Auf Suche nach einem Hilfskrankenhaus

Dr. Michael Städtler, der Ärztliche Leiter Führungsgruppe Katastrophenschutz, zur Lage im Landkreis

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Pressegespräche mit physischer Anwesenheit sind derzeit out – so geht’s dann eben auch über den PC am eigenen Schreibtisch. Auf diese Art stellte sich jetzt auch Dr. Michael Städtler, der Ärztliche Leiter Führungsgruppe Katastrophenschutz, vor. Im Gespräch mit den Medien aus dem Landkreis lag sein Schwerpunkt vor allem auf dem Thema „Hilfskrankenhaus”.

Noch, so sagte er, gibt es in und um Rosenheim zwar noch reichlich Kompensationsmöglichkeiten. Doch wenn die Corona-Lage an Dynamik zunehmen sollte, dann will der Landkreis gerüstet sein.

Städtler: „Deshalb halten wir Ausschau nach geeigneten Gebäuden und muss dabei gleich vorausschicken: Es wird mit Sicherheit in nächster Zeit keine Turnhalle zu einem Krankenhaus umfunktioniert. Wir schauen da eher nach stillgelegten Kliniken, die man zur Not wieder reaktivieren kann.” Wo das sein wird – darüber schweigt er sich aus, um Spekulationen nicht Tür und Tor zu öffnen.

Seit dem 25. März, dem Tag, an dem der Landkreis die Allgemeinverfügung der Kategorie I  erlassen hat, ist Michael Städtler im Amt. Der Anästhesiearzt der RoMed-Klinik wurde dazu vom Klinikum freigestellt, seitdem ist vor allem die Koordination der Krankenhäuser im Landkreis sein Hauptaufgabengebiet.

„Hier gibt’s ein Online-Tool, auf dem alle Kliniken die Zahl ihrer verfügbaren Betten melden können”, berichtet er. Dabei wird unterschieden in Krankenhäuser, die mit High-End-Medizin die Kapazitäten und die Ausrüstung für schwere Corona-Fälle haben, in Häuser, die die eher moderaten Fälle behandeln können und in Reha-Kliniken, die sich um die Menschen kümmern, die von der Krankheit geheilt sind.

Zusätzlich koordinieren Städtler und sein Team Einsätze wie beispielsweise die Verlegung von 41 Bewohnern des Pflegeheims St. Lukas in Bad Feilnbach in andere Einrichtungen (wir berichteten). „Da waren 15 Fahrzeuge im Einsatz, denn viele Personen haben unterschiedliche Schweregrade der Erkrankung. Das war eine logistische Herausforderung.”

Mit derartigen Planungen und Aktionen wird Katastrophenschutz-Leiter wohl noch einige Zeit beschäftigt sein. Denn: „Zur Zeit gibt es keine Engpässe in den Kliniken, wir haben noch Kapazitäten an Plätzen frei. Zudem hat sich die Lage in Bezug der Unterbringungen in Krankenhäusern seit dem vergangenen Wochenende ganz leicht entspannt. Doch niemand kann derzeit seriös vorhersagen, wie lange die Lage noch andauert.”

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Ein Kommentar zu “Auf Suche nach einem Hilfskrankenhaus

  1. Jetzt schon? Na, immerhin…

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