„Bemerkenswert, aber nicht ungewöhnlich“

Inspektionsleiter Reinhard Tomm zieht Wochenendbilanz für Rosenheimer Bundespolizei

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Am Wochenende hat die Rosenheimer Bundespolizei gegen zwei Männer Ermittlungen wegen Schleusungsverdachts aufgenommen. Zwischen Kufstein und Rosenheim wurden außerdem insgesamt 30 Migranten registriert, die unerlaubt einreisen wollten. Die meisten von ihnen haben die Bundespolizisten im Rahmen der Grenzkontrollen auf der A93 festgestellt. 25 Ausländern, die nicht über die erforderlichen Papiere verfügten, wurde die Einreise nach Deutschland verweigert. Polizeidirektor Reinhard Tomm, der Leiter der Bundespolizeiinspektion Rosenheim, bewertet die Wochenendbilanz als „bemerkenswert, aber keineswegs ungewöhnlich“.

Schleuserwagen von Mittelsmann zugeführt

In der Grenzkontrollstelle auf der Inntalautobahn überprüften die Beamten die Papiere von vier Pkw-Insassen. Der Fahrer verfügte ebenso wie seine drei Mitfahrer nicht über die erforderlichen Einreisepapiere. Wie sich herausstellte, handelt es sich um Iraker, die bereits bei den österreichischen Asylbehörden registriert sind. Ersten Erkenntnissen zufolge hatte ein Mittelsmann dem in Wien gemeldeten irakischen Fahrzeugführer das in Österreich zugelassene Auto zugeführt. Der Wagen wurde sichergestellt. Alle vier Iraker sind wegen versuchter unerlaubter Einreise, der Fahrer zusätzlich wegen Einschleusens von Ausländern angezeigt worden. Sie mussten das Land wieder verlassen.

 

Meldeadressen in Bayern frei erfunden

Der Schleuserei beschuldigt die Rosenheimer Bundespolizei auch einen Inder. Der Mann brachte in einem in Deutschland zugelassenen Mietwagen offenkundig zwei Landsleute über die deutsch-österreichische Grenze. Aufgefallen war das Auto mit den drei indischen Staatsangehörigen zunächst Beamten der Verkehrspolizei. Der internationale Führerschein des Fahrers konnte bei der Kontrolle an der A8 auf Höhe Frasdorf als Fälschung entlarvt werden. Die italienische Aufenthaltserlaubnis des Fahrers war abgelaufen. Seine Begleiter hatten keine Papiere dabei. Sie gaben an, in Augsburg zu wohnen. Recherchen der Bundespolizisten zufolge sind sie dort nicht gemeldet. Auch der Wohnort des Fahrers im Landkreis München, der im Pkw-Mietvertrag angegeben ist, fand keine Bestätigung. Die Ermittlungen in diesem Schleusungsfall dauern an.

 

In Bustoilette eingeschlossen

Trotz Wiedereinreisesperren versuchten ein Nigerianer und ein Gambier jeweils mit einem italienischen Fernreisebus nach Deutschland zu gelangen. Die Überprüfung ihrer Personalien in der Kontrollstelle auf der Inntalautobahn ergab, dass die Münchner Ausländerbehörde gegen den gambischen Staatsangehörigen und das Landratsamt in Karlsruhe gegen den nigerianischen Staatsangehörigen Einreiseverbote verhängt hatten. Der Nigerianer versuchte sich der Kontrolle vorerst zu entziehen, indem er sich im WC des Busses einschloss. Trotz mehrfacher Aufforderungen, die Türe zu öffnen, weigerte er sich herauszukommen. Erst nachdem das Schloss der Bustoilette mittels Werkzeug von außen entriegelt worden war, konnte der Mann festgenommen werden. Er wurde nicht nur wegen des illegalen Einreiseversuchs, sondern auch wegen Wiederstands gegen Vollstreckungsbeamte angezeigt. Der Nigerianer wurde ebenso wie der Gambier nach Österreich zurückgewiesen.

 

Einordnung durch Inspektionsleiter Tomm

Über das Wochenende verteilt überstellte die Bundespolizeiinspektion Rosenheim im Rahmen der Zurückweisung 25 Migranten der österreichischen Polizei. Insgesamt wurden 30 Personen beim Versuch, unerlaubt einzureisen, angetroffen. Sie stammen insbesondere aus Somalia, Eritrea, dem Irak oder Albanien. Der Leiter der Rosenheimer Bundespolizei, Reinhard Tomm, ordnet die aktuellen Wochenendbilanz grenzpolizeilich ein: „Das Wochenende passt ins Lagebild. Schon 2019 haben wir als eine von vier Bundespolizeiinspektionen an der deutsch-österreichischen Grenze monatlich rund 240 Migranten ohne die erforderlichen Papiere registriert. Außerdem haben wir im vergangenen Jahr pro Monat durchschnittlich etwa zehn mutmaßliche Schleuser festgenommen. Mir zeigt das, dass die Bundespolizei insbesondere im Grenzgebiet zwischen Oberbayern und Tirol weiterhin gefordert ist.“

 

 

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