Arbeitsmarkt: Auch Petrus spielt mit

Zahl so niedrig wie zuletzt Anfang der 1990er Jahre in einem Monat November

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„Der Arbeitsmarkt der Arbeitsagentur Rosenheim zeigt sich im November – auch dank der weiterhin vergleichsweise milden Temperaturen und des überwiegend sonnigen Wetters – weiterhin aufnahmefähig und dynamisch“, sagt Dr. Nicole Cujai, die Leiterin der Rosenheimer Arbeitsagentur. Im Landkreis Rosenheim liegt die Arbeitslosenquote bei 2,1 Prozent (Vormonat: 2,1; November 2017: 2,3 Prozent). Die Zahl der Arbeitslosen insgesamt für den Landkreis beträgt 3 039. Hier sind 1 836 Männer und Frauen nach dem Sozialgesetzbuch III bei der Hauptagentur in Rosenheim arbeitslos gemeldet, 53 mehr als im Vormonat.

„In den Außenberufen wie Baugewerbe oder Gartenbau ist es erst zu vereinzelten witterungsbedingten Entlassungen gekommen. Bei Betrieben aus dem Hotel- und Gaststättengewerbe, die über die Wintermonate schließen, sind die ersten Freistellungen von Arbeitnehmern bereits erfolgt. Viele Unternehmen wollen aber an ihren Fachkräften festhalten und haben häufig bereits eine Wiedereinstellungszusage zu Frühlingsbeginn in Aussicht gestellt.“

Die Arbeitslosenzahl stieg im November im ganzen Agenturbezirk um 280 Betroffene auf 6 900. Im Vergleichsmonat des Vorjahres lag die Arbeitslosenzahl bei 7 310. Der Wert ist damit so gering wie zuletzt Anfang der 1990er Jahre in einem Monat November. Die Arbeitslosenquote ist gegenüber dem Vormonat um 0,1 Prozentpunkte auf 2,3 Prozent angestiegen und liegt um 0,2 Prozentpunkte unter dem Wert von November 2017.

Die Agenturleiterin weiter: „Ein Blick auf den Stellenmarkt unterstreicht die gute Auftragslage der Unternehmen: Im November haben die Betriebe im Agenturbezirk dem Arbeitgeberservice 980 neue Stellen gemeldet, 950 davon sind sozialversicherungspflichtig und 780 sofort zu besetzen.

Aktuell sind 5 390 vakante Arbeitsplätze registriert, 160 weniger als im Vormonat, aber 760 mehr als im Vergleichsmonat des Vorjahres.

Die meisten Angebote gibt es in den Bereichen Rohstoffgewinnung, Produktion, Fertigung (1 570), Kaufmännische Dienstleistungen, Handel, Vertrieb, Tourismus (980), Gesundheit, Soziales, Lehre und Erziehung (920), Verkehr, Logistik, Schutz und Sicherheit (680) sowie Verkauf (590). Ein Großteil der Stellenanzeigen ist in der Jobbörse der Arbeitsagentur unter www.arbeitsagentur.de veröffentlicht.“

Cujai wirft auch einen Blick auf die Relation Arbeitslose zu offene Stellen: „Bei den Mechatronik-, Energie- und Elektroberufen sowie bei den Maschinen- und Fahrzeugtechnikberufen stehen einem Arbeitslosen mehr als zwei gemeldete Stellen gegenüberstehen.

Auch bei den Berufsgruppen Kunststoff- und Holzherstellung und -verarbeitung sowie Metallerzeugung, -bearbeitung, Metallbau oder Informatik kommen auf zwei Arbeitslose mehr als drei offene Stellen. Diese Zahlen unterstreichen, dass auf dem lokalen Arbeitsmarkt in ausgewählten Bereichen bereits Fachkräfteengpässe herrschen“, sagt die Agenturleiterin und weist im Zuge dessen auf das Programm WeGebAU (Förderung der Weiterbildung Geringqualifizierter und beschäftigter Älterer im Unternehmen) hin:

„Unter bestimmten Voraussetzungen kann die Arbeitsagentur hier eine fachspezifische Qualifizierung des Beschäftigten direkt am Arbeitsplatz bis hin zum Berufsabschluss fördern“, erklärt Cujai. Informationen darüber, welche Voraussetzungen der Arbeitnehmer und die Maßnahme erfüllen müssen, damit eine Förderung möglich ist, stehen im Internet unter www.arbeitsagentur.de/karriere-und-weiterbildung/foerderung-berufliche-weiterbildung zur Verfügung.

Ein besonderes Augenmerk legt Cujai auch auf die Arbeitslosen mit Behinderung: „Die Lage dieser Menschen stellt die Bundesagentur für Arbeit mit der deutschlandweiten „Woche der Menschen mit Behinderung“ vom 3. bis 7. Dezember 2018 besonders in den Mittelpunkt. Aktuell sind in unserem Agenturbezirk 590 Schwerbehinderte arbeitslos gemeldet, 20 weniger als im Vergleichsmonat des Vorjahres. Wir können auch bei dieser Personengruppe einzelne Erfolge verbuchen.

Aber die Entwicklung ist noch ausbaufähig“, sagt die Agenturleiterin und wendet sich direkt an Unternehmen: „Sprechen Sie unsere Spezialisten vom Reha-Team oder Ihren Ansprechpartner im Arbeitgeberservice an, oder melden Sie sich unter der kostenlosen Servicenummer 0800 4 5555 20. Durch Gespräche und Informationen können Vorbehalte häufig abgebaut werden. Sie können als Arbeitgeber vom Potenzial dieser Menschen profitieren! Im Zuge dessen möchte ich auch auf vielseitige finanzielle Unterstützungsmöglichkeiten in diesem Bereich hinweisen.“

Auf dem regionalen Arbeitsmarkt der Arbeitsagentur Rosenheim, der Stadt und Landkreis Rosenheim sowie die Landkreise Miesbach und Bad Tölz-Wolfratshausen umfasst, ist trotz der geringen Arbeitslosenzahl viel Bewegung: Im Betrachtungszeitraum vom 12. Oktober bis 12. November haben sich 2 800 Personen neu oder erneut bei der Agentur für Arbeit und den Jobcentern arbeitslos gemeldet. Dem gegenüber stehen 2 520 Abmeldungen wegen Arbeitsaufnahme oder Gründen wie Weiterqualifizierung, Erkrankung, Eintritt in den Mutterschutz oder Renteneintritt.

Der Arbeitsmarkt in den weiteren Regionen des Agenturbezirkes Rosenheim:

Die 6 900 Arbeitslosen werden – abhängig von ihrem leistungsrechtlichen Anspruch – von den Agenturen für Arbeit oder den Jobcentern betreut. Dabei fielen im November 4 120 Menschen, 220 mehr als vor einem Monat und 210 weniger als vor einem Jahr, in die Betreuung der Arbeitsagenturen in Rosenheim, Holzkirchen, Bad Tölz und Wolfratshausen nach dem Rechtskreis des Sozialgesetzbuches (SGB) III. 2 780 Arbeitslose, 60 mehr als im Vormonat und 210 weniger als im Vergleichsmonat des Vorjahres, werden nach dem Sozialgesetzbuch II durch die Jobcenter in Stadt und Landkreis Rosenheim sowie Miesbach und Bad Tölz-Wolfratshausen betreut.

Für die Stadt Rosenheim errechnet sich eine Arbeitslosenquote von 3,9 Prozent (Vormonat: 3,8; November 2017: 4,2 Prozent). Derzeit sind 1 370 Bürger ohne Arbeit. Bei den SGB III-Kunden, die durch die Arbeitsagentur in Rosenheim betreut werden, stieg die Arbeitslosenzahl um 28 auf 658. Für 712 arbeitslose SGB II-Kunden, 16 mehr als im Oktober, ist das Jobcenter Rosenheim Stadt zuständig. Insgesamt betreut das Jobcenter 2 196 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 1 742 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.

Der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen weist im November eine Arbeitslosenquote von 1,9 Prozent (Vormonat: 1,8; November 2017: 2,1 Prozent) auf. Das entspricht 1 298 beschäftigungslosen Bürgern. Davon sind 843 Männer und Frauen, 42 mehr als vor einem Monat, nach dem Sozialgesetzbuch III in den Geschäftsstellen der Agentur für Arbeit in Bad Tölz und Wolfratshausen gemeldet. 455 SGB II-Kunden, 21 mehr als im Oktober, sind beim Jobcenter Bad Tölz-Wolfratshausen arbeitslos gemeldet. Insgesamt betreut das Jobcenter 1 905 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 1 516 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.

Im Landkreis Miesbach sind derzeit 1 189 Bürger ohne Arbeit, was einer Quote von 2,2 Prozent (Vormonat: 2,0; November 2017: 2,4 Prozent) entspricht. Davon sind 784 arbeitslose Männer und Frauen bei der Agentur für Arbeit in Holzkirchen gemeldet, 93 mehr als im Vormonat. Für die Betreuung der Arbeitslosengeld II – Empfänger nach dem SGB II ist der Landkreis Miesbach als „zugelassener kommunaler Träger“ (optierende Kommune) zuständig. Beim Jobcenter sind 405 Arbeitslose gemeldet, drei weniger als im Oktober. Insgesamt betreut das Jobcenter 1 097 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, die in 871 sogenannten Bedarfsgemeinschaften leben.

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