Bitte warten!

Das heißt es für den Kassenpatienten: Dieter Janecek, MdB der Grünen, mit Bilanz

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Kassenpatienten warten länger auf einen Termin beim Facharzt als Privatpatienten. Das ist das Fazit der Grünen-Partei nach einer aktuellen Telefon-Umfrage im Freistaat. Im Vergleich zu Privatpatienten dauere es 28 Tage länger, bis ein Kassenpatient behandelt werde – und damit nochmals fünf Tage länger als vor drei Jahren. Besonders lange seien die Wartezeiten bei Ärzten der Fachrichtung Haut, Auge und Neurologie. Die regionalen Unterschiede seien groß, sagt Dieter Janecek (42 – unser Foto), MdB der Grünen. So seien in Rosenheim …

… die Wartezeiten für Kassenpatienten im Durchschnitt 24 Tage länger als die von Privatpatienten. Sein Beispiel Hautärzte: Als Kassenpatient bekomme man in Rosenheim und Umgebung erst nach 106 Tagen Wartezeit einen Termin, als Privatpatient bereits nach vier Tagen.

Das sei das Ergebnis einer telefonischen Erhebung im vergangenen Monat September, bei der bayernweit 460 Arztpraxen befragt wurden.

 

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6 Gedanken zu „Bitte warten!

  1. Das ist mir leider auch schon passiert. Ich sitze beim Augenarzt und warte auf einen speziellen Sehtest. Da kommt ein mir bekannter Privatpatient (Arzt in Rente) bei der Tür rein und kommt sofort dran. Da kommt man sich wirklich wie ein Patient zweiter Klasse vor.

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    1. Das ist nicht bei jedem Facharzt so, mir ist sowas noch nie passiert bei meinem Augenarzt, Orthopäde, Urologen usw. Dass man mal etwas warten muss, weil ein Notfall oder ein Schmerzpatient kommt, oder eine Behandlung etwas länger dauert, kann vorkommen. Wenn man zum Arzt geht ist mann normalerweise krank und hat doch etwas Zeit zum warten.
      Das Thema sollte jetzt kurz vor der Wahl nicht ausgenutzt und hochgekocht werden. Was hilft mehr Zeit für Patienten, wenn es zu wenig Ärzte gibt??

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  2. Außerdem bekommen Privatpatienten ganz andere, wesentlich teuere und natürlich auch bessere Rezepte und Verordnungen verschrieben.
    Als Kassenpatient ist man nicht Patient 2. Klasse, als Kassenpatient ist man der allerletzte Bittsteller.
    Und das trotz hoher Beitragszahlungen.
    Wohin verschwinden unsere Beiträge?
    Warum bekommt man als Kassenpatient oft nicht mal das nötigste verschrieben – trotz hoher Beitragszahlungen?
    Warum muss man als kranker Kassenpatient viele Tage auf einen Termin warten, obwohl der frühe Arztbesuch für Gesundheit und Arbeitsfähigkeit entscheidend ist – trotz hoher Beitragszahlungen ?
    Und: Warum bekommt ein bestimmtes Klientel, das noch NIE Beiträge gezahlt hat bessere Leistungen als wir ? Warum zahlen die Krankenkassen für ein „bestimmtes Klientel“ den Ärzten für gleiche Leistungen wie beim gesetzlich versicherten Kassenpatienten wesentlich mehr – was natürlich zur Folge hat dass dieses Klientel von den Ärzten wesentlich besser behandelt wird ?
    Wer hat das entschieden, dass 1. Privatpatienten so viel besser gestellt werden und dass 2. die Pflichtversicherten, die die Beiträge für die Nichtzahler mit erwirtschaften müssen, sogar schlechter gestellt werden, als „Neubürger“ ?

    Sollte jemand am Wahrheitsgehalt dieser unverschämten Ungerechtigkeit zweifeln, bitte bei Krankenkassenmitarbeitern oder Arzthelferinneren im Freundeskreis nachfragen. Vielen Dank.

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    1. Sie fragen: wer hat das entschieden dass Privatpatienten so viel besser gestellt werden?
      Es war unter anderen Herr Seehofer, als er Gesundheitsminister war. Er hat zusammen mit der SPD die Budgetierung bei den Kassenärzten eingeführt.
      „Seit 1. Januar 2009 erhält grundsätzlich jeder Arzt pro Quartal ein Regelleistungsvolumen (RLV) nach den Vorgaben des Honorarverteilungsmaßstabes und des Honorarvertrages. Das RLV wird in einem Euro-Betrag ausgewiesen. Leistungen innerhalb des RLV werden mit einem bundesweit einheitlichen Punktwert und somit zu festen Preisen vergütet. Erbringt der Arzt mehr Leistungen als aus seinem Regelleistungsvolumen bezahlt werden können, erhält er diese darüber hinausgehenden Leistungen nur zu einem abgestaffelten Preis honoriert. Mit den Regelleistungsvolumen will der Gesetzgeber eine übermäßige Ausdehnung der vertragsärztlichen Tätigkeit verhindern.“
      Wenn der Arzt also mehr Patienten behandelt oder mehr bei den Patienten tut, als planwirtschaftlich vorgesehen, dann bekomt er weniger Geld dafür, wenn z.B. eine Leistung 14 € wert ist, dann bekommt er dafür nur noch 1,40 € . Und dann gibt es noch ein weiteres Prüfungsverfahren: Arbeitet ein Arzt länger als vorgesehen, macht er sich des Abrechnungsbetruges verdächtig: „Auffällig ist ein Vertragsarzt mit vollem Versorgungsauftrag, wenn er auf der Grundlage der im EBM niedergelegten Prüfzeiten bei Tageszeitprofilen an mindestens 3 Tagen im Quartal mehr als 12 Stunden oder im Quartalszeitprofil mehr als 780 Stunden vertragsärztlich gearbeitet hat.“
      Dass das die Bereitschaft mehr zu tun nicht unbedingt fördert, dürfte klar sein. Bei Privatpatienten ist das nicht so: da wird die Leistung erbracht und ganz ohne jede Gesundheitsbürokratie dann vom Patienten bezahlt (übrigens zu den Preisen von 1982, so alt ist die Gebührenordnung nämlich schon). Die private Krankenkasse erstattet dann, je nach Vertrag, den vollen oder auch nur einen Teilbetrag der Rechnung an den Patienten.

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  3. Herr Janecek ist MdB und damit an dem Ort, wo er für eine bessere Versorgung durch Fachärzte, im wesentlichen in ländlichen Regionen, was bewegen könnte. Meines Wissens wird die Bedarfsplanung von den Kassenärztlichen Vereinigungen und den Krankenkassen gemacht. Beides Bürokratien, die unter der Kontrolle des Bundesministeriums für Gesundheit stehen (sollten) und da gibt es doch auch ein Parlament. Es geht um sehr viel Geld; die Beiträge der GK Versicherten und deren Arbeitgeber(-anteile), die über die Verwendung wenig zu bestimmen haben.
    Und ansonsten: Beamter sein /werden, als Selbständiger arbeiten, oder angestellt mehr als 6500€ brutto verdienen und schon genießt man die „Privilegien“ des Privat Versicherten ;:-)
    Also, soll sich der Herr Janecek (mit all den anderen MdBs) doch dran machen, etwas, oder diesmal vielleicht sogar viel, für uns Bürger verbessern.
    Allein mir fehlt der Glaube, aber es wird sicher teurer werden.

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    1. Schon seltsam. Die die nicht in der privaten sind, wären gerne drin. Die, die privat krankenversichert sind, würden gerne in die günstige gesetzliche wechseln.

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