„Bevölkerung verhält sich vorbildlich”

Wochenbilanz des Polizeipräsidiums Oberbayern-Süd zum Einsatzgeschehen rund um Corona

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Seit 21. März gilt für den Freistaat Bayern eine vorläufige Ausgangsbeschränkung zur Eindämmung der COVID-19 Pandemie. In den vergangenen acht Tagen kontrollierte die Polizei im südlichen Oberbayern erneut über 20.000 Mal die Einhaltung der Regeln. In der Gesamtheit fällt die polizeiliche Zwischenbilanz erneut positiv aus. Die Ausgangsbeschränkungen haben nach wie vor eine hohe Akzeptanz und werden von den Menschen in der Region überwiegend beachtet. „Bilderbuchwetter“ verursachte dabei im südlichen Oberbayern einen erhöhten Kontroll- und Überwachungsaufwand für die Polizei. Handlungsbedarf bestand hauptsächlich in Bezug auf die bestehende Ausgangsbeschränkung.

Im Verlauf der vergangenen Woche wurden durch die Polizei im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Oberbayern-Süd 20.125 Kontrollen zur Durchsetzung der Verordnung der Bayerischen Staatsregierung anlässlich der COVID-19 Pandemie durchgeführt. Hierbei wurden 2.151 Verstöße festgestellt. 2.064 dieser Verstöße bezogen sich auf die Missachtung der Ausgangsbeschränkung, dabei wurde in 1.325 Fällen Anzeige erstattet.

Insgesamt wurden im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Oberbayern-Süd in der vergangenen Woche insgesamt 1.407 Verstöße gegen die Rechtsverordnung der Bayerischen Staatsregierung zur Anzeige gebracht. Dazu Polizeipräsident Robert Kopp: „Mit den polizeilichen Kontrollen und der Durchsetzung der Ausgangsbeschränkung wollen wir dazu beitragen, dass nicht wegen der Unvernunft einer Minderheit der Fall eintritt und irgendwann jeder einen kennt, der am Coronavirus verstorben ist.“

Für die Kontrollen lagen die Hauptaugenmerke auf den Wochenendtagen. Nicht zuletzt durch das herrliche Frühlingswetter begünstigt, bereitete sich die Polizei auf eine erhöhte Kontrolltätigkeit auf den Straßen in die beliebten Ausflugsziele im Alpenvor- beziehungsweise im Bergland vor. Mit Unterstützung von Kräften der Bayerischen Bereitschaftspolizei wurden beispielsweise am gestrigen Samstag und heutigen Sonntag mehrere Kontrollstellen auf überregionalen Straßen durchgeführt. Im Ergebnis hat sich eine überwältigen Mehrheit an die Empfehlung gehalten, die gerade bei schönem Wetter stark frequentierten touristischen Hotspots zu meiden.

 

Motorräder blieben in Garagen

Die verbandseigene „Kontrollgruppe Motorrad“ nahm den Ausflugsverkehr vor allem auf den, bei „Bikern“ beliebten Bergstrecken ins Visier. Großes Lob gilt den Motorradfahrern – obwohl bestimmt unzählige „Biker“ nicht erst seit Anfang April auf die erste Ausfahrt warten, musste lediglich ein Biker angezeigt werden, der auf der Kesselbergstrecke eine verbotene Ausflugsrunde drehte. Auch die Spazierfahrt eines Cabriofahrers endete mit einer Anzeige nach dem Infektionsschutzgesetz. Kurios: Sogar zwei Camper traf die Kontrollgruppe Motorrad an, welche im Karwendel ihre Zelte aufgeschlagen hatten. Nach einem Appel durch die Polizisten kehrten die Camper nachhause zurück.

 

Überwachung des alpinen Geländes

Zur Überwachung des alpinen Geländes durchstreiften Einsatzkräfte der Alpinen Einsatzgruppe die Wanderwege in den heimischen Bergen und kontrollierten die Einhaltung der Rechtsverordnung, unter anderem auf den geschlossenen Zustand von Berghütten und ähnlichen Ausflugslokalen. Unterstützt wurden die Alpinbeamten dabei aus der Luft mit einem Hubschrauber der Polizeihubschrauberstaffel, stellten aber nur ganz vereinzelt Wanderer fest. Mit Ausnahme eines Gleitschirmfliegers, der sich im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Bad Reichenhall nicht an das bestehende Flugverbot gehalten hatte, wurden hier keinerlei Beanstandungen erforderlich.

 

Heimische Gewässer im Visier

Die heimischen Gewässer wurden bei den Kontrolltätigkeiten nicht außer Acht gelassen. Die Wasserschutzpolizei Prien überwachte deshalb das Ausflugs- und Freizeitverhalten auf dem Chiemsee. Sonst einsatzrelevante Gewässer sowie deren Uferbereiche, insbesondere des Starnberger Sees Ostufer, des Tegernsees, des Königssees und des Waginger Sees, wurden mit Unterstützung von Diensthundeführern und der Reiterstaffel  sowie von den jeweils örtlich zuständigen Polizeiinspektionen von Land überwacht. Es wurden nur wenige Personen angetroffen.

 

Viele Anzeigen am Samstag

Wenngleich die Bevölkerung den beliebten Ausflugszielen ganz überwiegend fernblieb, musste die Polizei im südlichen Oberbayern alleine am Samstag 480 Personen wegen Verstößen gegen die derzeit geltende Ausgangsbeschränkung anzeigen.

Hierbei waren vermehrt Verstöße zu verzeichnen, bei denen die Personen die mittlerweile allseits bekannten Auflagen (unter anderem keine Gruppenbildung, Mindestabstand 1,50 Meter, sozialer Kontakt nur mit im selben Hausstand lebenden Angehörigen) missachteten.

 

Ruhige Verkehrs- und Einsatzlage am Sonntag

Für den heutigen Sonntag zeichnet sich ein ähnlich ruhiges Lagebild wie für den gestrigen Samstag ab. Mit Stand 13 Uhr stellte die Polizei ein geringes Verkehrsaufkommen auf den Straßen in die allseits beliebten Ausflugsziele fest. Ab Mittag füllten sich dennoch die Wanderparkplätze mit Fahrzeugen sowohl von Einheimischen als auch von Auswärtigen.

Nennenswerte Verstöße im Rahmen der Kontrollen waren nicht zu verzeichnen.

 

Schwierige Bergung eines gestürzten Wanderers im Chiemgau

Ein schwerer Bergunfall eines unvernünftigen, 38-jährigen Einheimischen im Bereich Staudach (Landkreis Traunstein) beschäftigte am vergangenen Mittwoch ein Großaufgebot von Rettungskräften (wir berichteten). Unter schwierigen Bedingungen mussten zehn Einsatzkräfte der Bergwacht unter hochalpinen Bedingungen und mit hoher Eigengefährdung Seilgeländer spannen, um den Mann zur Hilfeleistung erreichen zu können. Der Rettungshubschrauber Christoph 14 konnte den Mann mit dem Bergetau ebenfalls unter schwierigen Flugbedingungen bergen und anschließend ins Krankenhaus Traunstein transportieren.

Die Einhaltung des aufgrund der allgemein geltenden Regelungslage notwendigen Mindestabstands unter den Einsatzkräften ist bei einem solchen schwierigen Einsatz nicht möglich. Daher ging die Bergwacht – zusätzlich zu den alpinen Gefahren – noch ein erhebliches gesundheitliches Risiko ein.

Polizeipräsident Robert Kopp und Polizeivizepräsidentin Schichl betonen: „Der überwiegende Teil der Bevölkerung hat erkannt, dass es um mehr geht, als um ein paar schöne Stunden Freizeit und hat sich verantwortungsvoll und vorbildlich verhalten. Beachten Sie bitte weiterhin die Regeln und halten Sie durch – retten wir weiterhin miteinander das Leben von Menschen!“

Die Polizei im südlichen Oberbayern wird die Einhaltung der Ausgangsbeschränkung sowie die Veranstaltungsverbote und Betriebsuntersagungen auch weiterhin intensiv kontrollieren, Verstöße dagegen konsequent unterbinden und zur Anzeige bringen.

 

Sicherheit im Herzen – Zukunft im Blick!

Für Fragen zur Ausgangsbeschränkung sowie zu den Veranstaltungsverboten und Betriebsuntersagungen bitten wir auch weiterhin, nicht den Polizeinotruf 110 oder die örtlichen Polizeiinspektionen anzurufen. Die häufigsten Fragen zur Ausgangsbeschränkung werden hier beantwortet:

https://www.corona-katastrophenschutz.bayern.de/faq/index.php

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14 Kommentare zu “„Bevölkerung verhält sich vorbildlich”

  1. Ich finde die Polizeiaktion gestern in Wasserburg jenseits jeglicher Verhaeltnismaessigkeit!
    3 Streifenfahrzeuge, mind. 6 Beamte.
    Selbst wenn hier “Spass Fahrer” unterwegs waren, was hat das mit dem eigentlichen Ziel zu tun, die Verbreitung des Virus, durch ausreichen Abstand zu behindern.
    Keiner der Beamten trug einen Mundschutz. Man muss das Fenster öffnen. Die 2 Meter Abstand konnten von den Beamten gar nicht eingehalten werden, um eine Kommunikation zu ermöglichen.
    Es reicht!!!!

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  2. Kann ich nicht bestätigen. Lange Menschenschlangen bei den Eisdielen und Scharren von Radfahrergruppen unterwegs, dass man mit Rollstuhl nicht fahren kann auf kleinen geteerten Wegen👎

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  3. Ich wurde auch aufgehalten und der Beamte hielt Abstand und war sehr freundlich. Alles okay.

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  4. Bitte, liebe Floristen, kann mir mal jemand erklären, was derzeit sinnvoller ist: am Skulpturen Weg (max 2 m breit),
    Oder noch besser, Richtung Attel, auf Hoehe der Staustufe (80cm breit), spazieren gehe, oder alleine mit Auto, n bisschen RAUS fahren, um irgendwo, in der freien Natur rumzu laufen. Ich rede nicht vom Chiemserru ndweg, oder diversen Wanderwegen unserer Schoenen Berge.
    Wenn mich aber due Polizei kontrolliert, muss ich mit 500€ Strafe rechnen.

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  5. Bleibts Dahoam!

    @Derrik, “Spaßfahrer” werden ua deshalb ausgebremst, weil man neben den “social distancing” erreichen möchte, dass die Gefahr von normalen Unfällen und Co minimiert werden soll. Warum? Ganz einfach: Die Ressourcen des Gesundheitheitssystems müssen geschont werden. Und das ist richtig!

    Es ist (eigentlich) nicht schwer: wer keinen wirklich dringenden Grund hat bleibt mit dem Popo zuhause. Punkt.

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  6. Warum darf ich mitm motorrad denn bitte nicht alleine rumfahren??? Wen stecke ich da bitte damit an? Wenn ich mitm fahrrad schon fahren darf,aber nichr mitm motorrad? Kann mir das bitte irgendjemand plausibel erklären????
    Und das mit dem fehlenden mundschutz der polizei kann ich nur bestätigen.

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    1. Jessas…. es geht einfach um die Unfallgefahr, die von Spaßfahrern ausgeht. Scheint ja echt schwer verständlich zu sein *kopfschüttel*

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    2. .. gute Frage.. Motorrad fahren ist nur in Bayern uns Sachsen aufgrund der Ausgangsbeschränkung verboten. In allen anderen Bundesländern ist es erlaubt… Auto fahren ist derzeit überall erlaubt, obwohl dadurch ganz erheblich mehr Unfälle passieren..

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  7. @insider: weil Mororradfahren keine Bewegung an der frischen Luft ist. Du kannst ja damit zum Einkaufen fahren oder zur Arbeit, aber bleib doch sonst einfach daheim. Mit dem Motorrad fährt man zu Ausflugszielen, also da wo alle hinfahren, oder? Sei froh, dass es die Ausnahme gibt und wir noch draußen joggen oder radeln dürfen.

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  8. Jammern auf hohem Niveau
    Kann nur den Kopf schütteln

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  9. @ babara und mit dem fahrrad als spassfahren passieren also keine unfälle? Nein motoradfahren ist nicht unfall anfälliger, es gibt mehr fahrrad unfälle wie mitm motorad, vorallem sind bei den meisten motoradunfälle die autofahrer schuld,die ja so wie weg sind aktuell….kopfschüttel zurück…

    @rob was ist motorradfahren dann, bewegung im raum??? Und ich denke das eher mehr fahrradfahrer zu beliebten ausflugszielen AKTUELL fahren wie biker, wie mir ein bekannter sagte,siehe chiemsee,nur fahrradfahrer on mass….
    Also hab ich immer noch keine plausibeln grund gehört!!!!
    Ps: ich bin kein motorradfahrer

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  10. @haubelinchen es geht mir hier nicht ums jammern sondern ums prinzip…da ich kein motorradfahrer bin….nur damit ich es wirklich verstwhe….und warum die polizisten keinen mundschutz bei dwn kontrollen tragen und auch keinen sicherheitsabstand einhalten? Da kann ich mich doch gleich mit meinem freund treffen,denn bei dem weiss ich wenigstens mit wem er in kontakt war,beim polizisten 🤷‍♂️

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  11. Oh mein Gott. Warum jammert ihr denn so? Es tut doch auch mal der Natur gut, nicht immer sinnlos mit Autos und co. rumzufahren. Warum muss man immer einen Motor unter sich haben? Wir sind Motorradfahrer und zwar eingefleischte. Ich stimme auch zum Teil zu, dass oft Autofahrer Motorradfahrer umfahren. Aber immer alleine sind die auch nicht schuld! Wenn jetzt die Straßen so frei sind verleitet das zum schneller fahren. Und Motorradfahren ist sehr gefährlich! Man soll ja auch nicht mehr in die Berge, gleitschirmfliegn usw. weil man einfach Unfälle reduzieren will. Ist das so schwierig zu verstehen? Und es sagt keiner was wenn man eine kurze Strecke zum Spazierengehen fährt, oder sich was zu essen, oder Eis holt. Wenn nichts gemacht wird und sich der Virus rasant vermehrt, oder die Krankenhäuser weiter voll wären mit Unfallopfer und desshalb jemand stirbt an Corona würde auch jeder schimpfen. Ist doch egal wer wie was macht oder nicht, es wird leider immer geschimpft. Und Umweltschutz ist es nebenbei auch noch!

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  12. @insider: beim Motorradfahren bewegt das Motorrad den Fahrer und nicht der Fahrer sich aktiv. 😉 So war das gedacht, sich bewegen, Sport, frische Luft. Was soll man denn noch für Ausnahmen machen? Dann könnte gleich jeder wieder dahin fahren, wohin er will.

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