B304: Seit heute wird gerodet

Planfeststellungsverfahren für DK1-Deponie noch in vollem Gange - Parkplatz wird dennoch verlegt

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Die geplante DK1-Deponie an der B304 bei Odelsham sorgte in den vergangenen Monaten für viel Diskussionsstoff. Immer wieder fanden sich Politiker zu Ortsterminen ein – zuletzt die Landtagsabgeordneten Claudia Köhler (Grüne) und die Vorsitzende des Ausschusses für Umwelt im Landtag, Rosi Steinberger (wir berichteten). Obwohl das Planfeststellungsverfahren noch im Gange ist, hatte das Straßenbauamt Rosenheim schon mal die Verlegung des Parkplatzes an der B304 genehmigt, die eine reibungslose Zufahrt zu dem Gelände ermöglichen soll. Die Firma Zosseder, die die Deponie betreiben will, startete daraufhin heute mit den Rodungsarbeiten für den neuen Parkplatz und gab dazu folgende Verlautbarung heraus:

 

„Die vorbereitenden Arbeiten zur Verlegung des Parkplatzes an der B304 bei Odelsham haben begonnen. Die Firma Zosseder hatte hierzu einen Antrag auf Rodung eines zirka 970 Quadratmetern großen Gehölzbestandes bereits im April dieses Jahres beim zuständigen Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forstern in Rosenheim gestellt. Nach Prüfung durch das Amt unter Beachtung der Voraussetzungen nach dem Bayerischen Waldgesetz und Beteiligung der entsprechenden öffentlichen Stellen, wurde jetzt schlussendlich die Rodungsgenehmigung erteilt.”

Zosseder weiter: „Die Durchführung der Rodungsarbeiten wurden wie im Bescheid gefordert zum jetzigen Zeitpunkt, außerhalb der Vogelbrutzeit durchgeführt und von einer ökologisch ausgebildeten Fachkraft begleitet.”

Mit der Verlegung des Parkplatzes werde eine Erhöhung der Verkehrssicherheit erreicht, da bisher ein Auf- und Abbiegen auf den Parkplatz nur direkt von der B304 aus möglich gewesen sei, so die Firma Zosseder. „Für den neu zu errichtenden Parkplatz werden entsprechende Auf- und Abfahrten geplant, die den Verkehrsfluss begünstigen, indem abfahrende Fahrzeuge nicht mehr auf der Fahrbahn der B 304 bremsen, beziehungsweise beschleunigen müssen, sondern die entsprechenden Auf- und Abbiegespuren nutzen können.”

 

Die B304 an der Wasserburger Umgehungsbrücke mit dem Parkplatz, der verlegt werden soll. Daneben das Gelände, auf dem die Deponie entstehen soll. Foto: Georg Barth.

 

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22 Kommentare zu “B304: Seit heute wird gerodet

  1. Unfassbar. (…)

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  2. Wenn es eine Abbiegespur (beim Abfahren Und Ausfahren) gibt wäre das eine wirkliche Entschärfung einer Gefahrenstelle. Mir ist es schon einige male passiert das hier jemand “kurzfristig” abgebogen ist und beim rausfahren jemanden fast übersehen hat. Danke an die Fa. Zosseder.

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  3. Das wird die Zufahrt zur Deponie(…).
    In den letzte 6 Jahren gab es keinen einzigen Unfall, der ursächlich mit diesem Parkplatz in Verbindung steht.

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    1. Diese Aussage ist definitiv falsch! Es gab sehr wohl Unfälle beim Ausfahren von Fahrzeugen auf die Bundesstraße – sie verliefen halt (zum Glück) überwiegend glimpflich, weshalb sie öffentlich wenig beachtet worden sind.

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      1. SelberLesenUndVerstehen

        Falsches wird nicht zur Wahrheit wenn man es nachplappert. Lesen Sie die Unfallstatistik des Staatlichen Bauamtes Rosenheim. Dort ist kein Unfallu in Zusammenhang mit diesem Parkplatz verzeichnet.

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      2. Meine Aussage ist definitiv richtig. Ich habe die Unfallstatistik der letzten 6 Jahre vom Straßenbauamt Rosenheim vorliegen.
        Die Auswertung ergibt: kein Unfall mit Beteiligung dieses Parkplatzes in den letzten 6 Jahren.

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        1. Tut mir ja leid, aber ich war selbst schon Augenzeuge eines solchen Blechschaden-Unfalls und als Pendler erlebt man dort auch regelmäßig gefährliche/riskante Einfahrmanöver!

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          1. Sie haben EINEN Blechschaden beobachtet – und deshalb verlegt die Fa. Zosseder auf eigene Kosten den dazugehörigen Parkplatz? Die Fa. Zosseder verlegt den Parkplatz kostenlos (!), weil sie nur dadurch die geplante Deponie erschließen kann. So einfach ist das. Auch wenn das in meinen Augen ein Fall z.B. für Transparency International ist.

    2. Im Gegensatz zu anderen Stellen, bei denen aber sei Jahren nix passiert…

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  4. Landwirt+aus+Leidenschaft

    Wer aufmerksam die Berichte verfolgt hat sollte wissen das die Firma Zosseder eine Auflage des Bürgerbegehren erfüllt. Das war doch immer gewünscht also

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    1. Vorauseilender Ungehorsam

      Klar, wie die, dass es keine Deponie auf Babenshamer Gebiet geben soll. Ahahaha! Nicht einmal das Bürgerbegehren kennen, aber damit argumentieren wollen.

      Die Redewendnung zum Sonntag: Landwirt, bleib bei deinem Leisten.

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  5. Gut so. Hoffentlich kommt jetzt auch bald die Deponie. Dann brauchen wir unseren Abfall auch nicht mehr Hunderte Kilometer durch das Land fahren.

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  6. Mir erschließt sich auch immer noch nicht wo daß Problem ist.
    So wie ichs verstehe wird die Deponie überwiegend für in der Region anfallende Abfälle/Schutt benutzt.
    Da ist es nur fair wenn das in der Region bleibt.

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    1. .. mit einer solchen Argumentation dann müssten Sie auch für ein atomares Endlager in Bayern eintreten (6 Reaktoren – 4 Standorte). Diesen Bedarf an Deponievolumen gibt es wirklich. Für DK1-Material gibt es in der Region (Bayern) genügend Deponievolumen. Die Entsorgung solcher Stoffe in die neuen Bundesländern ist aber billiger bzw. ergibt eben mehr Profit – deswegen auch die weiten Wege …… Noch mehr Profit würde natürlich eine eigenen Deponie versprechen …..

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      1. Landwirt+aus+Leidenschaft

        Ist ja nur so das die Deponien dem Landkreis gehören und nicht von einem Privaten Unternehmer die Kapazität vollfüllen lassen wollen ist auch klar oder. Wenn man die Berichterstattung genau verfolgen würde sollt man wissen das BGL und der Landkreis Altötting nicht bereit sind DK1 Müll aufzunehmen da sie selbst genug Müll haben und auch genügend Einwohner in ihren Landkreisen um die Lagerkapazität selbst benötigen

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      2. Wolfgang, mal ganz ehrlich, natürlich sollte Bayern auch nicht pauschal von der Endlagersuche ausgenommen werden.

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  7. Xaver da gebe ich dir voll recht, wir alle Produzieren Müll aber keiner will ihn haben Hauptsache weit weg

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  8. Mein Kommentar streift nur einen kleinen Teil des Artikels und über rechtliche Verfahren kann ich nicht urteilen, da fehlt mir das Fachwissen.

    Aber es ist wohl so, dass alle keine Abfallentsorgung, keine Windräder, keine Kohle, keine Verbrennungsmotoren, keine Erweiterung von Verkehrswegen, u.s.w. / u.s.w. in Ihrer Umgebung wollen.

    ABER alle wollen ihr Leben nach Ihren persönlichen Wünschen und Vorlieben genießen, mit all den angenehmen Vorteilen, nur die damit verbundenen Problemen wollen sie nicht vor der eigenen Haustüre haben.

    Vielleicht bräuchte man keine zusätzlichen Deponien, wenn weniger Müll produziert würde und dann hätte auch keine Firma Interesse am Bau bzw. Ausbau einer Abfallentsorgung.

    Als kleines Beispiel:
    Der Bauhof in WS war dieses Jahr teilweise ein paar Tage nicht wie gewohnt offen und der “Aufschrei” war bei einigen reines Entsetzen “WO SOLL ICH DENN JETZT MEINEN MÜLL HINBRINGEN”

    Aber was soll’s JEDEM DAS SEINE, denn man wird es nie allen Recht machen können und jeder trägt die Verantwortung für sein Tun selbst.

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  9. Echt ein Wahnsinn, was da läuft.
    Wenn diese Parkplatz-Ausfahrt eine Gefahrenstelle ist, dann muss aber auch die Parkplatz-Ausfahrt nach der Brücke – auf der anderen Seite des Inns – Richtung Gabersee, wegen der Verkehrssicherheit verlegt werden.

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  10. @A Leserin.
    Bei dem anderen Parkplatz vor der Brücke ist keine Deponie geplant und deshalb wohl auch kein Handlungsbedarf.

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  11. Vorauseilender Ungehorsam

    Das Schlimme daran ist nicht der Rodungsversuch (das kann man einem profitorientierten Unternehmen noch abkaufen), sondern das Handeln der Behörden – das ist der eigentliche Skandal.
    Im Planfeststellungsverfahren der Regierung steht immer noch drin, dass dieses Waldgrundstück erhalten werden soll. Und nun ist die Regierung einverstanden, wenn eine ihr unterstellte Neben-, Hinter-, Hilfsbehörde sie im eigenen Verfahren überholt.
    (…)

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  12. Da passiert doch nichts,aber wehe ich lege auf meinem privat Grundstück einen Baum um,da geht es dann um Zentimeter ob ich darf oder nicht.

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