„Bayern muss Bayern bleiben“

In Eiselfing: Fraktionschef der CSU im Landtag gibt klare Linie für Wahlkampf vor

image_pdfimage_print

Man spürte ein gewisses Maß an Zurückhaltung. Die CSU strahlt seit der Wahlschlappe vom Herbst vergangenen Jahres auch in den eigenen Reihen nicht mehr das alte, seit 60 Jahren währende Selbstverständnis der Unschlagbarkeit aus. Und doch: Thomas Kreuzer, der Fraktionsvorsitzende der CSU-Landtagsfraktion, sorgte gestern bei seinem besonnenen, aber bestimmten Auftritt im Autohaus Gartner in Eiselfing dafür, dass das Eis zumindest kurzzeitig wieder brach. Immer wieder …

… erhielt er langanhaltenden Applaus bei seiner politischen Bilanz und seinem Ausblick auf die Landtagswahl im Oktober. Vor vollbesetzten Rängen streifte er alle politischen Themen – von der Finanz- über die Flüchtlings- bis hin zur Familienpolitik. Sein Fazit nach seiner 45-minütigen Rede: „Wir brauchen einen klaren Kompass. Bayern muss Bayern bleiben.“

Geladen hatten die Wasserburger Ortsverbände der CSU – von Amerang über Schonstett bis Griesstätt und Eiselfing. Vor dem öffentlichen Informationsabend im Autohaus Gartner hatte Kreuzer sich mit Bürgermeistern und Unternehmern des Wasserburger Landes zum Gedankenaustausch getroffen und musste das eine oder andere an Kritik einstecken. Dennoch zeigte er sich abends kämpferisch und gab eine klare Linie vor: „Wir haben in sechs Jahrzehnten dafür gesorgt, dass Bayern sich vom letzten Platz aller Bundesländer auf Platz eins vorgearbeitet hat. Diese Bilanz kann sich sehen lassen. Wir müssen uns wirklich nicht verstecken.“

Wichtig sei jetzt, dass man den Menschen im Freistaat klarmache, dass nur ein stabiles Bayern mit einer handlungsfähigen Regierung diesen Spitzenplatz behalten und erneuern könne. Kreuzer: „Am 14. Oktober ist Landtagswahl. Wir müssen aufpassen, dass wir in Bayern keine Berliner Verhältnisse bekommen. Da brauchen wir nicht nur die Politiker und Kommunalpolitiker, nicht nur die CSU-Mitglieder und Freunde unserer Partei, wir brauchen jeden einzelnen Bürger, um stabil, ohne Flügel- und Grabenkämpfe, wie in anderen Parteien üblich, weiter regieren zu können.“

Kreuzer ging in seiner kurzen, sachlichen Ansprache auch auf Themen wie die Sicherheitspolitik ein: „Ausschreitungen wie am unrühmlichen Silvester in Köln oder beim G20-Gipfel in Hamburg darf und wird es in Bayern nicht geben. Deshalb werde man im Freistaat in den nächsten Jahren die Personalstärke der Polizei nochmal jeweils um 500 anheben. Sicherheit gibt es nicht umsonst.“

Auch zur Flüchtlingspolitik nahm der Fraktionsvorsitzende Stellung: „Mit uns wird es keine Zuwanderung ohne Obergrenze geben. Die anvisierten 200.000 pro Jahr sind meiner Meinung nach schon zu viel. Wenn wir zu viele Menschen zu uns lassen, ist es unmöglich, sie zu integrieren. Wir überfordern den Staat und unsere Bürger.“ Integration sei das A und O. Und das bedeute, dass sich Flüchtlinge bei uns integrierten, sich an unseren Werten und Gesetzen orientierten. „Die Religionsfreiheit ist im Grundgesetz verankert. Aber es kann nicht sein, dass, wie in Lüneburg, Weihnachtsfeiern in Schulen abgesagt werden, weil sich Muslime beschweren.“

Zum derzeit umstrittenen Familiennachzug sagte Kreuzer: „Das wäre unverantwortlich. Denken Sie an den jungen Syrer, der jetzt in einer Unterkunft lebt, dort Sicherheit, seinen Sprachunterricht und sein Auskommen hat. Ziehen wir seine Familie nach, müssen wir sofort Wohnraum anbieten. Wie soll das funktionieren? Unsere Kommunen wären da völlig überfordert. Und: Ist die Familie erstmal da, gibt’s keinen Anreiz mehr, zurückzugehen.“

Der Fraktionsvorsitzende ging bei seiner Rede auch auf den starken Wirtschaftsraum Wasserburg ein, der durch seinen tollen Branchen-Mix und die herausragende Politik des CSU-geführten Landkreises so gut dastehe wie nie zuvor. „2,3 Prozent Arbeitslosigkeit. Das ist doch schier unglaublich. Wo und in welchem Bundesland gibt es das schon?“

Kreuzer abschließend: „Wir als CSU müssen das Vertrauen unserer bayerischen Bürger zurückgewinnen und das geht nur durch das Festhalten an Versprochenem.“

 

Begrüßt hatten die zahlreichen Gäste im Autohaus Gartner der Eiselfinger Ortsvorsitzende der CSU, Johann Herzog, und Landtagsabgeordneter …

 

… Klaus Stöttner. 

 

Die Chefinnen des Autohauses, Angelika Gartner-Neugebauer (links) und Gisela Oberlinner, hießen die Gäste willkommen.

 

Pfaffings Altbürgermeister Sepp Niedermeier im Gespräch mit dem Fraktionsvorsitzenden.

 

Kein Problem mit dem Neben- und Miteinander: Eiselfings Bürgermeister Georg Reinthaler (Grüne) mit Sebastian Friesinger junior von der JU Wasserburg-Land.

 

Wasserburger CSU-Größen: Die ehemaligen Stadträte Robert Zeislmeier (links) und Oliver Winter (Zweiter von rechts) mit den amtierenden Räten Wolfgang Schmid und Georg Machl.

 

Auch das CSU-Urgestein, der ehemalige Landtagsabgeordnete Adolf Dinglreiter, war gekommen.

 

Mit von der Partie: Martin Huber (Mitte) vom Autohaus Huber und Seniorchefin Susi Gartner sowie …

 

… Seniorchef Hans Gartner (Dritter von rechts).

 

 

Schnappschüsse vom Abend im Autohaus Gartner (Fotos: WS):

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


Leitfaden für die Veröffentlichung von Kommentaren

13 Gedanken zu „„Bayern muss Bayern bleiben“

  1. Sehr kreativ „Kompass“, „Bayern muss Bayern bleiben“ noch nie gehört die beiden Phrasen.

    26

    10
    Antworten
    1. Bayern wird wieder Bayern werden und dann wird Bayern auch Bayern bleiben – jedoch OHNE euch – und ich freu mich drauf

      24

      9
      Antworten
    2. Etwas Neues wird von deren Wähler auch nicht erwartet.

      26

      7
      Antworten
    3. … der „Bayerntrend“ sagt aktuell -5% bei der CSU seit der bekanntgabe vom Söder! I sog weiterso CSU wenn das euer Kompass ist. lol

      24

      9
      Antworten
  2. . . . und wieder ein Politiker, der die Menschen für dumm verkauft. Es war doch wohl nicht die CSU, die das Land Bayern in den letzten sechs Jahrzehnten nach vorne gebracht hat, sondern die arbeitende, fleißige bayerische Bevölkerung. Was die Graben- und Flügelkämpfe in einer Partei betrifft: siehe CSU im vergangenen halben Jahr.

    42

    15
    Antworten
  3. Da stehen und sitzen die Bayern und versprechen wieder was das Zeug hält. Ah ja, es sind ja bald Wahlen in Bayern.
    Gute Vorsätze haben sie ja.

    13

    11
    Antworten
  4. Und welche Partei hat Bayetn die letzten 50 Jahre am meisten zerstört mit ihrer Politik?

    Ich sage nur Glysophat, Skischaukel, Flächenfraß etc.

    (…)
    Ich hoffe das bei uns mal die Landwirte zum denken kommen und die nicht stur ihr Kreuz bei den christlichen machen.

    Aber mit rechter Hetze werden sie es schon wieder schaffen. Da sage ich nur Maut etc….

    42

    2
    Antworten
    1. So lange die Landwirte so gute Zahlungen von der EU erhalten, wählen die immer wieder die CSU.
      Hier kann man jede Zahlung einsehen:
      https://www.agrar-fischerei-zahlungen.de/Suche

      SO KAUFT SICH DIE CSU IHRE WÄHLER AUF KOSTEN DER ARBEITENDEN BEVÖLKERUNG,
      der diese EU-Zahlungen,
      der die Sozialleistungen an Asylanten,
      runtergeschunden werden.
      Landwirte zahlen keinen Cent für die Asylmisere, sie haben eigene Versorgungswerke (eigene Krankenkasse, eigene Rentenversicherung)

      37

      6
      Antworten
      1. In Bayern gibt es noch 91600 ldw. Betriebe, bei 10,1 Mio Wahlberechtigten. Mit diesen paar Bauern gewinnt die CSU keine Wahl. Andere Parteien sind hier weit innovativer, die importieren ihre zukünftigen Wähler . „Das Volk hat das Vertrauen der Regierung verscherzt. Wäre es da nicht doch einfacher, die Regierung löste das Volk auf und wählte ein anderes?“ von Berthold Brecht.
        Was kann die CSU im EU Parlament für die bayerischen Landwirte mit 5 Sitzen bei 751 Sitzen insgesamt rausschinden? Die bay. Bauern bewirtschaften 3, 1 Mio ha, in der EU gibt es 10,8 Mio ldw. Betriebe mit 175 Mio ha. Deutschland ist mit 14,1 Mrd größter Nettozahler der EU. Die „runtergeschundenen“ Zahlungen kommen deshalb vorallem bei ldw. Betrieben im EU Ausland an.

        8

        3
        Antworten
      2. Fritz bevor du so einen Stuss schreibst erkundige mal wie teuer die LKK für die Landwirte ist. Ich wäre gerne in einer anderen gesetzlichen Krankenkasse versichert die ihre Beiträge nach dem Verdienst errechnet.und wie hoch die Bauernrenteist die er bekommt, aber auch nur wenn er den Betrieb abgibt.Frag mal einen Austragsbauern. Und Bauern müssen genauso Einkommensteuer zahlen ab einer bestimmten Höhe.Es ist beschämend mit welchem Unwissen absichtlich Stimmung gegen die Bauern gemacht wird.Und nur noch einmal zur Erinnerung.Die EU Zahlungen wurden eingeführt weil die Erzeugerpreise gesenkt wurden.

        1

        2
        Antworten
  5. Lauter realfremde Träumer…
    In 10 Jahren wird man Bayern und Deutschland aufgrund der Zuwanderung nicht mehr wiedererkennen..

    68

    11
    Antworten
  6. Bayern muss bayrisch bleiben und nix anders…

    51

    7
    Antworten
    1. Sufer,
      dann hoffen wir mal, dass im Herbst mehr Leute richtig wählen. Denn ohne CSU könnte es klappen

      52

      5
      Antworten