„Bitte achtet unser Sport-Projekt!“

Inntrails in Wasserburg: Wieder Zerstörung des mühselig erarbeiteten Fahrer-Geländes

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Es reicht! Einen dringenden Appell richten die Sportler des Wasserburger Vereins InnTrails heute über uns, die Wasserburger Stimme, an die Bürger: „Bitte achtet unser Sport-Projekt in Wasserburg – versteht doch bitte, wie viel Energie und schweißtreibende Arbeit in unseren Strecken ruht!“ Denn verzweifelt sind die aktiven Sportler des Wasserburger Vereins schon lange und es wird einfach nicht besser: Schon wieder mussten sie gestern eine Zerstörung ihres mühselig erarbeiteten Fahrer-Geländes (unser Foto) auf ihrem gepachteten Grundstück unterhalb der Wasserburger Umgehungsbrücke am Inn feststellen. Dabei sind sämtliche Hügel (die sogenannten Dirtjumps) und Rampen reine Handarbeit – schwerste noch dazu.

Es wird über das Gelände einfach drübergelatscht oder per Radlfahren zerstört – die Spuren sind eindeutig. Das Verletzungsrisiko steigt enorm durch nicht mehr perfekt präparierte Strecken. Der dringende Appell der Aktiven:
„Wenn ihr gerne fahrt, kommt doch in unseren Verein InnTrails e.V. und fahrt mit uns oder als Gastfahrer, aber bitte nie ohne unsere Anwesenheit“, so Florian Arnold, einer der Aktiven.

Ab sechs Jahren ist das möglich, dabei zu sein – das Radlfahren sollte man halt schon können. Der Wasserburger Verein hat eigens einen Parcours für Kids.

Auch am Wochenende wieder war einer der Schaufeltage mit vielen Stunden Arbeit in Wasserburg, Vereinsintern war klar und auch kommuniziert worden, die nächsten fünf bis zehn Tage nicht zu fahren, da die Hügel austrocknen müssen.

Gestern nun wollte man den Trocknungsfortschritt kontrollieren und musste feststellen, dass die ganze Samstagsarbeit hinfällig war! Einfach zerstört!

Arnold: „Gerade jetzt in der Ferienzeit zieht es viele zu unseren Trails, verständlich, aber bitte nur mit den Augen schauen und nicht wild herumprobieren – sämtliche Kanten der Strecke gingen durch die große Unachtsamkeit kaputt, Absperrungen wurden leider in frisch gemachte Hügel geworfen und wieder mal auch ein Absperrpfosten herausgerissen. Das ist so traurig.“ Siehe unsere Bilder …
Erneut mussten die Vereinsmitglieder sehr viel Arbeit investieren und haben nun wieder bis zu zehn Tage Wartezeit.

Unser Foto: Wichtig ist, dass die Absprungkanten scharfkantig sind, um einen definierten Absprung samt Sprung zu schaffen. Entscheidend: Ab der Kante muss das Rad in der Luft sein, um die Kanten nicht abzurunden oder zu zerstören.
Das Verletzungsrisiko steigt aufgrund eines nicht kontrollierbaren Absprungs …

Leider zerstört, zertrampelt …

Der Sport

Slopestyle ist eine der spektakulärsten Disziplinen im Biken. Es gibt Meisterschaften – der Sport ist besonders vom Skifahren wie Snowboarden bekannt.

Dirtjump beschreibt das Fahren auf den angelegten Erdhügeln, die einen Absprung und eine Landung haben. Der Fahrer springt dabei durch die Luft und versucht, verschiedenste Tricks zu machen (siehe auch unser untenstehendes Video).

Der Übergang zum Slopestyle ist fließend. Beim Slopestyle werden auch noch weitere Elemente (Wallrides, Drops und Boxen) zum Beispiel Holz mit in den Parcours eingebaut. Auch bei diesen Elementen versucht der Fahrer, Tricks zu zeigen. Wird das Gelände steiler und die Elemente noch größer, dann bewegt man sich im Big-Mountain-Bereich zu. Hier muss man schon sehr erfahren sein, um den Parcours zu bewältigen und dabei auch noch Tricks zu machen. Die Freeride Mountain Bike Association (FMBA) ist so eine Art Weltverband und unter ihrem Dach werden von verschiedenen Veranstaltern Events für verschiedene Könnerstufen angeboten.

Das Bike und die Ausrüstung

Meist werden Hardtrails mit Federgabeln gefahren, die etwa 100 Millimeter Federweg haben. Die Gabel wird aber oft so hart eingestellt, dass sie nur noch in Notsituationen federt. Die Bikes verfügen über nur einen Gang und sind sehr kompakt und flach gehalten. Viele Fahrer haben extra lange Bremsleitungen, damit sie den Lenker ohne Probleme drehen können.

Dirt- und Slopestyle-Fahrer bevorzugen eine eher legere Kleidung. Jeans, T-Shirt und eine Art Skateboardhelm. Darunter werden meist Knieprotektoren getragen. Je größer die Sprünge werden, desto mehr sollte man sich auch mit einem Fullfacehelm und weiteren Protektoren, wie einem Rückenprotektor, schützen.

 

Zum InnTrails e.V. Wasserburg

Der Verein hat das Grundstück unter der Umgehungsbrücke gepachtet –
sämtliche Hügel (Dirtjumps) und Rampen sind reine Handarbeit, was gerne Muskelkater und Wasserblasen hervorbringt – siehe unser Foto nach einem Nachmittag Arbeit!

Freundlicherweise unterstützen einige Firmen die Inntrailer – so wie die Firma Hutterer mit Werkzeugen oder auch Zimmereien mit Holz – die restlichen Kosten werden von den Mitgliedsbeiträgen und Tagesgebüren beglichen.

Die Strecken sind technisch sehr anspruchsvoll, mit hohem Verletzungsrisiko für Ungeübte und kalkulierbarem Risiko für geübte Fahrer!
Es erfordert spezielle Fahrräder (Dirtbikes) die den Belastungen stand halten und natürlich Schutzausrüstung für Kopf, Arme und Beine – siehe weiter oben im Bericht.

Oft wird ein Tag zum Schaufeln (shapen) ausgemacht, an dem möglichst viele helfen auszubessern, zu verbessern oder umzubauen.
Achtung: Fahren dürfen Nichtvereinsmitglieder nur dann, wenn Vereinsmitglieder vor Ort sind,  drei Euro für den Tag entrichtet wurden und ein Haftungsverzicht (bei unter 18 mit Unterschrift der Eltern) unterschrieben wurde oder wenn man Vereinsmitglied ist (30€/Jahr).
Informieren kann man sich auf Facebook unter InnTrails eV, – da gibt’s auch die Dokumente zum Download und man kann den Verein anschreiben.

Der Wasserburger Verein zählt aktuell 20 Mitglieder von sechs bis 34 Jahren.

Arnold: „Da viel Übung erforderlich ist, ist es umso wichtiger, zusammen zu fahren – um von den erfahrenen Fahrern zu lernen und um nichts zu zerstören!
Wir geben gerne Auskunft und freuen uns über neue Mitglieder und Gastfahrer.
Viele Passanten am Inn freuen sich stets und staunen, wenn es was zu sehen gibt –
manche wollen dann sogar spontan in die Vereinskasse spenden!
Es gibt auch eigens eine Infotafel zum Verein neben dem ersten großen Holzabsprung. Aber es gibt auch einige Ketten, die bei Abwesenheit von uns Mitgliedern das Fahren Dritter verhindern sollen.“ Unser Foto – es solle ja niemandem etwas passieren …

Hier ein paar Impressionen zu dem Sport in Wasserburg per Video (einfach anklicken)

lnntrails Wasserburg

 

Der Fahrer ist:
Facebook: InnTrails eV

 

 

 

 

 

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6 Gedanken zu „„Bitte achtet unser Sport-Projekt!“

  1. Schreinerbiker

    Hängt doch mal eine „Wildkamera“ auf, vielleicht erwischt ihr die Deppen.

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  2. Ich verstehe das einfach nicht. Warum muss heutzutage immer alles zerstört werden.

    Es ist doch eine tolle Sache mit den Rampen.

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  3. Ich würde vermuten, dass ein Großteil der Zerstörung nicht mit böser Absicht geschehen ist (ausgerissene Pfosten und dergleichen natürlichen aus genommen).
    Vielleicht ist vielen, wie mir bis jetzt auch, nicht bewusst, dass die Anlagen zerstört sind, wenn man als Laie mit dem Rad draufgeht oder drüberläuft.

    So geschehen dann vielleicht Zerstörungen durch Kinder, die aus purer Freude über die „Hügel“ laufen, oder neugierige Radler, die es einfach in den Fingern juckt, das mal auszuprobieren.

    Schließlich liegt die Anlage an einem viiiiiel genutzten Wander- und Radlweg.

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  4. Die böse Absicht trifft unserer Meinung nach tatsächlich sehr selten zu, gab es aber auch.

    Die Ketten und Hinweisschilder sind aber nun mal keine Zierde, sondern sollten zu verstehen geben, hier darf man etwas nicht!

    Überall Ketten und Schilder hinzupflastern wollen wir gar nicht und es bringt auch nicht viel, wer Absperrungen umgehen will, schafft das leider auch!

    Der Artikel soll vor allem zu verstehen geben, dass jeder willkommen ist, solange man unsere Regeln einhält.

    Die wichtigste ist dabei, bitte nur zu fahren, wenn man uns vorher entsprechend kontaktiert hat.

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  5. Ich denke auch, dass viele nicht wissen, dass dieses Gelände einem Verein gehört, ich selbst wusste bis vorhin nicht einmal das Wasserburg so einen Verein hat!

    Ich dachte auch, dass auf diesem Gelände jeder einfach so fahren kann und das Ganze die Stadt zur Verfügung gestellt hat für die Kids und für alle, die gerne mal etwas Freestyle oder Gelände fahren möchten.

    Denke, dass es ganz gut war, darüber mal zu berichten!!!

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  6. Manfred Förtsch

    Es ist gut, dass der Verein in dieser Veröffentlichung darüber aufklärt, dass das Betreten und Befahren der Anlage ein Problem für die Instandhaltung sind.

    Ich denke, dass mit dieser Veröffentlichung jedem jetzt klar sein müsste, wie er sich zu verhalten hat, um die Anlage zu erhalten.

    Schön, dass mittels ein paar Videos auch das Können der jungen Leute gezeigt wird.

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