Bei Märkten: Frühere Ladenöffnung

Grünes Licht gab der Hauptausschuss der Stadt Wasserburg bei seiner jüngsten Sitzung für ein Vorhaben des Wirtschafts-Förderungs-Verbandes. Letzterer will an den Marktsonntagen, an denen die Wasserburger Geschäfte geöffnet haben, die Ladenöffnungszeiten um eine Stunde vorverlegen. Die Begründung des Verbandes: Der Publikumsverkehr bei den Märkten spielt sich in der Hauptsache am Vormittag und zur Mittagszeit ab.

Derzeit haben die Geschäfte an den verkaufsoffenen Marktsonntagen von 12.30 bis 17.30 Uhr geöffnet. Der neuen Regelung nach soll die Öffnungszeit dann von 11.30 bis 16.30 Uhr sein.

Außerdem beantragte der WFV, dass der Geltungsbereich auf das Gewerbegebiet Tegernau (Hagebaumarkt, Rossmann) und die Geschäfte am Aussichtsturm (Singer. Profi-Markt) umfassen sollte.

Grundsätzlich zeigten sich die Räte mit dem Vorhaben einverstanden, allerdings gebe es strenge Rechtssprechungen, die sich gegen weitere Ausdehnung von verkaufsoffenen Gebieten an Sonntagen richteten, so Bürgermeister Michael Kölbl. „Wenn die Großmärkte im Außenbereich dazugehören sollen, müssen wir unsere Satzung aktualisieren. Das sollten wir auch tun. Wer beim Singer einkauft, wird auch den Markt besuchen. Für die Tegernau sehe ich ohnehin keine Probleme, weil dort der Pendelbus vorbeifährt.” Die Änderung plane der WFV übrigens erst für 2020. „Wir haben also für die rechtliche Klärung noch ausreichend Zeit.”

Für „ausgesprochen sinnvoll” hält es auch Werner Gartner (SPD), die Zeiten nach vorne zu verlegen. Es sei bedauerlich, dass die Geschäfte derzeit bei vollem Marktbetrieb nicht auf hätten. „Es liegt jetzt an der Verwaltung, dass das gut ausformuliert ist und die Änderung der Öffnungszeiten genehmigt wird.”

Leichte Bedenken äußerte Markus Hoeft von den Grünen: „Wir sind noch auf keine richtig gute Lösung gekommen. Wir sehen die Gefahr, dass die Angestellten am Sonntag öfter arbeiten müssen.” Dass sei gerade im Außenbereich der Fall – also am Aussichtsturm und in der Tegernau. „In der Altstadt stehen die Geschäftsinhaber meist selber im Laden.”

Josef Baumann (Freie Wähler) findet die früheren Öffnungszeiten gut. „Ich halte auch die offizielle Ausweitung der Regelung für die Tegernau und den Singer für wichtig. Da gibt es eine Wechselwirkung. Die Leute gehen da zum Einkaufen und dann zum Markt, oder umgekehrt.”

Der Hauptausschuss brachte das Ansinnen des WFV schließlich ohne Gegenstimme auf den Weg. Vor Erlass einer Rechtsverordnung sind aber noch der Einzelhandelsverband, die Gewerkschaften, die örtlichen Kirchen, die IHK, die Handwerkskammer und das Landratsamt zu hören.