Auch systemrelevant: Der Landwirt!

Das sagte Bayerns Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber heute im Landtag: „Die Corona-Krise hat gezeigt, wie bedeutend die regionale Erzeugung für die Versorgungssicherheit ist. Deshalb ist die gesellschaftliche Wertschätzung für die Landwirtschaft enorm gestiegen. Die Bäuerinnen und Bauern leisten Wertvolles für die gesamte Bevölkerung. Ich hoffe, dass diese Wertschätzung nachhaltig ist und die Corona-Krise überdauert!“

Und sie sagte weiter: „Die vom Bayerischen Ministerrat gestern beschlossenen Erleichterungen bei den Corona-Maßnahmen (wir berichteten) eröffnen auch der bayerischen Land- und Ernährungswirtschaft gute Perspektiven. Die schrittweise Öffnung der Gastronomie kann die Verwerfungen auf dem Lebensmittelmarkt abmildern. Und wenn der Urlaub auf dem Bauernhof in absehbarer Zeit wieder startet, wird das Einkommen vieler landwirtschaftlicher Betriebe stabilisiert.“ Sie berichtete dort im Agrarausschuss über die Lage der Land-, Forst- und Ernährungswirtschaft in der Corona-Krise.

Kaniber zog dabei eine positive Zwischenbilanz. „Die bayerische Land- und Ernährungswirtschaft hat die Herausforderungen der Corona-Krise mit Bravour gemeistert. Was hier für unser Land geleistet wird, verdient höchste Anerkennung. Die Versorgung der Bevölkerung war und ist sicher. Land- und Ernährungswirtschaft sind verlässliche Partner, die auch in schwierigen Situationen für Sicherheit und Stabilität sorgen“, sagte die Ministerin.

Kaniber hofft, dass mit den Erleichterungen für Gasthäuser, Restaurants und Hotels die Lebensmittel-Nachfrage einen zusätzlichen Impuls bekomme und damit zu einer Beruhigung auf den Märkten beigetragen werde. Auf dem Lebensmittelmarkt sind Corona-bedingt deutliche Verschiebungen zu beobachten: ein Anstieg beim häuslichen Konsum und Verwerfungen bei der Außer-Haus-Verpflegung sowie beim Export. Auf dem Milchmarkt herrsche deshalb eine schwierige Marktsituation, aber keine Krise, so Kaniber. Auch die Rindfleisch- und Schweinemärkte sind zurzeit angespannt, was zu niedrigeren Erzeugerpreisen führt.

Kaniber hob in ihrem Bericht hervor, dass sich die Lieferketten von der Landwirtschaft zum Lebensmitteleinzelhandel aber als krisenfest erwiesen haben. Die Kommunikation zwischen Landwirtschaft, Lebensmitteleinzelhandel und Ministerium funktioniere bestens. Alle Beteiligten zeigten große Solidarität. So sei es möglich, immer schnell Lösungen zu finden.

Zur Stärkung der heimischen Landwirtschaft weitet die Ministerin ihre Strategie für die regionale Erzeugung und Vermarktung aus. „Solidarität und Regionalität gehören für mich zusammen. Ich will, dass ein Nachfragesog entsteht und noch mehr Erzeuger unsere Programme nutzen – und vor allem die Verbraucher dabei bleiben“, sagte Kaniber.