Arbeitsmarkt nimmt wieder Fahrt auf

Rosenheim: Arbeitslosenquote sinkt im September leicht auf 2,3 Prozent

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„Es macht sich auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar, dass die Personalverantwortlichen in den Unternehmen und Handwerksbetrieben aus dem Urlaub zurückgekehrt sind, die eingegangenen Bewerbungen gesichtet, Vorstellungsgespräche geführt und anschließend auch vermehrt Einstellungen vorgenommen haben“, sagt Dr. Nicole Cujai, die Leiterin der Rosenheimer Arbeitsagentur. „Das schlägt sich entsprechend in der Anzahl der Arbeitslosen sowie der zu besetzenden Stellen nieder. Die Qoute sinkt leicht auf 2,3 Prozent.“

Die Leiterin der Agentur weiter: „Zum Stichtag am 11. September waren in unserem Agenturbezirk, der Stadt und Landkreis Rosenheim sowie die Landkreise Miesbach und Bad Tölz-Wolfratshausen umfasst, 6 870 Personen arbeitslos gemeldet. Das entspricht einem Rückgang der Arbeitslosenzahl um 360 gegenüber dem Vormonat und einem Minus von 530 gegenüber dem Vergleichsmonat des Vorjahres. Bei den offenen Stellen war ein leichter Rückgang (-30) auf 5 360 zu verzeichnen. Damit waren jedoch 620 mehr zu besetzende Arbeitsplätze gemeldet als noch vor einem Jahr, was unterstreicht, dass die Auftragslage bei den meisten Unternehmen und Handwerksbetrieben in unserem Agenturbezirk weiterhin gut ist.“

 

Die Agenturleiterin weiter: „Besonders deutlich war im Betrachtungszeitraum vom 14. August bis 11. September der Rückgang der Arbeitslosenzahl bei der Gruppe der unter 25-Jährigen mit einem Minus von 250 auf 720 Betroffene. Viele junge Menschen haben in den vergangenen Wochen eine Ausbildung oder ein Studium begonnen, oder sie besuchen eine weiterführende Schule.“

Allen Jugendlichen, die noch nicht wissen, wie es für sie beruflich weitergehen soll, rät sie: „Vereinbaren Sie unter der kostenlosen Servicenummer 0800/4 5555 00 einen Termin mit der Berufsberatung, oder schicken Sie eine E-Mail an Rosenheim.berufsberatung@arbeitsagentur.de. Die Berufsberater helfen Ihnen gerne bei der Bewerbung und Ausbildungsplatzsuche und beraten Sie bezüglich Alternativen wie dem freiwilligen sozialen Jahr, Auslandsaufenthalten, oder ähnliches.“

 

Die Arbeitslosenquote liegt im September mit 2,3 Prozent auf einem historisch niedrigen Niveau für diesen Monat, das zuletzt Ende der siebziger Jahre erreicht wurde. Die Quote beträgt 0,1 Prozentpunkte weniger als im Vormonat und unterschreitet den Vergleichswert des Vorjahres um 0,2 Prozentpunkte.

Mit Blick auf die neuesten Beschäftigtendaten für den Monat März 2018 sagt die Agenturleiterin: „Auch diese Werte unterstreichen die sehr gute Lage auf dem Arbeitsmarkt. Die Anzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ist im Agenturbezirk gegenüber dem Vorjahr um 2,3 Prozent auf 190 590 angestiegen.“

 

Cujai weiter: „Es ist erfreulich, dass alle Personengruppen im vergangenen Monat vom Rückgang der Arbeitslosigkeit profitiert haben: Bei den über 55-Jährigen sank die Arbeitslosenzahl um 50 auf 1 770 Betroffene, bei den Ausländern war ein Minus von 70 auf 1 820 Personen zu verzeichnen, bei den Schwerbehinderten gab es einen minimalen Rückgang der Arbeitslosenzahl auf 610 gemeldete Personen und bei den Langzeitarbeitslosen waren mit 1 450 zehn Betroffene weniger gemeldet als noch vor einem Monat. Diesen Zahlen kann man aber auch entnehmen, dass nicht alle Personengruppen gleichermaßen von der Stellenbesetzung profitieren.“

Cujai nimmt deshalb die sehr gute Lage auf dem Arbeitsmarkt zum Anlass, an die Unternehmen und Handwerksbetriebe zu appellieren, auch vermeintlich Schwächeren eine Chance zu geben: „Laden Sie auch Bewerber mit nicht so glänzenden Bewerbungsunterlagen, sei es aufgrund schlechter Noten, fehlender Zeugnisse, unterbrochener Biografien wegen Kindererziehung, Pflege von Angehörigen oder persönlichen und gesundheitlichen Problemen, zu einem Vorstellungsgespräch oder einer Probearbeit in Ihrem Betrieb ein. Denn gerade diese Personen können im Arbeitsalltag häufig überzeugen und sich gut in den bestehenden Mitarbeiterstamm einfügen. Und es stehen auch finanzielle Mittel zur Verfügung, um Qualifizierungsdefizite auszugleichen, die einer Arbeitsaufnahme eventuell im Wege stehen, beispielsweise durch berufliche Weiterbildung, oder Einarbeitung am Arbeitsplatz.“

Der Arbeitsmarkt in den einzelnen Regionen des Agenturbezirkes Rosenheim:

Ø  Für die Stadt Rosenheim errechnet sich eine Arbeitslosenquote von 4,0 Prozent (Vormonat: 4,2; September 2017: 4,4 Prozent). Derzeit sind 1 394 Bürger ohne Arbeit. Bei den SGB III-Kunden, die durch die Agentur für Arbeit in Rosenheim betreut werden, verringerte sich die Arbeitslosenzahl um 12 auf 669. Für 725 arbeitslose SGB II-Kunden, 49 weniger als im August, ist das Jobcenter Rosenheim Stadt zuständig. Insgesamt betreut das Jobcenter 2 250 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 1 771 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.

 

Ø  Im Landkreis Rosenheim liegt die Arbeitslosenquote bei 2,1 Prozent (Vormonat: 2,3; September 2017: 2,3 Prozent). Die Zahl der Arbeitslosen insgesamt für den Landkreis beträgt 3 043. Hier sind 1 869 Männer und Frauen bei der Hauptagentur in Rosenheim arbeitslos gemeldet, 135 weniger als im Vormonat. Beim Jobcenter Landkreis Rosenheim sind 1 174 arbeitslose SGB II-Kunden registriert, 23 weniger als im August. Insgesamt betreut das Jobcenter 3 284 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 2 616 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.

 

Ø  Der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen weist im September mit 1,9 Prozent (Vormonat: 2,0; September 2017: 2,1 Prozent) die niedrigste Arbeitslosenquote im Agenturbezirk auf. Das entspricht 1 316 beschäftigungslosen Bürgern. Davon sind 852 Männer und Frauen, 90 weniger als vor einem Monat, in den Arbeitsagenturen Bad Tölz und Wolfratshausen gemeldet. 464 Betroffene, 12 weniger als im August, sind beim Jobcenter Bad Tölz-Wolfratshausen arbeitslos gemeldet. Insgesamt betreut das Jobcenter 1 947 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 1 556 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.

 

Ø  Im Landkreis Miesbach sind derzeit 1 120 Bürger arbeitslos gemeldet, was einer Quote von 2,1 Prozent (Vormonat: 2,1; September 2017: 2,3 Prozent) entspricht. Davon sind 681 arbeitslose Männer und Frauen bei der Arbeitsagentur in Holzkirchen gemeldet, 39 weniger als im Vormonat. Für die Betreuung der Arbeitslosengeld II – Empfänger nach dem SGB II ist der Landkreis Miesbach als „zugelassener kommunaler Träger“ (optierende Kommune) zuständig. Beim Jobcenter sind 439 Arbeitslose, 5 mehr als im August, gemeldet. Insgesamt betreut das Jobcenter 1 110 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 888 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.

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