„Bin sehr überrascht”

Stellungnahme von Landrat Otto Lederer zur Eggstätt-Hemhofer Seenplatte als mögliches Atommüll-Endlager-Gebiet

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Die Bundesgesellschaft für Endlagerung hatte gestern mit der Veröffentlichung der Gebiete, die angeblich günstige, geologische Voraussetzungen für eine sichere und dauerhafte Endlagerung hochradioaktiver Abfallstoffe erwarten lassen”, für Aufregung gesorgt. Auch im Landkreis, der genannt wurde (siehe Karte). Dazu Landrat Otto Lederer in seiner Stellungnahme …

 

„Tatsächlich hat mich die Information der Bundesgesellschaft für Endlagerung sehr überrascht. Dennoch möchte ich feststellen, dass wir uns hier erst am Anfang eines langen Prozesses befinden.

90 Teilgebiete wurden in dieser ersten Phase der Standortsuche für eine Endlagerung von radioaktiven Abfallstoffen ausgewiesen. Das sind über 50 Prozent der kompletten Fläche Deutschlands. In Bayern sind 2/3 der Landesfläche betroffen. Diese erste Bewertung erfolgte ausschließlich aufgrund von geologischen Kriterien.

Alle anderen Kriterien, wie zum Beispiel Wohnbebauung, Trinkwasserschutzgebiete oder Naturschutzgebiete fließen erst später in die Beurteilung ein.

Ich kann mir derzeit nicht vorstellen, dass der betreffende Bereich des Landkreises Rosenheim als Endlager tatsächlich geeignet ist. In den betroffenen Gemeinden leben fast 40.000 Menschen. Mit der Eggstätt-Hemhofer Seenplatte befindet sich das älteste Naturschutzgebiet Bayerns in diesem Teilbereich.

Insgesamt vier FFH-Gebiet, zwei Vogelschutzgebiete, zwei Naturschutzgebiete und sieben Landschaftsschutzgebiete liegen in dieser Region. Ich denke, dass nach der Beurteilung all dieser Kriterien diese Umgebung nicht mehr als Endlager in Betracht gezogen wird.“

Quelle: Landratsamt

 

 

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