.

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  7. Vielleicht denkt jemand auch an unsere denkmalgeschützte Altstadt, die auch geschützt werden muss!

    Es geht nicht immer um Spassbremsen, sondern auch um den Schutz unsere Altstadt vor unbeabsichtigtem Brand!!!

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