Betreuungshof Rottmoos schwer getroffen

Zwei Bewohner an Corona-Infektionen verstorben - Hilferuf: Dringend wird Schutzkleidung benötigt

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Eine traurige Nachricht: Der Betreuungshof Rottmoos bei Wasserburg ist schwer getroffen von Corona-Infektionen. Zwei Bewohner sind bereits verstorben, beide in höherem Alter und mit Vorerkrankungen, wie die Einrichtung am heutigen Donnerstag in einer Presseerklärung mitteilt. Es werden aktuell noch drei Bewohner in Kliniken behandelt, denen es gar nicht gut gehe.

Im Haus werden derzeit mehrere Bewohner mit einem leichten Krankheitsverlauf versorgt.

Leiterin Monika Senega: „Nachdem nun zwei geliebte Bewohner von uns gegangen sind, kommt auch noch die Trauerbegleitung auf Distanz hinzu. Wir dürfen niemanden in den Arm nehmen und trösten, das verstehen die wenigsten. Unser Hilferuf geht jetzt auch an die Bürgerinnen und Bürger von Wasserburg. Am dringendsten benötigen wir zusätzliche Schutzkleidung. Nicht anrufen, sondern bitte einfach vor die Tür stellen!”

Im Betreuungshof Rottmoos leben 52 Menschen mit Hör- und Sprachbehinderung sowie zusätzlichen Erkrankungen. Dazu gehören geistige Behinderungen, psychische Erkrankungen, aber auch physische Einschränkungen. Da man dort vorwiegend ältere Personen betreut, sind auch Vorerkrankungen wie Herz- Kreislauferkrankungen, COPD und anderes weit verbreitet. Erkrankungen, die bei einer Corona-Infektion einen schweren Verlauf verursachen können.

Auch einige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurden positiv getestet und fallen somit aus.

Monika Senega: „Momentan können wir aber noch eine adäquate Betreuung und Pflege aufrechterhalten. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind im Bereich Hygiene sehr gut geschult – hierfür haben wir eine extra dafür ausgebildete Hygienefachkraft. Dies wurde uns auch regelmäßig von der Heimaufsicht bestätigt.

Notwendige Schutzausrüstung bekommen wir über das Landratsamt Rosenheim, allerdings immer nur in kleinen Mengen. Unsere üblichen Lieferanten tun alles, was möglich ist, können aber den großen Bedarf nicht abdecken. Mittlerweile haben wir ein paar fleißige Helfer, die für uns Mund-Nasenschutz nähen.

Alle Maßnahmen werden engmaschig mit dem Gesundheitsamt in Rosenheim abgesprochen und durch einen Arzt begleitet.

Die ganze Einrichtung steht mittlerweile unter Quarantäne. Das heißt, alle Bewohner müssen in ihren Zimmern bleiben. Sie dürfen nur einzeln ohne Kontakt zu anderen Bewohnern ins Freie gehen um mal Luft zu schnappen oder sich zu bewegen.

Es gibt keine gemeinsamen Mahlzeiten mehr, keine gemütlichen Kaffeerunden oder Spiele. Unser familiäres und soziales Leben, das uns immer sehr wichtig war, ist vollkommen zum Erliegen gekommen.

Da die kognitive Einschränkung der Bewohner teilweise gravierend ist, fehlt hierfür oft das Verständnis. Auch Informationsschriften in einfacher Sprache und mit Bildern helfen hier nur unzureichend. Viren kann man nicht sehen und riechen, das macht das Verstehen schwer bis unmöglich.

Die Isolation verursacht zunehmend psychische Probleme. Gerade dieser Personenkreis leidet immens an den gebotenen Maßnahmen. Die Mitarbeiter versuchen dies in Einzelgesprächen aufzufangen. Unser erfahrenes Team ist bis an seine Grenzen gefordert und leistet dennoch hervorragende und professionelle Arbeit.”

Ein großes Danke an dieser Stelle dafür!

Foto: Betreuungshof Rottmoos

 

 

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5 Kommentare zu “Betreuungshof Rottmoos schwer getroffen

  1. Mein Herz blutet!

    Viel Kraft den Kolleg*innen!

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  2. Sehr, sehr traurig. Ich verstehe nicht, warum ihr erkrankte Mitarbeiter nicht testen lasst. In anderen Einrichtungen wird das zum Schutz der Bewohner gemacht.

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  3. Carl und Rosi Teine

    Wir sind in Gedanken bei den Bewohnern und den Pflegekräften. Wir wünschen Ihnen viel Kraft und Energie um diese schwierige Zeit zu bewältigen. Ein Dank an alle Pflegekräfte die sich mit allen Mitteln für die Bewohner einsetzen.
    Alles Gute und Liebe.
    Carl und Rosi

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  4. warum werden solche Einrichtungen im Stich gelassen Wo sind die Gelder die die Politiker zur Verfügung stellen. Hier muss man schnell handeln und den bürokratischen Weg beschleunigen.
    Aber daran merkt man wieviel jeder Mensch wert ist und die Politiker mehr interessiert sind wo der Dax steht.
    Ich wünsche dem gesamten Team und den Heimbewohnern viel Kraft und das sie die Krise gut überstehen.

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  5. Bin selbst hörgeschädigt. Ich kenne einige Leute im Betreuungshof Rottmoos. Diese Nachricht hat mich schwer getroffen und ich bin in Gedanken bei ihnen.

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