B304: „Tropfen” sollen es richten

Straßenbauamt plant an unfallträchtiger Kreuzung in Oberhub bauliche Veränderungen

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Die Gemeindeverbindungsstraße zwischen Pfaffing und Albaching – sie hat eine gefährliche Schwachstelle: Die Kreuzung an der B304 beim Weiler Oberhub. Immer wieder passieren dort schwere Unfälle. Es gab in den vergangenen Jahren Tote und Schwerverletzte. Erst letzte Woche musste in Oberhub nach einem Zusammenprall zweier Pkw wieder ein Rettungshubschrauber landen (wir berichteten). Die Unfallkommission, der Vertreter des Landratsamtes, des Straßenbauamtes Rosenheim sowie der Polizei angehören, analysiert seit Jahren die Situation an dieser Kreuzung. Das Ergebnis:

 

„Es gibt einfach kein eindeutig zu benennendes Unfallbild”, so Ursula Lampe, Sprecherin des Rosenheimer Straßenbauamtes auf Anfrage der Wasserburger Stimme. Man werde dennoch so bald wie möglich bauliche Veränderungen vornehmen. Geplant seien so genannte „Tropfen” für die Gemeindestraße (Beispielfoto links), „die optisch noch klarer erkennen lassen: Hier kreuzt eine übergeordnete Straße.” Für den dafür notwendigen Grunderwerb seien erste Gespräche mit den Eigentümern geführt worden, so die Sprecherin des Straßenbauamtes.

Letzterem ist die Häufung der Unfälle an dieser Stelle natürlich längst bekannt. Lampe: „Die Kreuzung bei Oberhub war in der dreijährigen Unfallhäufungskarte von 2009 bis 2011 als Unfallhäufungspunkt gelistet. Daraufhin wurde eine Verbesserung der Beschilderung und der Wegweisung beschlossen und umgesetzt.”

Mit scheinbarem Erfolg: Zwischen 2012 und 2014 gab es an der Kreuzung keine schwerwiegenden Unfälle mehr.

Doch von 2015 bis 2017 folgte die Ernüchterung. Oberhub wurde erneut eine  Unfallhäufungsstelle. 2016 starb ein 21-jähriger Pkw-Fahrer bei einem Crash im Kreuzungsbereich. 2018 gab es im Sommer eine Schwerverletzte an dieser Stelle, im Herbst verunglückte ein Motorradfahrer tödlich. Das Unfallgeschehen wurde nochmals eingehend analysiert. Allerdings gab es wieder kein eindeutig zu benennendes Unfallbild. Alle Unfälle hatten völlig unterschiedliche Ursachen.

 

Ob die jetzt geplanten baulichen Maßnahmen für mehr Sicherheit sorgen werden, wird die Zukunft zeigen. Vielen Autofahrern ist das Überqueren der Bundesstraße ein echtes Grauen – besonders bei Nebel. Ein Pendler, der täglich von Pfaffing über Albaching nach Haag unterwegs ist: „Man traut sich bei schlechter Sicht kaum noch in die Kreuzung einzufahren. Die schnurgerade B304 verleitet an dieser Stelle einfach dazu, unvorsichtig zu sein und auch bei Nebel zu schnell zu fahren.”

 

Besonders gefährlich: An der vielbefahrenen B304 gibt es bei Oberhub auch noch eine Bushaltestelle, an der Schulkinder ein- und aussteigen.

 

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31 Kommentare zu “B304: „Tropfen” sollen es richten

  1. Glasl Christine

    Wie wäre es einfach mal mit einer Geschwindigkeitsbegrenzung??? Zwei Schilder aufstellen fertig!!! So schnell wie möglich!

    Das gefährliche Einfahren in die 304 ändert sich bei Tropfenbau überhaupt nicht!!
    Es reicht mit der Bürokratie!

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    1. Geschwindigkeitsbegrenzungen werden – egal an welcher Stelle – von vielen Verkehrsteilnehmern heutzutage einfach ignoriert. Fahren Sie einmal mit 70 in einer solchen Zone auf einer Bundesstraße und Sie werden merken, dass fast immer jemand fast im Kofferraum klebt oder sofort überholt. Wenn, dann helfen nur bauliche Eingriffe und da stellen diese Tropfen-Inseln für mich durchaus eine erste sinnvolle Maßnahme dar.

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      1. Zu viele Verletzte

        Das Problem ist absolut nicht die untergeordnete Straße, sondern die Bundesstrasse, auch auf der Bundesstrasse müssen Veränderungen her.
        Ob Geschwindigkeitsbegrenzung oder Hinweis auf gefährliche Einfahrt mit Rüttelstreifen auf der Fahrbahn o.ä.

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  2. Meine Meinung ist ganz einfach, bei solchen Kreuzungen, wo leider schon viel passiert ist, sollte auch der Bund mal umdenken und Kreisverkehre bauen.
    Es gibt leider auch viele andere Kreuzungen, wo das nötig wäre!
    Aber nicht solche Lösungen, wie vor Rott oder bei Hohenlinden, weil viele Autofahrer damit nicht klar kommen, egal von welcher Richtung sie kommen!

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    1. Ein Kreisverkehr mitten auf freier Strecke auf einer Bundesstraße? Das halte ich für schwierig. Ich bin auch eher der Meinung, dass ein Tempolimit her muss. Zusätzlich zu dem “Tropfen”. Und das muss auch überwacht werden. Wenn dort regelmäßig geblitzt wird spricht sich das herum. Jetzt wird dort oft schneller als 100 km/h gefahren und da kann sich jemand beim Einfahren in die Bundesstraße schon verschätzen. Meine Schwester hatte dort auch vor Jahre so einen Unfall, bei dem von Brandstätter Seite einfach jemand die B304 queren wollte. Wäre sie 100 km/h oder mehr gefahren, hätte es schlimmer ausgehen können – da sie “nur” ca. Tempo 80 drauf hatte und sie auch noch reagiert hat, gab es keinen Toten.

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  3. Wer auf der 304er unterwegs ist und diese Kreuzung kennt, verringert seine Geschwindigkeit freiwillig. Das weiß ich aus eigener Erfahrung. Das Problem ist ja auch nicht die 304er, sondern die, die sie queren wollen. Eine bauliche Maßnahme ist längst überfällig.

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  4. Sehr hilfreich für Fahrer die von Brandstätt oder Oberhub kommend auf die 304 einbiegen möchten , fände ich ein Überhohlverbot auf der 304 an dieser Kreuzung

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    1. Ein Überholverbot ist an der Stelle nicht nur hilfreich ,es ist eigentlich dort zwingend notwendig.

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  5. “Tropfen” im Bereich Oberhub okay. Sie dürften das Unfallrisiko vermindern. Diese Maßnahme wird erfahrungsgemäß dauern. Als Sofort-/Übergangslösung kann auch ich mir gut eine Geschwindigkeitsbeschränkung z.B. von 80 km/h vorstellen. Eine solche besteht ja auch schon in Richtung Bahnübergang Forsting bzw. Gschwendt. Von mir aus auch durchgängig. Dann könnte man sich evtl. auch den “Tropfen” sparen.

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    1. Hinter Oberhub Richtung Forsting ist die letzte sichere Möglichkeit um z.B. Lastzüge zu überholen. Da sollte man nicht auch noch die Geschwindigkeit begrenzen. Raser interessiert eine Geschwindigkeitsbegrenzung sowieso nicht, das ist Augenwischerei. Da von Oberhub oder Brandstätt kommend die B 304 weit genug einsehbar ist, ist wohl an den Einmündungen ein Tropfen die bessere Lösung. Wobei ich von Wasserburg kommend eine Linksabbiegerspur nicht verkehrt fände. Manche AutofahrerInnen bremsen und blinken fahrlässig spät.

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      1. Also am besten auch gleich noch ein Überholverbot. Überholen bringt doch da eh nichts – kurz drauf kommt Edling mit Beschränkung auf 80 und danach der ewig geschlossene Bahnübergang in Reitmehring.

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  6. Ein Tropfen ist buchstäblich ein Tropfen auf den heißen Stein.
    Sinn macht eine Geschwindigkeitsdrosselung, Überholverbot und Abbiegespuren auf der 304.
    Fahre täglich selbst dort raus und zurück auf Oibich. Sehe oft riskante Nochschnellindie304einbieger und -Überquerer und denke auch an die Schulbusse die täglich mehrmals überqueren müssen, bei Vorfahrtsverkehr mit 100kmH minimum. Politik reagier endlich! Soviel Leid hätt verhindert werden können.

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  7. Bauer Franz sen.

    Endlich 5 Kommentare mit Hirn und Verstand und ganzen Namen, nur der Dieter hat eine Hälfte vergessen, dafür ein ehrlicher Beitrag, weiter so !
    Auch wenn ich meine früheren Beiträge wiederhole, Schulbus-Haltestelle weg, Abbiegespur und Geschwindigkeitsbegrenzung, alles andere ist tröpfchenwirtschaft ! Wieviel Todesfälle brauchen wir noch ???? um eine saubere Lösung zu bekommen ! siehe Gschwendt, Hochhaus und Staudham !!

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  8. Wie wärs mit öfterer Radarkontrolle und etwas grössere Stopschilder

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  9. Franz Bauer jun.

    ” Für den dafür notwendigen Grunderwerb seien erste Gespräche mit den Eigentümern geführt worden”
    Aha !!! Also bei mir war noch niemand…

    Und was soll dieser Tropfen bringen, außer daß man beim Abbiegen auf noch mehr Hindernisse und Schilder achten muß? Zudem beeinträchtigen die Schilder auf dem Tropfen meist noch die Sicht für den Abbiegenden.
    -> Noch eine Gefahrenquelle mehr !!!

    Jetzt wurden endlich diese überdimensionalen Wegweiser, die direkt an der Kreuzung standen, weiter zurückgesetzt (ein großes DANKE an dieser Stelle den Verantwortlichen) und so ein sehr großes Gefahrenpotential für Fahrer großer Fahrzeuge entfernt. Deshalb verstehe ich nicht, warum man jetzt wieder Hindernisse schaffen will?
    Das Problem ist und bleibt der Verkehr auf der Bundesstraße, und dieser muß entschärft werden. Und das kann nur durch Überholverbote und Geschwindigkeitsbegrenzungen geschehen!!!

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  10. Ich weiss nicht genau, was dieser Tropfen bringen soll. Auch dann kommen die Autos auf der B304 nicht langsamer auf die Kreuzung zu. Von Brandstätt aus sieht man die Autos, die von Forsting kommen recht spät, da helfen nur eine Geschwindigkeitsbeschränkung und ein Überholverbot, damit man die Gefahr auch als nicht Ortskundiger erkennen kann. Überholen kann man nach Oberhub auch noch, es muss ja nicht ein Überholverbot bis Forsting sein. Man muss auch bedenken, dass an dieser Stelle eine Bushaltestelle ist, an der die Schulkinder die B304 überqueren müssen, auch viele Radfahrer überqueren hier die B304, da helfen kein Tropfen, sondern nur eine Geschwindigkeitsbegrenzung, um die Gefahr zu minimieren.

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  11. DANKE für all diese Kommentare. Wenn man mit seinem Anliegen beim Straßenbauamt anruft, kommt man sich vor wie eine einsame hyperaktive Autofahrerin und Mutter, die etwas vollkommen Irrelevantes fordert. Ich bin nicht alleine mit meiner Meinung und meiner Angst um die Kinder an der Bushaltestelle dort. Geschwindigkeitsbegrenzung UND ÜBERHOLVERBOT ist das ALLERMINDERSTE. Ich werde noch einige Briefe schreiben und anrufen.

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  12. An dieser Stelle würde es sich auch anbieten, die B304 auf vier Spuren auszubauen und die Anschlüsse der untergeordneten Straßen per Einfädelstreifen zu realisieren. Der Verkehr nach München wird immer mehr werden (im Gegensatz zu einigen Beitragsschreibern hier scheinen Politiker diesmal die ersten zu sein, die das verstehen). Soll die Geschwindigkeit alle 3 Jahre um 20 km/h abgesenkt werden und wir fahren 2029 dann nur noch 40 km/h?

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  13. Schon interessant, was manche hier beobachten und die Stelle wahrnehmen. Ich fahr täglich die B304 – einmal rauf einmal runter. Von 100 Fahrten bin ich an dieser Stelle gewiss 95 mal weit unter 100 km/h unterwegs. Meist 70 oder 80. Nicht weil ich ein Trödler bin, sondern weil da immer ein langsames Gefährt vor mir ist.
    Vor einigen Wochen stand an der Bushaltestelle mal ein Blitzer. Ich habe keinen Artikel über die Auswertung gelesen (so wie hier der Beitrag zum Kesselseestraßenblitzer gestern). Warum? Weil man keine 3 Autos geblitzt hat und man keine Gegenargumente provozieren wollte.

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    1. Kann ich bestätigen, mir geht es ähnlich und ich bin meistens sehr früh – vor sechs Uhr – unterwegs. Meistens reiht man sich in eine Kolone LKWs mit einem Tempo von 70 km/h ein. Die Umfahrung in Eberbsberg und Grafing haben gar nichts gebracht und kosten noch mehr Zeit.

      Der Landkreis Rosenheim müsste in Zusammenarbeit mit dem Landkreis EBE, TS und MUC deutlich mehr in Sachen Infrastruktur des östlichen Landkreises unternehmen. Der Verkehr nimmt stetig zu, Arbeitsstellen entstehen aber oft nur in München.

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    2. Ja, im Berufsverkehr ist das so und das kenne ich auch. Aber außerhalb der Stoßzeiten wird da schon ordentlich Tempo gemacht. Außerdem wird da auch gerne überholt, wenn es jemandem mal wieder zu langsam geht. Die Überholer vergessen aber, dass sie nach einem Unfall ganz schnell ganz viel Zeit haben…

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  14. Was zwingend notwendig ist, dass jeder, der die Kreuzung passieren möchte, schauen sollte, bevor er über die Bundesstraße fährt. Am besten stehen bleiben und ordentlich schauen. Wenn man ein Auto 100 Meter weit entfernt sieht, sollte man nicht meinen, man sei Michael Schuhmacher und man schaffe das locker. Denn man schafft es dann doch nicht. Die Leute haben einfach keine Zeit und Geduld mehr. Jeder lebt in Stress und Hektik…. was schaden mir die 2, 3 Minuten, die ich da stehen bleiben muss, bis ich gefahrlos einbiegen kann? Sie schadet nichts …

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  15. Vllt würden ja tatsächlich Abbiegespuren was helfen. Es ist automatisch Überholverbot und langsamer gefahren wird auch.
    Aber wie ich letztens schon schrieb, geht es meines Erachtens ja nur um die Zeiten vom Berufsverkehr (7-9 und 16-18 Uhr), ansonsten kann man da eigentlich relativ gefahrlos abbiegen bzw die 304 überqueren. Unter Tags hatte ich da noch nie Probleme.

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    1. Genau zu diesen Zeiten schaffst du dort niemals 100 km/h

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  16. Das es kein eindeutiges Unfallbild gibt verwundert mich ein wenig. Die Einfahrenden , und nicht nur an dieser Kreuzung, kommen an und schauen “weit”.
    Hierbei übersehen sie die Fahrzeuge, die schon kurz vor der Kreuzung sind. Das ist eigentlich ein bekanntes Problem.

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  17. Es ist richtig, dass Geschwindigkeitsbeschränkungen nur bedingt helfen. Sie vermindern aber auf jeden Fall das Unfallrisiko, aber natürlich nicht absolut.
    Als eine sehr gute Unfall-Verhinderungs-Maßnahme haben sich die Kreisverkehre entwickelt. Platz wäre dafür wohl in Oberhub da. Sicher gibt es auch bei Kreisverkehre noch Unfälle, aber durchwegs nur solche leichterer Art. Problem allenfalls die Kostenfrage.

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    1. Allenfalls die Kosten?
      Oder doch übergeordnete/untergeordnete Straße? Wo in Deutschland haben Sie das schon gesehen, dass eine Fernverkehrsstraße mit einer unbedeutenden Straße per Kreisverkehr kreuzt?

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  18. Wie wär’s mit Hecken schneiden? Man sieht von Brandstätt kommend max. 50m.

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  19. Was kann man eigentlich erwarten wenn 1. die Autos immer größer und schwerer werden – man beachte – mit dem Argument dass bei einem Unfall einem selber nichts passiert und 2. die Autofahrer von einem natürlichen Recht ausgehen, so schnell, ungebremst und ungestört von Ort A nach Ort B zu kommen wie es ihnen gerade beliebt. Ich bin für eine Beschilderung wie auf Radwegen: Anhalten, Absteigen (hier Aussteigen) Schieben. Ich bin ein Irrer? Vielleicht. Vielleicht sind es aber auch die anderen

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    1. Volle Zustimmung für den ersten Satz!! Ansonsten keine fachliche Einschätzung zu den weiteren Ausführungen möglich.

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  20. Für Ferni
    Übergeordnete/Untergeordnete Straße: Habe zwei solcher Kreisverkehre bei der B304-Obing-Umgehungsstraße gesehen und zwar in zweifacher Ausfertigung.

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