B15: Alles noch viel schlimmer

Sattelzüge weichen auf Kieswege aus - Lkw-Begegnungsverkehr in Katzbach und Zellerreit

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Es ist alles noch viel schlimmer, als erwartet: Nach der Sperrung der B15 herrscht rund um Ramerberg verkehrstechnisch mittlerweile das totale Chaos (wir berichteten). Schwere Sattelzüge schleppten sich gestern den Zellerreiter Berg rauf und runter – vorbei an Radfahrern und Fußgängern. Sackgassen-Beschilderungen wie hier auf der B15 werden vor allem von ausländischen Lkw-Fahrern schlichtweg ignoriert (Foto). Sie suchen sich Schleichwege. Und heimische Firmen sind derweil von der Außenwelt abgeschnitten. Wie zum Beispiel …

… Baumaschinen Riedl in Anger unterhalb von Ramerberg (wir berichteten bereits).

„Wir sind als mittelständische Firma von dem Behördenwahnsinn sehr stark betroffen. Die Zufahrt zu unserer Firma ist derzeit wegen der Sperrungen ausschließlich für Pkw geeignet und das ist für einen Betrieb mit täglichen Lieferungen teils in Überbreite ein echter Wahnsinn. Eine Zufahrt für den Schwerlastverkehr – wir haben selbst 40-Tonner-Sattelzüge beziehungsweise Hänger-Züge – wurde von den Behörden schlichtweg vergessen und nicht berücksichtigt“, so eine Sprecherin der Ramerberger Firma. Auf Nachfrage beim Landratsamt Rosenheim sei lapidar mitgeteilt worden, „dass wir doch in den nächsten fünf Wochen keine Anlieferungen planen sollten. Eine geeignete Lösung haben wir bis dato nicht erhalten.“

Derweil suchen sich Lkw-Fahrer aus Frankreich, Holland, Tschechien und Polen und einem Dutzend anderer europäischer Länder munter Schleichwege rund um Ramerberg.

Katzbach und Zellerreit waren gestern gleichzeitig der Nabel und das Nadelöhr der europäischen Transport-Wirtschaft.

Kleinste Kieswege sind mittlerweile auf doppelte Lkw-Breite ausgefahren, wie Anwohner fotografisch festhielten. Einer von ihnen machte sich gestern gegenüber der Wasserburger Stimme Luft: „Ich verstehe nicht, dass man da nicht aggressiver, plakativer und eindringlicher beschildert. Ein deutsches Sackgassen-Taferl ist dem französischen Lkw-Fahrer doch erst mal wurst. Muss man erst darauf warten, bis etwas passiert?“

 

 

 

 

 

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2 Gedanken zu „B15: Alles noch viel schlimmer

  1. Martin Rumpfinger

    Sagt’s amoi, wia krank is’n des eigentlich, dass i den Schwerlastverkehr einfach an Zufall überlass.
    Des ko ma si ja denga dass, so wias ja oiwei is, ma soweit fahrt bis wirklich nimma geht.
    Erst dann steht ma und kons gar net glauben.
    Meiner Meinung nach hätt da für de erst woch an den jeweiligen offiziellen Umleitungsabzweigen (Wasserburg/Gabersee und Abzweig Griestätt) a Mitarbeiter des Straßenbauamts den Verkehr Regeln müssen.
    Dieser hätt alle Lkws ausnahmslos in die beschilderte Umleitung leiten sollen.
    Sehr oft sand Bauarbeiten entlang der Straßen zum seng mit einer hohen Anzahl an Straßenbauarbeitern, da würd bestimmt der ein oder andere auch a Verkehrsumleitung mal a paar Tag schaffa.
    Am geld kons ja net leng…
    Denkts moi drüba noch

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    1. Naja, auf der B304 ist eine riesige beleuchtete Anzeige mit dem Hinweis, die B15 Richtung Ro ist gesperrt und mal solle der Umleitung folgen.

      Ich denke, das ist an den anderen Stellen, an denen Schwerlast üblicherweise auf die B15 fährt, ähnlich deutlich sichtbar.

      Auch ein personifiziertes Verkehrsschild würde also nichts daran ändern, dass manch ein LKW-Fahrer glaubt, „das geht schon irgendwie“.

      Vielleicht liegts daran, dass kleinere Baustellen zu vorsichtig ausgeschildert werden und die LKW-Fahrer gelernt haben, dass es immer irgendwo durchgeht …

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