Auf dem Weg zur Umweltschule

Realschule Wasserburg bewirbt sich - „Plastikfrei leben“: Zehn Klassen wurden informiert

image_pdfimage_print

Die Anton-Heilingbrunner-Realschule Wasserburg hat sich als Umweltschule beworben. Zahlreiche Projekten und Aktionen sind für dieses Schuljahr geplant. Im Rahmen des Jahresprojekts „Klima, Umwelt, Ernährung“ nahmen so jetzt auch gleich zehn Klassen der Realschule an einem Vortrag von Stefanie Frisch (Foto) zum Thema „Plastikfrei leben“ teil.

Seit mehreren Jahren versucht die Referentin, möglichst plastikfrei zu leben. Als Chemikerin weiß sie sehr wohl, dass Kunststoff in vielen Bereichen ein sehr nützliches Material ist, als Biologin aber auch, dass Plastik sehr viele schädliche Stoffe …

… vor allem Mikroplastik enthält, was für Mensch, Tier und Umwelt sehr ungesund sei.

So haben bereits 90 Prozent der Bevölkerung gesundheitsschädliche Weichmacher im Blut, sagt die Referentin – in den Meeren befinde sich inzwischen sechs Mal mehr Plastik als Plankton, eine Plastikflasche benötige 450 Jahre, um zu verrotten.

Nach einer kurzen Einführung wurden die Schüler aufgefordert, sich einen beliebigen Tag vorzustellen und zu überlegen, wie oft sie vom Aufstehen bis zum Schlafengehen mit Plastik in Kontakt kommen und wie sie Plastik unter Umständen ersetzen könnten.

Eindrucksvolle Fotos von Badezimmern mit unzähligen Plastikflaschen, aber auch von Badezimmern, in denen festes Shampoo und Haarspülung, Deo in fester Form, Zahnputztabletten und Zahnseide im Glas und Holzzahnbürsten Plastik verdrängt hatten, zeigten den Schülern, welche Alternativen es zum Plastik gebe.

Im Bereich „Plastik im Schulalltag“ und „Plastik beim Einkaufen“ hatten die Schüler viele gute Ideen. Die Verwendung von Trinkflaschen, Brotzeitbehältern, umweltfreundlichen Einbänden und Schreibmaterial waren nur einige davon.

Frau Frisch betonte immer wieder, dass man Sachen, die man bereits besitze, auch wenn sie aus Plastik seien, aber möglichst lange verwenden sollte.

Denn es mache keinen Sinn, Plastik einfach wegzuwerfen und es durch neue, umweltfreundliche Dinge zu ersetzen.

Im Übrigen gab sie zu bedenken, dass man nicht von heute auf morgen vollständig auf Plastik verzichten könne und müsse. Sie selbst habe immer wieder Neues ausprobiert und auf diese Weise ihren Haushalt nach und nach „plastikfreier“ organisiert.

So stellt sie inzwischen Waschmittel aus Kastanien oder aus Kernseife her, plant ihre Einkäufe besser, indem sie Säckchen und Gläser als Verpackungshilfen mitnimmt und benutzt Bienenwachstücher als Folienersatz. Ein Schritt müsse dem anderen folgen.

Besonders erfreulich war, dass viele Schüler darüber berichteten, auf welch vielfältige Weise sie bereits zu Hause Plastik immer mehr reduzieren, einige scheinen schon richtige Experten zu sein.

Nach dem 60minütigen Vortrag hatten die Schülerinnen und Schüler zahlreiche Ideen, wie sie selbst oder auch ihre Eltern das Leben „plastikfreier“ gestalten können.

Bleibt nur noch zu hoffen, dass die einzelnen Klassen die eine oder andere Idee auch praktisch umsetzen.

Monika Dirschl

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


Leitfaden für die Veröffentlichung von Kommentaren