Aufklärung mit „Jerusalem“

Lesereihe im Theater Wasserburg wird am morgigen Mittwoch fortgesetzt

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Der nächste Termin im Rahmen der Lesereihe im Theater Wasserburg, die ergänzend zum Spielzeitmotto „Kein schöner Land“ mit „Kein schöner Mittwoch“ betitelt wurde, ist am Mittwoch, 24. Januar, um 20 Uhr. Nik Mayr, der die Lesereihe ins Leben gerufen hat, und sein Schauspielerkollege Mike Sobotka lesen aus „Jerusalem oder über religiöse Macht und Judentum“ von Moses Mendelssohn (wir berichteten) …

Erschienen ist dieses Werk des Großvaters von Felix Mendelssohn Bartholdy 1783. Moses Mendelssohn, Sohn eines jüdischen Schreibers aus Dessau, gilt als wesentlicher Aufklärer seiner Zeit und diente Gotthold Ephraim Lessing als Vorbild für seine Titelfigur in „Nathan der Weise“. Mendelssohn plädierte insbesondere für Toleranz, Pluralismus und Integration auf Basis offener Gesprächskultur. Unter anderem war Mendelssohn Ehrenmitglied in der „Mittwochsgesellschaft“, eines Berliner Privatzirkels aus adlig-bürgerlichen Reformern, deren öffentliches Sprachrohr zur Aufklärung die „Berlinische Monatsschrift“ war.

Vielen Zeitgenossen galt Mendelssohn als zentrale und vermittelnde Figur. Unter anderem zählte Immanuel Kant zu seinen Bewunderern. Als er „Jerusalem“ gelesen hatte,  schrieb  er  an  Mendelssohn:  „Ich halte dieses Buch für die Verkündigung einer großen (…) Reform, die nicht allein Ihre Nation, sondern auch andre treffen wird.“
Die monatliche Lesereihe wird im Februar und März fortgesetzt: Am Mittwoch, 21. Februar, wird aus „Das neue Unbehagen an der Erinnerungskultur“ von Aleida Assmann gelesen, am Mittwoch, 14. März, aus „Der Sozialismus und die Seele des Menschen“ von Oscar Wilde. Beginn ist jeweils um 20 Uhr.

Weitere Informationen sowie Karten gibt es über www.theaterwasserburg.de. Karten im Vorverkauf sind bei der Buchhandlung Fabula und bei Versandprofi Gartner in Wasserburg, beim Kulturpunkt Isen-Taufkirchen und im Kroiss TicketZentrum Rosenheim erhältlich. Die Abendkasse öffnet eine Stunde vor Beginn.

Foto: Christian Flamm

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