Beste Wünsche zum 100. Geburtstag

„Oid werd i ned!“ – Gebetsmühlenhaft wiederholte Maria Haas aus Edling immer wieder ihre selbsteingeschätzte Lebenserwartung, wie sich Enkelin Barbara Spagl (49) schmunzelnd erinnert. Und auch bei der Geburtstagsfeier am gestrigen Sonntag mit Blasmusik und der engsten Verwandtschaft schüttelte die alte Dame immer wieder ungläubig den Kopf, als könne sie kaum glauben, wie ihr geschah.

Am 19. Juli 1920 wurde Maria Haas in Baja, Süd-Ungarn, geboren. Dort lernte sie bereits mit 15 Jahren ihren Mann kennen, mit dem sie zwei Töchter haben sollte. Weil sie der Volksgruppe der Schwabendeutschen angehörte, musste sie 1945 zwangsweise nach Deutschland ausreisen und landete zunächst in Staudham – wenige Meter von der Seniorenresidenz entfernt.

Auf einem Bauernhof bei Soyen arbeitete sie als Magd. Ihr Mann, schwer lungengeschädigt aus dem Krieg heimgekehrt, half mit so gut es seine Kräfte erlaubten. In Oberndorf bei Ebersberg baute eine Tochter, die Mutter von Barbara Spagl, ein Haus und die Jubilarin und ihr Mann (1973 verstorben) unterhielten dort eine kleine Landwirtschaft mit Hühnern, Enten und Schweinen. „Wir waren eine richtige Großfamilie“, blickt Enkelin Spagl zurück.

Nach dem Tod der Tochter zog Maria Haas in die Seniorenresidenz, wo sie übrigens der erste Bewohner ist, der seinen 100. Geburtstag feiert. In Edling fühlt sie sich heimisch. Ihr Rezept für ein derart langes Leben führt sie auf ihren tiefen Glauben zurück. Maria Haas: „Ich bete immer für alle mit!“