Bakterien eine große Herausforderung

Gemeinsam erfolgreich gegen resistente Keime an den RoMed-Kliniken

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Bakterien, die gegen eine Vielzahl von Antibiotika resistent sind, stellen alle Krankenhäuser vor eine große Herausforderung. Auch die RoMed Kliniken sind davon nicht ausgenommen. Bereits seit 2011 werden hier alle nachgewiesenen resistenten Keime erfasst, die zum überwiegenden Teil nicht im Krankenhaus erworben wurden. Mehrfach-resistente Keime sind zwar mitunter nachweisbar, erfreulicherweise treten sie aber nur sehr vereinzelt auf. Für den in der Allgemeinheit bekanntesten multiresistenten Erreger MRSA zeigen sich an den RoMed-Kliniken sogar rückläufige Zahlen.

Die Abteilung Krankenhaushygiene an den RoMed-Kliniken unter der Leitung von Dr. Hans Mattes und Dr. Birgitt Mergen besteht aus drei Ärzten mit fachspezifischer Expertise und sechs Hygienefachkräften. Das Team (Foto) ist unter anderem für die Eindämmung von MRE (multiresistenten Erregern) zuständig. Eine der wesentlichen Maßnahmen dabei ist, die Mitarbeiter kontinuierlich in der Standardhygiene, wie zum Beispiel der Händehygiene, zu schulen. Darüber hinaus ist das frühzeitige Erkennen von Patienten, die mit multiresistenten Erregern besiedelt sind, notwendig. Deswegen werden risikobasierte Screening-Untersuchungen durchgeführt, gegebenenfalls erfolgt die Umsetzung spezieller Hygienemaßnahmen.

 

Wesentlich für die Reduzierung von Antibiotika-resistenten Keimen ist auch ein überlegter Umgang mit Antibiotika. Deshalb wurde vor mehreren Jahren ein multidisziplinäres ABS-Team (AntibioticStewardship) eingerichtet, das die behandelnden Ärzte hierbei unterstützt. Es informiert unter anderem zu den Richtlinien bei den Antibiotikatherapien und berücksichtigt dabei sowohl die fachspezifischen Leitlinien, als auch die Situation vor Ort, achtet auf den zurückhaltenden Einsatz von sogenannten Reserveantibiotika, die besonderen Situationen vorbehalten bleiben sollen, führt regelmäßig beratende Visiten auf einzelnen Stationen durch und begleitet Therapien bei speziellen schweren Infektionen.

 

Ein weiterer Schritt zur Verbesserung der Versorgung von Patienten mit komplexen Infektionserkrankungen wurde durch die Schaffung eines speziellen infektiologischen Konsildiensteserreicht. Dr. Michael Iberer, Facharzt der Medizinischen Klinik III am RoMed Klinikum Rosenheim, hat dafür die Weiterbildung zum Klinischen Infektiologen absolviert, und kann jederzeit von allen Stationen beratend hinzugezogen werden.

 

Mehrere Studien konnten belegen, dass durch dieses zusätzliche Angebot die Qualität der Behandlung verbessert werden kann, weil die diagnostischen und therapeutischen Standards besser eingehalten werden können. Die Vorteile für den Patienten liegen in einem möglichen kürzeren Krankenhausaufenthalt sowie in einem gezielteren Einsatz von Antibiotika. Beispielhaft zeigt die Verminderung der Sterblichkeit bei Blutstrominfektion mit Staphylokokkus aureus, dass die Patienten im RoMed Klinikum Rosenheim von all diesen ergriffenen Maßnahmen in erheblichem Umfang profitieren. „Bisher stand diese Expertise nur an großen Universitätskliniken zur Verfügung. Umso mehr freuen wir uns, dass unsere Patienten nun auch davon profitieren können“, ist Medizinischer Direktor Privatdozent Dr. Christoph Knothe voll des Lobes.

 

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