B304: Es ging wieder um Reitmehring

Stadtrat diskutierte über sogenannte erste Tektur - Antrag eineinhalb Stunden vor Sitzung

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Es ist ein Thema, das die Stadt Wasserburg seit Jahrzehnten beschäftigt und wohl auch noch jahrelang beschäftigen wird: Die Ortsdurchfahrt der stark frequentierten Bundesstraße 304 und die Beseitigung des Bahnübergangs, der jeden Tag für lange Staus und Ärger bei Pendlern und Anwohnern sorgt. Bei seiner jüngsten Sitzung beschäftigte sich wieder einmal der Wasserburger Stadtrat mit dieser Thematik. Es ging um die sogenannte erste Tektur, also die erste Änderung zum bestehenden Plan.

„Weil es da immer wieder Missverständnisse gibt: Die B304 ist eine Bundesstraße. Die Stadt ist also weder Planer noch Genehmigungsbehörde. Wir werden zwar als Betroffene gehört, entschieden wird aber an anderer Stelle. Die Maßnahme wird von der Bundesrepublik Deutschland durchgeführt, die damit den Freistaat Bayern beauftragt hat und der wird durch das Straßenbauamt Rosenheim vertreten”, sagte Bürgermeister Michael Kölbl eingangs der Beratung.

Die Baumaßnahme an sich ziehe sich jetzt bereits seit 2005 hin.

„Sogar der Bundesrechnungshof hatte schon einen Prüfungstermin in Reitmehring”, erinnerte sich der Bürgermeister. Jetzt habe man die erste öffentlichen Auslegung abgeschlossen. Es gehe jetzt darum, den Lärmschutz noch zu verbessern. Auch sei jetzt in den Plan eingearbeitet, dass der Kreisverkehr an der Megglestraße über der dann darunter liegenden B304 geschlossen werde (im Bild noch offen). „Wenn auch noch nicht befahrbar. Daran müssen wir noch arbeiten.”

Insgesamt hätten sich folgende wesentliche Änderungen in der ersten Tektur aufgrund der Einwendungen der Stadt sowie einer Vielzahl von privaten Einwendern ergeben:

Eine Verlängerung des Bauendes und damit auch der Lärmschutzwand im Osten um 155 Meter Richtung Gabersee

Die Ausbildung der Mittelinsel des Kreisverkehrs als geschlossene Fläche, damit wird eine Verbesserung des Lärmschutzes und des Schutzes vor Luftschadstoffenn erreicht,
eine Überfahrbarkeit (für Schwertransporte) ist (noch) nicht vorgesehen.

Verlängerung der östlichen Troglage bis östlich der Bürgermeister-Schmid-Straße mit
Flächenreduzierung in den anschließenden Rampenbereichen durch Verlegung der
Rampen in Richtung B304

Grundsätzlich begrüße die Stadt weiterhin die Höhenfreilegung des Bahnüberganges mit den nachfolgenden Baumaßnahmen und die Schaffung einer direkten Anbindung an die B15, wolle aber noch erreichen, dass der Kreisverkehr für den Schwerlastverkehr befahrbar werde. „Da werden viele Lkw in Richtung Meggle unterwegs sein.”

Insgesamt zeigte sich der Bürgermeister mit den Planungen zufrieden, er befürchtet aber, „dass es durchaus nochmals zu einem Erörterungstermin und weiteren Verzögerungen kommen kann.”

Werner Gartner (SPD) zeigte sich von der überarbeiteten Planung ebenfalls überzeugt: „Der ist unglaublich besser, als die erste Planung. Einziger Wermutstropfen ist die lange Umsetzungszeit. Die Anwohner und Pendler tun mir leid.”

Einen eigenen, ergänzenden Antrag hatte die Fraktion Bürgerforum/Freie Wähler kurz vor der Sitzung eingereicht. Demnach sollte entweder die Planung einer Fuß- und Radunterführung unter den Gleisen ins Auge gefasst werden, oder der bisherige Übergang als örtlicher Bahnübergang erhalten bleiben.

Das rief Bürgermeister Michael Kölbl auf den Plan: „Wenn wir jetzt fordern, den alten Übergang zu erhalten, wird das gesamte Projekt, das ja unter dem Titel ,Beseitigung des Bahnübergangs’ steht, ad absurdum geführt.”

Was Markus Bauer (CSU) genauso sah: „Wenn wir jetzt wieder anfangen, an Details rumzunörgeln, wird das nie was. Wir müssen jetzt endlich nach vorne schauen.”

Rückendeckung bekamen die Antragsteller von Christian Stadler (Grüne). „Natürlich kann ich es verstehen, dass das Verfahren nicht noch mehr in die Länge gezogen werden soll. Allerdings werden wir als Stadt da nicht die Einzigen sein, die Forderungen stellen. Da gibt es auch noch private Einwendungen.”

Die Fraktion Bürgerforum/Freie Wähler nahm einen Teil ihres Antrags zurück, insbesondere die Forderung, den alten Übergang zu erhalten.

Am Ende einigten sich die Stadträte einstimmig darauf, die in dem Antrag der Freien Wähler/Bürgerforum geforderte Flächeneinsparungen entlang der gesamten Entwurfsstrecke zu untermauern und in die Stellungnahme der Stadt einzuarbeiten. Durch ein paar Umplanungen und technische Kniffe (steilere Böschungen bei der tiefergelegten B304) könne der Flächenverbrauch tatsächlich um mehr als die Hälfte reduziert werden, wie Norbert Bourtesch (Bürgerforum) versicherte.

 

 

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6 Kommentare zu “B304: Es ging wieder um Reitmehring

  1. Weil hier ein vollkommen falscher Eindruck erweckt wird: Rückendeckung für den Antrag gab es von den Grünen lediglich hinsichtlich der Forderung nach weiteren Flächeneinsparungen und nicht für die Forderung, den bestehenden Bahnübergang zu erhalten bzw. wahlweise die Geh- und Radwegverbindung gesondert unter den Gleisen zu führen. Da waren wir uns sogar mal mit dem Bürgermeister (bzw. der mit uns) einig.

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    1. Was gibt es denn bitteschön bei einer Richtigstellung für einen Grund für Daumen runter ? Außer man ist – gemäß Uli Stein generell “dagegen” *kopfschüttel*

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  2. Da hat Barbara völlig Recht:
    Richtigstellung/Berichtigung eines Artikels ist formal keine Meinung. Eine Bewertung allein mit Daumen (egal ob oben oder unten) ist hier unangebracht.

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  3. Für mich sieht das so aus, als käme es billiger, das ganze Dorf zu versetzen, anstatt dieses Riesenmonster zu bauen.

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    1. Ja den Gedanken hatte ich auch schon, aber ich mich nicht getraut das zu sagen 😉

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  4. das wird uns noch das ganze Jahrhundert beschäftigen, bis es allen gnädigen Betroffenen recht ist.

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