Biotonne: Stadt gibt erste Infos

Einführung im Januar 2018 - Die Antworten auf die wichtigsten Fragen

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Am 1. Januar 2018 wird im kompletten Stadtgebiet von Wasserburg die Biotonne eingeführt. Fast einstimmig hatte sich der Stadtrat im Oktober 2016 dafür ausgesprochen (wir berichteten). Jetzt hat die Abfallberatung ein erstes, umfassendes Informationspaket an die Bürger herausgegeben. Darin werden unter anderem die Vorteile der neuen Tonne herausgestellt. Diese sind:

·        Keine Geruchsbelästigung im Garten durch Geruchsfilter mit Abschluss-Lippe

·        Kein Anlocken von Schädlingen, Ratten und Ungeziefer

·        Finanzielle Vorteile durch weniger Restmüll

·        Leerung alle 14 Tage

·        Sichtbarer Beitrag zum Umweltschutz

·        Sinnvolle Verwertung der organischen Abfälle

·        Erzeugung von Pflanzennahrung und Erden

 

Außerdem geht die Stadt mit ihrem Informationsblatt auf wichtige Fragen zu Biotonne ein:

Warum noch eine Tonne?

Nach dem Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) ist eine getrennte Erfassung von Bioabfällen seit 2015 Pflicht. Hintergrund  dieser gesetzlichen Verpflichtung ist vor allem die Schonung  von Rohstoffvorkommen.

Warum Biomüll nicht einfach verbrennen?

Durch die getrennte Verwertung von Bioabfällen in Vergärungsanlagen mit Erzeugung von Strom und Wärme werden fossile Energieträger ersetzt. Dadurch werden Treibhausgasemissionen reduziert. Im Hinblick auf den Klimaschutz bedeutet das für Wasserburg  einen großen Schritt nach vorne.

Was passiert mit dem letzten Rest?

Durch die Verwertung der entstehenden Gärreste können in  der Landwirtschaft künstliche Dünger und Bodenzuschlagsstoffe ersetzt werden. So bleibt u.a. der im Bioabfall enthaltene  Phosphor als verwertbarer Rohstoff erhalten.

Wie funktioniert das Recycling bei uns?

Die gesammelten Abfälle werden zur Vergärungs- und  Kompostierungsanlage Aham transportiert. Da die getrennte Sammlung in Wasserburg bisher freiwillig ist und nur von ca. 500 Haushalten genutzt wird, wird pro  Jahr nur eine Sammelmenge von rund 80 Tonnen erreicht. In einer 2012 durchgeführten Restabfallanalyse wurde  jedoch im Wasserburger Restabfall ein Potenzial von fast 600 Tonnen ermittelt! In Deutschland wurden im  Jahr 2014 etwa 15,4 Millionen Tonnen biogene Abfälle  biologisch behandelt.

Springt für die Bürger auch was raus?

Ja, denn die getrennte Sammlung von Bioabfällen bringt  neben den ökologischen auch finanzielle Vorteile. Weil  für die Biotonne keine Gewichts- und Entleerungsgebühr  erhoben wird, sparen Sie sich künftig Restabfallgebühren, da der schwere Bioabfall nicht mehr in der Restabfalltonne landet. Laut der Hausmüllsortieranalyse von 2012 besteht der Restmüll zu knapp 50% aus Biomüll. Dementsprechend weniger könnte in Zukunft auch der Restmüll kosten.

Wer bekommt eine Biotonne?

Um möglichst viel Bioabfall der Verwertung zuführen zu können muss grundsätzlich jeder Haushalt bzw. jedes Gewerbe an  die Biotonne angeschlossen werden. Nur so können möglichst viele Bioabfälle umweltgerecht verwertet werden. Übrigens: Bundesweit ist das »Drei-Tonnen-System« mit Restabfall-, Bio- und Papiertonne fast überall seit Jahren Standard.

Gibt es Ausnahmen?

Grundstückseigentümer im Kernbereich der Altstadt (Geltungsbereich der Gestaltungssatzung) können auf Antrag von der Anschlusspflicht befreit werden, wenn kein Platz zur Aufstellung einer Tonne vorhanden ist. Eine Befreiung ist ebenfalls möglich, wenn Bioabfall im eigenen Garten kompostiert wird. Voraussetzung ist der Nachweis einer Gartenfläche von 50 Quadratmeter pro Hausbewohner, auf der Kompost ausgebracht werden kann. Bei allen Befreiungen muss der nicht kompostierbare Bioabfall wie zum Beispiel Speisereste im Bringsystem am Wertstoffhof entsorgt werden. Dazu muss eine Bioabfallkarte beantragt werden. Auf Antrag kann auch eine Nachbarschaftstonne genutzt werden. Alle Anträge erhalten Sie bei der Abfallberatung.

Wann wird sie ausgeliefert?

Die Biotonnen werden Anfang Dezember zusammen mit einem speziellen Infoblatt ausgeliefert. Die genaue Lieferwoche wird noch bekanntgegeben. Die Lieferung erfolgt durch eine von der Stadt beauftragte Firma bis an Ihr Grundstück.

Wie viel kostet sie?

Die Biotonne ist gebührenfrei. Lediglich für ein optionales Schloss wird eine Gebühr von einmalig 30 Euro erhoben.

Wie oft wird sie geleert?

Die Entleerung wird 14-tägig erfolgen. Die Entleerungstage  werden rechtzeitig bekanntgegeben und selbstverständlich auch in der Abfallinformation 2018 (Verteilung im Dezember 2017) zu finden sein. Die Restabfalltonne wird ab 2018 nur noch vierwöchentlich geleert! Sollte die bisherige Restabfalltonne dann nicht mehr ausreichen, ist 2018 ein Wechsel auf  eine größere oder zusätzliche Restabfalltonne gebührenfrei möglich. Gegen eine erhöhte Entleerungsgebühr, die Ende des Jahres noch vom Stadtrat beschlossen wird, können auf  Antrag 240 Liter und 1.100 Liter Restabfalltonnen auch 14-tägig oder wöchentlich geleert werden.

Zeitlicher Ablauf:

September bis Dezember

Die Stadt Wasserburg informiert ihre Bürger über Informationsblätter in den Heimatnachrichten

Anfang November

Informationen zur Biotonne in den vier Bürgerversammlungen

Anfang Dezember

Auslieferung der Biotonnen bis zur Haustüre. Die genauen Termine werden hierzu noch bekanntgegeben.

Mitte Dezember

Ausgabe der kostenlosen Vorsortiereimer und Bioabfallbeutel am Wertstoffhof.

Anfang Januar 2018

Erste Leerung der neuen Biotonne

Mitte Januar 2018

Rückgabemöglichkeit für Bioabfallkarten und Auszahlung des Restguthabens

 

 

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