Arbeitsmarkt: Weiterhin sehr positiv

Selbst in einem Februar weniger Arbeitslose - Agentur meldet 5000 offene Stellen

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Im Landkreis Rosenheim liegt die Arbeitslosenquote für den Februar 2019 bei 2,6 Prozent (Januar 2,7 – Februar vor einem Jahr 2,8 Prozent). Die Zahl der Arbeitslosen insgesamt für den Landkreis beträgt 3 662. Hier sind 2 481 Männer und Frauen bei der Hauptagentur in Rosenheim arbeitslos gemeldet, 48 weniger als im Vormonat. Dr. Nicole Cujai, die Leiterin der Rosenheimer Arbeitsagentur zu den – weiterhin sehr positiven – Daten des aktuellen Arbeitsmarkts …

„Über viele Jahre hinweg war der Februarmonat immer der Monat mit einem deutlichen Anstieg der Arbeitslosenzahlen. Bereits im letzten Jahr wurde dieser Zyklus unterbrochen. Das wiederholt sich in diesem Jahr.”

Das Jobcenter Landkreis Rosenheim kümmert sich aktuell zudem um 1 181 arbeitslose SGB II-Kunden, 50 weniger als im Januar. Insgesamt betreut das Jobcenter 3 280 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 2 609 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.

Cujai weiter: „Einerseits hören wir von Firmenübernahmen und Kurzarbeit, andererseits gibt es eine hohe Nachfrage nach Fachkräften, die der Markt so kaum mehr hergibt. Egal, welches Anliegen im Vordergrund steht, unsere Arbeitsvermittler stehen allen Betrieben, vom kleinen Handwerksbetrieb bis zum „global player“ beratend zur Seite.“

Die Agenturleiterin ergänzt:

„Der Arbeitsmarkt war von Mitte Januar bis Mitte Februar so aufnahmefähig, dass die Zahl der Abmeldungen (insgesamt 2 880 Abgänge aus der Arbeitslosigkeit) die der Neuanmeldungen (insgesamt 2 790 Zugänge in die Arbeitslosigkeit) übersteigt.

Die Abmeldungen gehen quer durch alle Branchen und alle Berufe, sogar das Baugewerbe hat vereinzelt – wo es witterungsbedingt oder baustellentechnisch ging – die Arbeit wieder aufgenommen. Viele Klein- und Mittelbetriebe in der Region haben ein gutes Auftragspolster und könnten den ein oder anderen Mitarbeiter gut gebrauchen. Ich möchte in diesem Zusammenhang auf das neue Teilhabechancengesetz hinweisen, mit dem die Jobcenter die Möglichkeit haben, die Arbeitsaufnahme von Langzeitarbeitslosen entsprechend zu fördern.

Arbeitgeber können bis maximal fünf Jahre Lohnzuschüsse erhalten, am Anfang sogar bis zu 100 Prozent. Damit Arbeitgeber in Bezug auf die Einarbeitung und Anlaufschwierigkeiten entlastet werden, erfolgt eine beschäftigungsbegleitende Betreuung, das heißt, ein Coach wird dem/der Langzeitarbeitslosen zur Seite gestellt, der bei Problemen am Arbeitsplatz oder sonstigen Schwierigkeiten helfen kann. Nutzen Sie daher dieses neue Instrument, den Jobcentern stehen entsprechende finanzielle Mittel zur Verfügung!“

Die Arbeitslosenquote insgesamt liegt – wie im Januar – bei 2,8 Prozent und ist damit um 0,2 Prozentpunkte niedriger als im Vorjahr. Zum Vergleich: Vor zehn Jahren lag die Arbeitslosenquote für den Monat Februar bei 4,4 Prozent und vor 20 Jahren sogar bei 6,5 Prozent.

„Wir werden immer wieder gefragt: Ja was habt ihr denn noch zu tun, wenn die Arbeitslosigkeit so niedrig ist?“, so die Agenturleiterin schmunzelnd. „Darauf gibt es natürlich mehrere Antworten: Die Berufs- und Arbeitswelt wird immer komplexer und unterliegt einem großen Veränderungsprozess. Daher wird eine Beratung, beginnend während der Schulzeit, bis zu einer möglichen oder notwendigen kompletten beruflichen Umorientierung immer wichtiger. Gerade in nächster Zeit finden diverse Veranstaltungen statt, die dem erhöhten Beratungsbedarf Rechnung tragen.

So findet am Freitag, 8. März eine große Infomesse statt, auf der es unter anderem zu den Themen beruflicher Wiedereinstieg, Bewerbungsverfahren, Weiterbildungsmöglichkeiten und vieles mehr Informationen gibt.

Außerdem ist deutschlandweit vom 11. bis zum 15. März die Woche der Ausbildung. In dieser Woche werden wir auf allen möglichen Kanälen für den Start in eine Ausbildung werben. Die Kampagne der Bundesagentur für Arbeit „Typisch ich!“ zielt genau darauf ab.

Unter http://dasbringtmichweiter.de/typischich/ ist auch ein Selbsterkundungstool zu finden.

Und im April ist hier in der Agentur für Arbeit Rosenheim eine Weiterbildungsmesse geplant.

Zur Zeit befinden sich über 900 Personen in beruflichen Weiterbildungsmaßnahmen und weitere 600 in diversen kürzeren Aktivierungs- oder Eingliederungsmaßnahmen. „Neue Fördermöglichkeiten, zur Weiterbildung von Beschäftigten bietet das seit Januar in Kraft getretene Qualifizierungschancengesetz,“ so Dr. Cujai. „Gerade Branchen und Berufe, die stark dem Strukturwandel und der Digitalisierung unterworfen sind, sowie Berufe, in denen ein Engpass herrscht, können künftig besser gefördert werden. Auch hier stehen wir mit unserem Beratungsangebot bereit.“

Die gute Situation auf dem Arbeitsmarkt spiegelt sich auch in der Stellensituation wider:

Unternehmen haben im Februar 1 350 offene Stellen neu bei der Agentur für Arbeit gemeldet, 600 mehr als im Vormonat. Insgesamt waren im Betrachtungszeitraum fast 5 000 vakante Arbeitsplätze bei der Agentur für Arbeit gemeldet, 90 mehr als im Vormonat und 340 mehr als vor einem Jahr. 4 710 der Arbeitsstellen sind sozialversicherungspflichtig und 4 460 sofort zu besetzen. Viele der Stellenausschreibungen können direkt in der Jobbörse unter www.arbeitsagentur.de abgerufen werden.

Der Arbeitsmarkt in den einzelnen Regionen des Agenturbezirkes Rosenheim:

Ø  Für die Stadt Rosenheim errechnet sich eine Arbeitslosenquote von 4,4 Prozent (Vormonat: 4,3; Februar 2018: 4,6 Prozent). Derzeit sind 1 531 Bürger ohne Arbeit. Bei den SGB III-Kunden, die durch die Agentur für Arbeit in Rosenheim betreut werden, erhöhte sich die Arbeitslosenzahl um 28 auf 824. Für 707 arbeitslose SGB II-Kunden, in etwa so viele wie im Januar, ist das Jobcenter Rosenheim Stadt zuständig. Insgesamt betreut das Jobcenter 2 118 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 1 697 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.

Ø  Der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen weist im Februar mit 2,4 Prozent (Vormonat: 2,4; Februar 2018: 2,7 Prozent) die niedrigste Arbeitslosenquote im Agenturbezirk auf. Das entspricht 1 673 beschäftigungslosen Bürgern. Davon sind 1 199 Männer und Frauen, 17 weniger als vor einem Monat, in den Agenturen Bad Tölz und Wolfratshausen gemeldet. 474 Betroffene, 10 weniger als im Januar, sind beim Jobcenter Bad Tölz-Wolfratshausen arbeitslos gemeldet. Insgesamt betreut das Jobcenter 1 974 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 1 542 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.

Ø  Im Landkreis Miesbach sind derzeit 1 461 Bürger arbeitslos gemeldet, was einer Quote von 2,7 Prozent (Vormonat: 2,7; Februar 2018: 3,0 Prozent) entspricht. Davon sind 1 078 arbeitslose Männer und Frauen bei der Agentur für Arbeit in Holzkirchen gemeldet, 6 mehr als im Vormonat. Für die Betreuung der Arbeitslosengeld II – Empfänger nach dem SGB II ist der Landkreis Miesbach als “zugelassener kommunaler Träger” (optierende Kommune) zuständig. Beim Jobcenter sind 383 Arbeitslose gemeldet, 14 weniger als im Januar. Insgesamt betreut das Jobcenter 1 058 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 832 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.

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