Aufatmen in Rosenheim

Knapp an Lockerungs-Rücknahme vorbei: Laut RKI 49 Fälle pro 100.000 Einwohnern in der Stadt

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Aufatmen erst einmal in der Stadt Rosenheim am heutigen Mittwochabend: Das Staatliche Gesundheitsamt sieht keinen Grund, im Zuge der so genannten Lokalisierung oder Regionalisierung des Infektionsgeschehens (wir berichteten) die angekündigten Lockerungen in Rosenheim nun wieder auszusetzen – die bereits zulässigen Erleichterungen wieder zurückzunehmen. Die von Bundeskanzlerin Angela Merkel heute Nachmittag vorgestellte Obergrenze von 50 Neuinfektionen pro Woche auf 100.000 Einwohner, die so genannte Sieben-Tage-Inzidenz, werde im Stadtgebiet nach dem aktuellen Situationsbericht des Robert Koch-Instituts von gestern mit 49 Fällen pro 100.000 Einwohner gerade mal so unterschritten.

Der Leiter des Staatlichen Gesundheitsamtes, Dr. Wolfgang Hierl, hält eine statistische Obergrenze von Neuerkrankungen in der Allgemeinbevölkerung grundsätzlich für richtig.

Er verweist auf eine differenzierte Betrachtung der Fallzahlen:

Die positiv getesteten Personen in Asylbewerber-Unterkünften der Stadt sollen – wie heute von der Bundeskanzlerin und den Ministerpräsidenten beschlossen – aus der statistischen Berechnung nämlich herausgerechnet werden, weil sie sich derzeit in Quarantäne befinden und daher nicht in Kontakt mit der Bevölkerung der Stadt kommen können.

Werde in der Stadt Rosenheim die Zahl der positiv bestätigten Asylbewerber von der Zahl der gemeldeten COVID-19-Fälle abgezogen, so liege die Sieben-Tage-Inzidenz für die Stadt Rosenheim derzeit bei 35 Fällen pro 100.000 Einwohnern und damit weit unter der 50er Marke, heißt es am Abend in einer Presseerklärung der Stadt Rosenheim erleichtert.

Diese dann doch erfreuliche Entwicklung sei das Ergebnis der Disziplin und des Verantwortungsbewusstseins der Menschen in Rosenheim bei der Einhaltung der Beschränkungen. Es sei ein hoffnungsvolles Signal, dass langsam ein Stück Normalität zurückkehren könne, so der städtische Wirtschaftsdezernent Thomas Bugl am Abend.

 

 

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4 Kommentare zu “Aufatmen in Rosenheim

  1. Diese differenzierte Betrachtung der Fallzahlen verwirrt mich. Geflüchtete, die in Gemeinschaftsunterkünften leben und mit Corona infiziert sind werden nicht mitgezählt, da sie sich in Quarantäne befinden.
    Müssten sich denn nicht alle Menschen, die mit Corona infiziert sind, in Quarantäne befinden?
    Ist denn die Einhaltung der Quarantäne für Bundesbürger nur eine Option?
    Grundsätzlich sollten doch alle Menschen zählen – sowohl bei Corona, als auch bei den in den letzten Wochen viel zitierten Grundrechten.
    Hat tatsächlich niemand zumindest ein schlechtes Bauchgefühl bei der Vorstellung an die abgeriegelten Gemeinschaftsunterkünfte?

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    1. Dieses Rechenspiel erschließt sich mir auch nicht und sieht mir sehr nach Zahlenkosmetik aus.
      Die geflüchteten Mitbürger leben natürlich durch die räumliche Enge der Unterkünfte in einer größeren Gefahr, dass sich das Virus ausbreitet, sobald sich ein Mitbewohner infiziert hat. Deswegen wird in Gemeinschaftsunterkünften, Altenheimen und sonstigen Wohngruppen immer besonders gut aufgepasst werden müssen.
      Gerade die Geflüchteten haben aber sehr wohl Kontakt zu ihrem Wohnumfeld: Sie gehen zum Einkaufen und Kinder, die dort wohnen werden in zunehmender Zahl wieder die Krippen, Kindergärten, Schulen und Nachmittagsbetreuungen besuchen.
      Naturgemäß dauert es einige Zeit bis eine Infektion offenbar wird und eventuelle Ansteckungen von Mitbewohnern erkannt werden.
      In der Zeit vor bekannt werden der ersten Infektion besteht ein genauso hohes Risiko des Weitertragens der Infektion an das Umfeld wie beim gewöhnlichen Privathaushalt.
      Das Procedere nach Bekannt-Werden der Infektion ist bei allen Bürgern das Selbe: Quarantäne der ganzen Wohngemeinschaft.
      Also für mich kein Grund, diese Zahlen zu differenzieren.

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    2. Ich vermute, die Zahlen bei Heimen aller Art (auch Altersheime, soweit ich es mitbekommen habe) werden herausgerechnet, weil sich in diesem engen Raum zwangsläufig sehr viele Menschen anstecken.
      Damit ergibt sich ein schiefes Bild, das man so korrigieren will.
      Ich denke, alle diese Zahlenspiele sind nur eine Richtschnur. Man kann nicht davon ausgehen, dass sie der Weisheit letzter Schluss sind. Den hat, glaube ich, leider niemand.
      Ich habe übrigens durchaus Bauchschmerzen.

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  2. Ja, ich hab auch Bauchschmerzen und ich befürchte einen schlimmen Rückfall. Die Zahlen werden schön gerechnet, damit man alles wieder schön lockern darf. Ich finde alles zu schnell. Vorher soll alle 2 Wochen neu entschieden werden und jetzt dürfen sich alle wider treffen. Aber mit Abstand. Haltet euch bitte noch zurück und haltet wirklich Anstand. Wir müssen jetzt vernünftig damit umgehen. Es sind auch einige unter 60 Jahre verstorben. Keiner weiß was in ihm schlummert. Überlegen, was ich jetzt wirklich riskiere ist jetzt sehr wichtig. Haltet weiterhin durch. Bei einem Rückfall wird es dann richtig hart.

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