B304: Seit Jahren geht es hin und her

Gefährliche Kreuzung soll jetzt entschärft werden - „Zu spät", findet Edlings Bürgermeister

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500 Meter links, 500 Meter rechts – freie Sicht! Die Kreuzung der Verbindungsstraße zwischen Albaching und Pfaffing mit der B304 bei Oberhub ist eigentlich gut einzusehen. Und dennoch gibt es dort in regelmäßigen Abständen schwere Unfälle. Mittlerweile plant das Straßenbauamt bauliche Veränderungen. In einem ersten Schritt wurde jetzt auf der Bundesstraße die Geschwindigkeit auf 70 km/h beschränkt (wir berichteten). „Zu spät und zu wenig”, findet Edlings Bürgermeister Matthias Schnetzer. Edling bemühe sich mit Unterstützung der Gemeinden Pfaffing und Albaching schon seit Jahren um eine Entschärfung dieser Kreuzung – bisher mit wenig Erfolg.

Der Edlinger Bürgermeister: „Wir haben mehrmals versucht, mit eigenen Überlegungen und Planungen den Streckenabschnitt der B304 von Brandstätt bis nach Staudham zu entschärfen. Dies betrifft hauptsächlich die Kreuzungsbereiche Brandstätt/Oberhub, Hochhaus und Staudham. Eine Reaktion des Straßenbauamts kam nicht.”

Erst auf mehrmaliges Nachfragen habe man sich von Seiten des Amtes zu einer Reaktion durchringen können. „Darin wurde mir mitgeteilt, dass die Unfallkommission im Februar 2019 zwei Ortstermine diesbezüglich gehabt habe. Die Gemeinde als Antragsteller wurde zu diesen Terminen nicht geladen. Mir wurde nur mitgeteilt, dass man sich über bauliche Maßnahmen Gedanken macht.” Passiert sei lange Zeit gar nicht, jetzt habe man immerhin das Tempolimit festgelegt.

 

Vom Straßenbauamt in Rosenheim heißt es dazu auf Anfrage der Wasserburger Stimme: „2019 gab es den letztmaligen offiziellen Schriftwechsel mit der Gemeinde Edling. Selbstverständlich zeigt sich das Straßenbauamt Rosenheim offen für die Anliegen der Gemeinden. Der Leiter des Straßenbauamtes Rosenheim, Stefan Leitner, und Edlings Bürgermeister Matthias Schnetzer sind hier bereits in Kontakt. Ein Termin für ein Abstimmungsgespräch wird zeitnah vereinbart.”

Und zum Ortstermin, zu dem die Gemeinde nicht geladen war: „Das war ein Termin der Unfallkommission. Sie besteht aus Vertretern der Fachbehörden, dazu gehören das Landratsamt Rosenheim, die Polizei und das Staatliche Bauamt Rosenheim. Die Kommission macht sich umfassend mit der jeweiligen Situation vertraut und bezieht in diese Überlegungen auch die Wünsche und Vorschläge der Gemeinden mit ein.” Dass zu den Vor-Ort-Terminen jedoch auch Vertreter der Gemeinen dazu kommen, sei allgemein nicht üblich.

 

Warum die Geschwindigkeitsbegrenzung, die die Gemeinde Edling schon 2017 vorgeschlagen hatte, erst drei Jahre später eingerichtet wurde, dazu nahm (ebenfalls auf Anfrage der Wasserburger Stimme) auch das Landratsamt Rosenheim als zuständige Straßenverkehrsbehörde Stellung: „Zum Zeitpunkt des Antrages der Gemeinde Edling im Jahr 2017 waren alle beteiligten Fachbehörden – Polizei, Straßenbaulastträger, Verkehrsbehörde – der Ansicht, dass eine Geschwindigkeitsbeschränkung im Zuge der B 304 bei Brandstätt/Oberhub keine wirksame Maßnahme für die Senkung des Unfallgeschehens wäre. Stattdessen sollte eine Verbesserung der Unfallsituation durch einen Umbau des Knotenpunktes erreicht werden. Leider ist jedoch nicht absehbar, wann mit der Umsetzung durch das Staatliche Bauamt zu rechnen ist”, so eine Sprecherin des Landratsamtes. Daher sei durch die Unfallkommission des Landkreises nun doch eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf 70 km/h angeordnet worden.

Ein erster Schritt. Bauliche Maßnahmen sollen folgen. Einen Zeitplan hierfür gibt es aber offiziell noch nicht …

 

HC/Fotos: WS

 

Eigentlich gibt es beste Sicht in beide Richtungen. Dennoch passieren in Oberhub immer wieder schwere und tödliche Unfälle. Fotos: WS

 

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19 Kommentare zu “B304: Seit Jahren geht es hin und her

  1. Die Kreuzung ist sehr gefährlich. Ein Tempolimit ist sicher eine gute Sache.

    Hilft aber in den Fällen in denen Fahrer das Stoppschild missachten oder missachtet haben leider nicht. Auch dies hat zu Unfällen geführt.
    Die Ursache ist nicht nur bei den Fahrzeuglenkern auf der B304 zu suchen sondern auch bei denen die die B304 überqueren

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    1. Seh ich auch so. Natürlich ist jeder Unfall tragisch für alle Beteiligten, aber ein Stoppschild steht ja nicht zum Spaß da. Genausowenig wie ein Andreaskreuz.

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  2. Schön dass sich mal wieder etwas im Bereich Sicherheit auf Straßen bewegt und dass zumindest die Notbremse durch eine Geschwindigkeitsbegrenzung gezogen wird. Dass dies nur wirksam ist im Rahmen von Kontrollen wissen wir alle, deshalb sollte das Straßenbauamt Rosenheim doch mal mitteilen was hier langfristig geplant und beabsichtigt ist. Dass dies dauern kann zeigt sich doch in Reitmehring, wo mit angezogener Handbremse die Höhenfreilegung des Bahnüberganges sowie Teiluntertunnelung der B 304 geplant und umgesetzt werden soll.
    Nicht einmal ein Termin mit dem damaligen Minister Ramsauer vor etwa 10 Jahren hat etwas zur Beschleunigung bewirkt, obwohl die Firma Meggle sehr offen für diese Maßnahme sich gezeigt hat. Vielleicht sollte man das Straßenbauamt Rosenheim auflösen und Traunstein dies übernehmen lassen, denn die haben bereits mehrere kostenintensivere Maßnahmen wie Umgehung Obing oder Altenmarkt umgesetzt oder sind dabei. Nicht zuletzt auch die Umgehung Traunstein ist hier zu erwähnen mit einem lange Tunnel, aber 140 m in Reitmehring sind scheinbar für das „Stattliche” Bauamt Rosenheim nicht überwindbar.

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    1. Kontrolle wird nicht möglich sein. In Bayern ist ein Mindestabstand (Blitzer zu Verkehrsschild) von 200 m nötig. So lange ist der Abschnitt gar nicht oder zumindest nicht bis zur Kreuzung selbst.

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  3. Ist nur doof, das man, wenn man von München kommt, das 70er Schild zu spät sieht, weil es genau hinter dem Ortschild “Oberhub” aufgestellt wurde. Hauptsache aufgestellt.

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    1. stimmt, von beiden Seiten ist das recht kurz vorher aufgestellt. Ortsunkundige sehen das und dann ist es im Fall der Fälle auch schon zu spät, selbst mit gutem Willen aller Beteiligten. Also noch ein bisschen weiter vor der Kreuzung aufstellen, Überholverbot und dann sollte es eigentlich passen. Aber schon mal besser als nix….

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  4. Ich verstehe nicht was an der Kreuzung gefährlich sein soll. Es liegt eher an der Unaufmerksamkeit befürchte ich. Warum nicht ein akustisches Signal durch das Anrauen des Fahrbahnbelags oder das Einfräsen von Rillen. Unfälle passieren nur durch die Missachtung der Stopschilder…

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    1. Es kam auch zu Unfällen bei Abbiegefehlern.

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  5. Täglicher Arbeitsweg

    Wenn man von Pfaffing kommend nach Albaching fahren möchte, sieht man nicht besonders weit, ob links jemand kommt, das ist durchaus öfters knapp, da die Geschwindigkeit gerne zu hoch ist… und wenn dann noch an der Bushaltestelle jemand mal wieder geparkt hat (was leider nicht selten der Fall ist) hat man keine Chance die Straße sicher zu überqueren, ich fahre da immer einen Umweg

    Die Frage ist auch nicht wer Schuld hat, sondern was man unternimmt, dass es für alle Verkehrsteilnehmer hier sicherer wird!!!

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  6. @Thomas
    “Unfälle passieren nur durch die Missachtung der Stopschilder…”

    Hier muss ich Ihnen ganz klar widersprechen!

    Auch die auf der B304 fahrenden Verkehrsteilnehmer tragen ihr Scherflein dazu bei.
    Überholmanöver im Kreuzungsbereich (v.a. bei abbiegendem Vorausfahrenden) sind an der Tagesordnung.

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  7. Hallo Frau Bauer.

    Klar… Hier ist aber kein Überholverbot und damit liegt die Schuld ebenfalls bei den aus der unter geordneten Straße kommenden.
    Das ist eine kleine Dorfstraße, also Kreuzung dicht machen und fertig. Ich glaube aber auch, dass wir uns einig sind, dass jeder Unfall dort zu viel ist. Allerdings ist jeder selbst dafür verantwortlich. Ich hoffe, dass selber denken mal wieder in Mode kommt…

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    1. Hallo. Ich habe in der Fahrschule gelernt, dass man im Kreuzungsbereich nie überholen darf. Bitte um Korrektur, falls ich falsch liegen sollte.
      Meiner Ansicht nach ist ein Überholverbot da automatisch gegeben.

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      1. Dorfstraße kreuzt Bundesstraße also kein Überholverbot. Es wäre anders, wenn es gleichberechtigte Straßen wären.

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  8. @Thomas
    Eine “kleine Dorfstraße”??? Sie sind offenbar nicht aus der Region! Da ist richtig viel Verkehr! Stimmt, selber denken wäre gut, da gebe ich Ihnen recht. Das gilt vor allem auch für jene, die schlau kommentieren und an dieser Kreuzung noch nicht abgebogen sind. Ein Überholverbot auf der B304 ist schon längst gefordert, bislang leider ohne Erfolg. Im Herbst ist an dieser Stelle oft extremer Nebel, da sieht man nix und von Pfaffing her ist es tatsächlich unübersichtlicher, als es dargestellt wird. Das Problem ist oft, dass der laufende Verkehr auf der B 304 genau in der A-Säule “verschwindet” und beim Einfahren in den Kreuzungsbereich übersehen wird. Das Stop-Schild ist hier lebenswichtig, das ist klar. Unfälle passieren immer durch einen Fehler, aber wenn man die Fehlerquelle etwas reduzieren kann, sollte man das hier endlich konsequent machen. Es stimmt auch, was @täglicher Arbeitsweg schreibt, an den beiden Bushaltestellen parken sehr oft LKWs etc. Da sieht man dann gar nichts mehr. Die 70er Zone finde ich sehr gut, jetzt noch das Überholverbot, dann sehen wir mal, ob das reicht.

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    1. Ich fahre täglich über die Kreuzung, und es ist nun mal so, dass hier eine Gemeindestraße (“kleine Dorfstr.”) eine Bundesstraße kreuzt. Hier erwarte ich von jedem Führerscheinbesizter, dass er weiß wie er sich hier verhalten muss. Wenn die A-Säule die Sicht versperrt muss ich halt meinen Kopf bewegen und daran vorbeischauen und nicht nebenbei um Hund, Kind oder Handy kümmern. Jeder Unfall der hier passiert ist einer zuviel, das ist ganz klar, aber Konzentration auf die aktuelle Verkehrslage muss ich einfach bei jedem Kraftfahrer voraussetzen. Dass die 70er-Beschränkung die Situation entschärft, kann ich mir nur schwer vorstellen. Ein Überholverbot wäre hier sicher sinnvoller.

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    2. Ich fahr die Strecke jeden Tag. Ganz ehrlich… Die, die in die Bundesstraße einfahren sind grenzwertig. Werauf derBundesstraße fährt, kann nicht viel falsch machen.
      Wie oft sind Sie die Strecke schon gefahren @Nachdenkliche?

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  9. Jeder Mensch macht einmal einen Fehler oder ist unachtsam. Warum sollte man nicht eine Straßenkreuzung ! die schon einige Menschenleben gekostet hat, so umbauen, dass nicht jeder Fehler/Unachtsamkeit mit dem Leben ! bestraft wird …

    Einfach mal machen!
    Dann muss ich mir auch weniger Sorgen um meine Frau machen, die seit ein paar Monaten nun zwischen Pfaffing und Albaching pendelt.

    Bitte bleiben Sie dran, Herr Schnetzer & Herr Niedermeier!

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  10. @Nachdenklicher: Die Straße von Albaching her ist ja wohl wirklich eine kleine Dorfstraße!! Zwar von vielen benutzt, aber alles in allem eine schmale Nebenstraße. Ich nutze diese Strecke auch gelegentlich und bin von Albaching kommend, immer etwas ‘unsicher’, wo der Strich zum Halten ist! Hab da immer Angst, versehentlich zum Mittelstrich der B304 zu fahren. Alles in allem ist die Kreuzung jedoch von Albaching her sehr übersichtlich.
    Von Brandstätt kommend ist die Sicht auf die 304 jedoch sehr bescheiden!!!!

    Bzgl. Nebel an dieser Stelle, wird leider eine Geschwindigkeitsbegrenzung auch nichts ändern! Wenn einem diese Kreuzung zu gefährlich ist, kann er ja auch über Forsting oder die Kesselseestraße fahren. Dies bedeutet jedoch einen Umweg, der dann vermutlich auch nicht gemacht wird. In Forsting ist die Geschwindigkeitsbegrenzung – dank Ortschaft – bei 50, beim Adler/Kesselseestraße ein Abbiegestreifen.

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  11. Im weiteren Verlauf der B304 (Zorneding-Umgebung) gibt es unendlich viele Brücken und Einfädelspuren für die allerkleinsten Popelstraßen. Wenn man nur ein paar wenige Zig-Milliönchen davon bekommen hätte, wäre alles gut.

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