Badria strahlt bald in neuem Glanz

Wiedereröffnung zu Pfingsten denkbar – wenn das Wetter und die Corona-Regelungen mitspielen

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Seit 16. März hat das Wasserburger Familienbad wegen des Lockdowns geschlossen. Die Zeit wurde für umfassende Revisions-und Sanierungsarbeiten genutzt, die kurz vor dem Abschluss stehen. Auch die neugestaltete Gastronomie steht in den Startlöchern. Insgesamt werden für die Sanierung 500.000 von der Stadt zu berappen sein.


Selbst der kleine, rosa Elefant, der als Wasserrutsche dient und als Markenzeichen des Badria gilt, musste mit seinen 40 Jahren auf dem Buckel eine Generalüberholung über sich ergehen lassen – war aber im Gesamtpaket ein eher kleiner Posten. Über den Stand und Umfang der Arbeiten informierten am Dienstag Wasserburgs Bürgermeister Michael Kölbl und der Leiter der Stadtwerke, Marius Regler.

Im Fokus der Sanierung standen die Filter, das Freibecken, der Brandschutz und die Ertüchtigung der Technik. „Obwohl gut die Hälfte unserer Mitarbeiter in Kurzarbeit sind, laufen die Überholungsarbeiten auf Hochtouren“, erklärte Regler. „Es ging uns darum, die coronabedingte Schließung bestmöglich zu nutzen“, pflichtete ihm der Bürgermeister bei.

Ein größeres Problem war beispielsweise der Wasserverlust am Becken. So habe man einen Rohrbruch entdeckt und beheben können. Im Freibecken selbst mussten rund 500 Meter Dehnungsfugen erneuert und die komplette Farbe entfernt werden. Um dem Klimanotstand Rechnung zu tragen, den die Stadt vergangenes Jahr ausgerufen hat, habe man sich für eine lösungsmittelfreie Farbe entschieden, die teurer sei, aber dafür ökologisch. Zwar sei das Becken bereits 40 Jahre alt, aber weil der Bau seinerzeit hochwertig und solide ausgeführt wurde, ist der rund 2.000 Quadratmeter große „Badria-See“ in gutem Zustand.

Regler hofft nun auf gutes Wetter, denn zwei Wochen braucht die Farbe, bis sie trocken ist.

Etwa 80.000 Euro kostete die Sanierung der beiden Filter für das Hallen- und das Gaudibecken. „Wegen der Hygieneauflagen müssen Unmengen an Wasser gefiltert werden, um Chlor und organische Stoffe herauszufiltern“, erklärte Günter Rödel, technischer Betriebsleiter. Das Wasser läuft dabei über Sand und Aktivkohle. Weil aber chlorhaltiges Wasser und der Sand den Filtern zusetzen, sind sie nach zehn bis 15 Jahren aufgearbeitet, sodass jetzt eine neue Schutzbeschichtung aufgebracht werden musste.

Ein größerer Posten war auch die Ertüchtigung der Brandschutzanlagen, die aufgrund neuer Auflagen saniert werden mussten und mit rund 200.000 Euro zu Buche schlagen. Investiert wurde ebenso in die Erneuerung der Technik, in die Chloranlage fürs Kinderbecken und die Rutsche. Allein die Instandsetzung der Ampelanlage dort kostete 20.000 Euro.

Obwohl die Energiekosten durch den Lockdown deutlich geringer ausfallen und Personalkosten derzeit noch gespart werden können, fielen jeden Monat 150.000 Euro an Einnahmen weg, wie Werkleiter Regler verdeutlichte.

 

Nicht in die Sanierungskosten fällt die Neugestaltung der internen wie externen Gastronomie, für die als neue Pächter Saban Korkmaz und sein Sohn Oguz gewonnen werden konnten (wir berichteten). Etwa 200.000 Euro investierten darin die Stadtwerke, bis zu weiteren 300.000 Euro die Pächter. Ein großer Anteil davon floss in die Gaststätte im Außenbereich. Die Räume wurden generalüberholt, neue hochisolierende Fenster eingesetzt. Das Restaurant ist vom internen Bereich getrennt, „sodass niemand in Badehose neben unseren Gästen sitzt“, wie Saban Korkmaz erklärte. Auch wurde sichergestellt, dass kein Chlorgeruch in den Gasträumen wahrzunehmen ist.

Mit einer einzigartigen, großen Bar sowie hausgemachten, gesunden Burgern und Flammkuchen hoffen Vater und Sohn auf regen Zuspruch der Gäste. Unter normalen Umständen ist Platz für 92 Gäste (etwa 40 mit Abstandsregelung), bis zwei Uhr früh kann geöffnet bleiben, „schließlich haben wir dort keine Nachbarn, die sich gestört fühlen könnten“, so Bürgermeister Kölbl.

In jedem Fall stelle die Gastronomie eine „Riesenherausforderung“ dar: Denn an heißen Tagen tummeln sich dort mehrere 1.000 Gäste, zu anderen Zeiten weitaus weniger – und trotzdem müssen alle Einrichtungen stets geöffnet sein.

Bleibt nur noch die Frage, wann die Gäste Badespaß, Essen und Trinken wieder genießen können. „Das kann noch niemand sagen“, betont Marius Regler und blickt nach Nordrhein-Westfalen, wo Freibäder ab dem 20. Mai wieder öffnen dürfen. Man achte auf die Erfahrungen in NRW und lerne daraus. Um den Mindestabstand zu gewährleisten, sei ein geänderter Eingangsbereich denkbar, damit Gedränge vermieden werden kann. Wie es sich mit dem Abstand im Wasser verhält, sei noch unklar. „Man sagt, dass eine Übertragung über chlorhaltiges Wasser nicht möglich ist“, betont Regler.

Um Pfingsten herum, aber spätestens zwischen den Feiertagen und den Sommerfreien hofft der Leiter der Stadtwerke das Badria wieder zu öffnen. Kölbl: „Wir werden startklar sein!“ CF

 

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